Gerettet aus New Orleans
publiziert: Donnerstag, 1. Sep 2005 / 15:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Sep 2005 / 11:56 Uhr

Baton Rouge - Kurz nach 14.00 Uhr kommt wieder ein Konvoi mit Bussen und Lastwagen aus New Orleans. Auf den Ladeflächen sitzen zusammengekauert meist ältere, völlig erschöpfte Menschen, viele sind weit über 80.

Flut-Flüchtlinge in einem Vorort von New Orleans. Kinder stehen gelangweiligt herum und wissen nicht was vorgeht. Ihre Eltern verarbeiten im Hintergrund den Schock.
Flut-Flüchtlinge in einem Vorort von New Orleans. Kinder stehen gelangweiligt herum und wissen nicht was vorgeht. Ihre Eltern verarbeiten im Hintergrund den Schock.
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Seit Tagen spielen sich immer wieder erschütternde Szenen ab, wenn Überlebende des Hurrikans «Katrina» aus der Stadt am Golf von Mexiko die Notunterkunft auf dem Campus der Universität von Louisiana im rund 130 Kilometer entfernten Baton Rouge erreichen.

Andere, die schon eher angekommen sind, sitzen auf Stühlen, versuchen sich zu erholen oder ein wenig Schlaf zu finden. Ein Blick in ihre Gesichter lässt ahnen, was sie in den vergangenen Tagen erlebt haben. «Die Flut kam und ich verlor alles», erzählt eine Frau einem der Helfer.

Erschöpfte Helfer - erschöpfte Evakuierte

Die Freiwilligen sind überall - und sie sind genau so erschöpft und ausgebrannt wie die Evakuierten. Nur ihre Namensschilder und ihre Kleidung unterscheiden sie von den Opfern.

«Ich hab' zwei Tage durchgearbeitet», erzählt Medizinstudent Andrew Nakamoto. Zuerst war er in New Orleans, jetzt wartet er in Baton Rouge auf Überlebende der Katastrophe. «Dort ist alles kaputt», sagt er verzweifelt. Wer jetzt dort bleibe, werde durch das verseuchte Wasser krank werden.

Krankenschwester Gerri Hebert arbeitet seit fast zwölf Stunden bis zur völligen körperlichen und nervlichen Erschöpfung. «Das ist das einzige, was man jetzt tun kann», sagt sie auf die Frage, wie lange die Freiwilligen pro Tag im Einsatz sind.

Kleider und Stofftiere

«Es wird immer schlimmer», erklärt die Studentin Josie Delaune mit Tränen in den Augen. «Die Leute sind so verzweifelt». Vor ihr liegen Stapel mit Kleiderspenden, daneben steht eine Kiste mit Stofftieren.

Die sind dieser Tage manchmal genau so wichtig wie ein Glas Wasser, weiss Josie. Ein anderer Helfer kommt vorbei: «Wenn Du nichts zu tun hast, geh' rüber zu den Leuten und erzähl' ihnen was. Das hebt ihre Stimmung», ruft er ihr zu.

(Klaus Marre/dpa)

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