Experimente heftig umstritten
Genschalter soll gegen Superviren schützen
publiziert: Mittwoch, 14. Aug 2013 / 13:23 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 14. Aug 2013 / 14:05 Uhr
Nutzen und Gefahren von Experimenten bleiben heftig umstritten. (Symbolbild)
Nutzen und Gefahren von Experimenten bleiben heftig umstritten. (Symbolbild)

New York - Forscher arbeiten daran, das Vogelgrippevirus H7N9 noch gefährlicher zu machen, um das Ausbrechen einer Pandemie besser zu verstehen. Konkret geht es um einen genetischen Schutzmechanismus.

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Gegner argumentieren, dass die Schaffung eines Supervirus Terroristen eine neue Waffe zur Verfügung stellen könnte, wie der New Scientist berichtet. Befürchtet wird, dass die bestehenden Sicherheitsmassnahmen in Laboren nicht ausreichen könnten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

H3N2-Virus verändert

Jetzt haben Wissenschaftler der Icahn School of Medicine einen genetischen Schutzmechanismus entwickelt, der mutierte Stämme deaktivieren kann, falls sie aus einem Labor austreten und Menschen infizieren sollten. Die Studienergebnisse wurden in Nature Biotechnology veröffentlicht. Das Team um Benjamin tenOever veränderte einen H3N2-Virus, den Verursacher einer normalen Grippe mit einem einzelnen Strang einer microRNA, einer Sequenz genetischen Materials, die in Kombination mit einer komplementären Sequenz Gene ein- und ausschalten kann.

Die microRNA wurde so ausgewählt, dass beim Zusammentreffen mit einem passenden Strang im Wirtmechanismus die für die Vermehrung des Virus zuständigen Gene heruntergefahren werden. Durch den Einsatz einer microRNA, die in den Lungen von Menschen und Mäusen aber nicht bei Frettchen vorkommt, entwickelten die Forscher ein Virus, das sich während der Experimente bei Frettchen vermehren konnte, aber nicht bei Menschen oder Mäusen.

Angst vor Übertragung auf Menschen

Diese Studienergebnisse wurden kurz nach einem Brief von Ron Fouchier vom Erasmus Medical Center und 23 Kollegen veröffentlicht. Die Wissenschaftler verteidigen ihre Arbeit damit, dass die beste Möglichkeit einer Vorbereitung für den schlimmsten denkbaren Fall sei, selbst einen herbeizuführen. Dieser Brief sollte für eine ähnliche Aufregung sorgen wie ein 2011 publizierter. Fourier leitete damals Experimente mit H5N1. Die Folge war, das die Publikation der Forschungsergebnisse um neun Monate verschoben werden musste. tenOever argumentiert, dass die Forschungen entscheidend für das Erkennen von Mutationen waren, die es der Vogelgrippe ermöglichen würden, sich auch von einem Menschen auf den anderen zu verbreiten.

Marc Lipsitch von der Harvard School of Public Health ist von dieser Argumentation nicht überzeugt. Er erachtet diese Studien als sehr gefährlich. Auch der jetzt entwickelte genetische Schutzmechanismus könnte selbst unberechenbar sein. Die vorgenommenen Veränderungen seien Eingriffe mit nicht vorhersehbaren Folgen, die es noch schwerer machen dürften, die Ergebnisse von Studien auszuwerten und zusätzlich ein falsches Gefühl der Sicherheit mit sich bringen könnten.

(tafi/pte)

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