Genfer Juden möchten eigene Friedhöfe
publiziert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 00:05 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Okt 2006 / 11:44 Uhr

Genf - Die israelitischen Gemeinden Genf möchten ihre eigenen Friedhöfe. Sie unterstützen deshalb die von der Regierung vorgeschlagene Revision des Friedhofgesetzes.

Der jüdische Friedhof liegt auf französischem Boden. (Archivbild)
Der jüdische Friedhof liegt auf französischem Boden. (Archivbild)
1 Meldung im Zusammenhang
Im Kantonsparlament, das den Entwurf in nächster Zeit beraten wird, kündigt sich starke Opposition an. Geht es nach dem Willen der Kantonsregierung, soll es auf den öffentlichen Friedhöfen künftig konfessionelle Parzellen geben dürfen. Zudem sollen Religionsgemeinschaften unter gewissen Bedingungen Privatfriedhöfe eröffnen können.

Der Staatsrat will damit einen alten Zopf abschneiden. Genf ist der letzte Kanton, der keine konfessionell differenzierte Beerdigung zulässt. Das entsprechende Genfer Gesetz stammt aus dem Jahr 1876.

Auf französischem Boden

Die Genfer Juden lassen sich heute auf dem israelitischen Friedhof der Genfer Gemeinde Veyrier begraben. Das ist bei der heutigen Gesetzeslage nur möglich, weil die Gräber statt auf Genfer auf französischem Boden liegen. Einzig das Portal zum Friedhof liegt in der Schweiz.

Aus Sicht der zwei israelitischen Gemeinden sollte das Gesetz endlich gelockert werden. Dieses Anliegen teilen sie mit den Genfer Muslimen, die sich ebenfalls für das neue Gesetz aussprechen. Denn ihr Gräberfeld auf dem öffentlichen Friedhof Petit Saconnex war nie ein offizieller muslimischer Friedhof und von den Behörden nur geduldet worden. Zudem ist er vollständig belegt.

Platzknappheit

Auch für die Juden handelt es sich unter anderem um eine Platzfrage. So wie der Friedhof heute angelegt sei, wären in 15 Jahren alle Grab-Plätze vergeben, sagte Ron Aufseesser, Präsident der Israelitischen Gemeinde Genf vor den Medien.

Die beiden israelitischen Gemeinden hoffen nun, dass die Kantonsparlamentarier am 12. Oktober den vorgeschlagenen Neuerungen zustimmen. Dies ist jedoch alles andere als sicher.

«130 Jahre Glaubensfrieden»

Den schärfsten Widerstand kündigte bislang die FDP an. «Wir verdanken dem bisherigen Gesetz 130 Jahre Glaubensfrieden», erklärte Bernard Favre, Generalsektretär der Genfer FDP.

(ht/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Der Brand der Genfer Synagoge Malagnou bleibt vorerst ungeklärt. ... mehr lesen
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Synagoge bereits im Vollbrand.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Den Besuchern wurden neben den Ausstellungen auch Ateliers, Erzählungen und Kalligraphie-Kurse geboten.
Den Besuchern wurden neben den ...
In La Chaux-de-Fonds  La Chaux-de-Fonds - Das Museum für Kulturen des Islam in La Chaux-de-Fonds NE ist am Wochenende eröffnet worden. Den Besuchern wurden neben den Ausstellungen auch zahlreiche Treffen, Ateliers, Erzählungen, Kalligraphie-Kurse und Tanzvorführungen geboten. mehr lesen 
Streitigkeiten über Einreisebedingungen nach Saudi-Arabien  Teheran - Iranische Gläubige werden in diesem Jahr nicht an der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch in Mekka teilnehmen. Irans Kulturminister Ali Dschannati führe «Hindernisse» auf Seiten Saudi-Arabiens als Grund an. mehr lesen   1
Treffen mit Kindern  Vatikanstadt - Papst Franziskus hat sich mit Flüchtlingskindern getroffen, deren Eltern bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer ums ... mehr lesen  
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Mekka-Wallfahrt  Riad - Saudi-Arabien und der Iran sind weiter uneins über die Bedingungen, unter denen Iraner an der diesjährigen Mekka-Pilgerfahrt Hadsch teilnehmen könnten. Eine iranische Verhandlungsdelegation reiste nach amtlichen saudiarabischen Angaben am Freitag ohne Einigung ab. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 15°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Basel 15°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
St. Gallen 15°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Bern 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Luzern 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 15°C 29°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Lugano 19°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten