George W. Bushs peinlichste Momente
publiziert: Sonntag, 2. Nov 2008 / 09:18 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 2. Nov 2008 / 10:53 Uhr

Washington - Nicht immer ist es dem Präsidenten gelungen, den eigenen Wortfluss zu bändigen. Immer wieder purzelten die Worte ungeordnet aus dem Munde von George W. Bush und verschleierten die Gedanken, die sich hinter ihnen verborgen haben mochten.

4 Meldungen im Zusammenhang
Bushs Kampf mit Grammatik und Wortschatz hat das Publikum in den USA acht Jahre lang amüsiert - so sehr, dass sich dafür ein eigener Begriff gebildet hat: Ein «Bushismus» ist eine Bush-typische fehlerhafte Satz- oder Wortkonstruktion.

Zu den Klassikern zählen jene Passagen, in denen Bush versehentlich etwas ganz anderes zu sagen scheint, als er eigentlich meint.

Paradebeispiel ist eine denkwürdige Rede aus dem Jahr 2004, in der Bush warnte: «Unsere Feinde sind erfindungsreich und gut ausgerüstet - so wie wir. Sie denken ständig darüber nach, wie sie unserem Land schaden können - so wie wir.» Dies klang bedrohlicher als es wohl gedacht war.

Bush, das «texanische Mädchen»

In dieselbe Kategorie fällt eine launige Rede in Nashville, in welcher der Präsident ohne Absicht Fragen zu seiner geschlechtlichen Identität aufwarf: «Ich freue mich, dass mein Freund, Senator Bill Frist, heute Abend hier ist. Er hat ein Mädchen aus Texas geheiratet, Karyn. Sie ist auch hier. Ein west-texanisches Mädchen, genau wie ich.»

Besonders oft verstolperte sich der Texaner, wenn er sich in rhetorischem Pathos versuchte: «Die Familie ist da, wo unsere Nation Hoffnung findet, wo den Flügeln Träume wachsen», rief Bush einmal dem Publikum zu. Manch einer rätselte: Wem wächst hier was?

Koexistenz von Mensch und Fisch

Auch eine Äusserung zum Umweltschutz liess aufhorchen: «Ich glaube an die friedliche Koexistenz von Mensch und Fisch.» Andere Feststellungen zur Ökologie sorgten ebenso für Stirnrunzeln: «Es ist nicht die Verschmutzung, welche die Erde ruiniert, sondern es ist die Unreinheit von Luft und Wasser.»

Der Spott der Medien war Bush für solche Äusserungen sicher. «Sie missunterschätzen mich», sagte er dazu einmal in einer seiner unvergleichlichen Wortneuschöpfungen.

Häufig ist es einfach nur das Ungeschick, passende Worte aneinanderzureihen, das Bushs Redestil prägt. Eine Rede des Präsidenten zu Missständen in der ärztlichen Versorgung gipfelte einmal in der Feststellung: «Zu viele Gynäkologen sind nicht in der Lage, ihre Liebe zu Frauen zu praktizieren.» Hier hätte das Volk gerne Näheres erfahren.

Abseits des Teleprompters

Bei einem Empfang im Weissen Haus sorgte Bush für Verwunderung mit der Bemerkung: «Ich bin stolz, die Hand eines tapferen irakischen Bürgers zu schütteln, dem Saddam Hussein die Hand abgehackt hat.» Auf dünnem Eis bewegt sich Bush, wenn er seine Reden nicht vom Teleprompter abliest, sondern in freier Rede nach Sinn und Wörtern sucht.

Heillos im Satzbau verhedderte sich der Präsident, als er 2002 auf seine vorangegangene Rede zur Lage der Nation verwies, in der er die Bürger zu ehrenamtlichem Engagement aufgefordert hatte: «In meiner Lage, meiner Lage der Nation, oder Lage - in meiner Rede an die Nation, egal wie das heisst, die Rede an die Nation, habe ich die Amerikaner gebeten, 4000 Jahre zu geben, 4000 Stunden für den Rest ihres Lebens, als Dienst an Amerika.»

Bei allem Spott, der sich wegen der verbalen Verkrampfungen über Bush ergoss, muss dem Präsidenten eines zugute gehalten werden: Seine Äusserungen sind nicht von Eleganz, bisweilen aber von entwaffnender Offenheit geprägt.

Im Jahr 2003 sinnierte er vor Journalisten: «Ich bin nicht sehr analytisch. Wissen Sie, ich verwende nicht viel Zeit darauf, über mich nachzudenken und darüber, warum ich etwas mache.»

(Peter Wütherich/afp)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
CNN-News Machen Sie noch Weihnachtseinkäufe in diesem Jahr? Hier sind ein paar Vorschläge ... mehr lesen
Geschenkvorschläge für Amerikaner und Amerika.
George W. Bush liess sich in der Wahlkampfzentrale der Republikaner blicken.
Washington - US-Präsident George W. Bush hat am Dienstag überraschend die Parteizentrale der Republikaner in Washington besucht und an den Kampfgeist der Mitarbeiter appelliert. mehr lesen
Washington - Bereits elf Tage vor dem ... mehr lesen
Bush habe für McCain gestimmt. (Archivbild)
Josh Brolin als US-Präsident in «W.»
Washington - Es geschieht nicht eben ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
USA  Washington - Ein Metallteil, das über den Zaun des Weissen Hauses in Washington geworfen wurde, hat vorübergehend einen Alarm in der Residenz des US-Präsidenten ausgelöst. mehr lesen 
Achtens Asien Mit seinem Besuch in Vietnam hat US-Präsident Obama seine seit acht Jahren verfolgte Asienpolitik abgerundet. Die einstigen Todfeinde USA und Vietnam sind, wenn auch noch nicht Freunde, so doch nun Partner. China verfolgt die Entwicklung mit Misstrauen. mehr lesen  
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem ... mehr lesen
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 0°C 2°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregenschauer
Basel 1°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregen
St. Gallen 0°C 1°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee bedeckt, etwas Schnee
Bern 0°C 2°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee Schneeregenschauer
Luzern 1°C 4°C immer wieder Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig immer wieder Schnee Schneeregenschauer
Genf 1°C 3°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee wechselnd bewölkt
Lugano 3°C 9°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten