Steuervergehen
Gericht lässt Anklage gegen Königs-Schwester offen
publiziert: Freitag, 7. Nov 2014 / 15:36 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Nov 2014 / 16:37 Uhr
Cristina muss sich nicht wegen Geldwäscherei verantworten. (Archivbild)
Cristina muss sich nicht wegen Geldwäscherei verantworten. (Archivbild)

Palma De Mallorca - Die Schwester von Spaniens König Felipe VI. kann ein wenig aufatmen, muss aber weiter eine Anklage befürchten. Ein Gericht in Palma de Mallorca liess am Freitag offen, ob der Infantin Cristina wegen Verwicklung in einen Finanzskandal der Prozess gemacht wird.

7 Meldungen im Zusammenhang
Die Richter auf der spanischen Ferieninsel entschieden, den Vorwurf der Geldwäsche fallen zu lassen, den der Ermittlungsrichter José Castro gegen die 49-Jährige erhoben hatte. Sie bestätigten aber den Verdacht der Steuerhinterziehung.

Der Ermittlungsrichter muss nun entscheiden, ob dieser Vorwurf ausreicht, die Infantin auf die Anklagebank zu setzen. Cristina, die auf dem sechsten Rang in der Thronfolge steht, wäre in der Geschichte der spanischen Monarchie die erste nahe Verwandte des Königs, die sich wegen Steuerdelikten als Angeklagte vor einem ordentlichen Gericht verantworten müsste.

"Die Infantin wird sich nicht besonders darüber freuen, dass die Richter ihren Einsprüchen nur zu einem Teil stattgegeben haben", sagte der Verteidiger Miquel Roca. Cristina erfuhr von der Entscheidung des Gerichts in Genf, wo sie mit ihrer Familie lebt. Ihr wird zur Last gelegt, in den Skandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarin verwickelt gewesen zu sein.

Schwerer Image-Schaden

Die Affäre hatte dem Ansehen des Königshauses schweren Schaden zugefügt. Der frühere Handballstar steht im Verdacht, als Präsident der gemeinnützigen Stiftung Nóos zusammen mit Komplizen sechs Millionen Euro Steuergelder veruntreut zu haben.

Das Gericht in Palma bestätigte die lange Liste der Vorwürfe, die der Ermittlungsrichter Cristinas Mann zur Last gelegt hatte. Dazu gehören Betrug, Veruntreuung, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung. Die Richter fügten noch den Vorwurf der Geldwäsche hinzu. Damit gilt es als sicher, dass gegen Urdangarin Anklage erhoben wird. Dem Schwager des Königs droht eine langjährige Haftstrafe.

Gelder aus Stiftung abgezweigt

Cristina war zusammen mit ihrem Mann zu je 50 Prozent an einer Firma beteiligt, die nach Ansicht des Ermittlungsrichters dazu diente, Gelder aus der Stiftung abzuzweigen und an der Steuer vorbeizuschleusen. Die Infantin hatte bei ihrer Vernehmung ausgesagt, von den Geschäften ihres Mannes nichts gewusst zu haben.

Ihre Hoffnung, dass ihr die Peinlichkeit einer Anklageerhebung erspart bleibt, stützt sich auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2007. Die Richter entschieden damals in einem Verfahren, in dem es um Kreditgeschäfte der Grossbank Santander ging, dass in bestimmten Fällen auf eine Anklageerhebung verzichtet werden kann, wenn weder die Staatsanwaltschaft noch die Geschädigten dies verlangen.

Genau dies trifft auf die Infantin zu: Der Sonderstaatsanwalt für Korruptionsvergehen und das Finanzamt - als der angeblich Geschädigte - hatten sich dafür ausgesprochen, die Vorwürfe gegen Cristina ganz fallen zu lassen. Nur die Gewerkschaft Manos Limpias (Saubere Hände) will als Nebenkläger die Schwester des Königs vor Gericht stellen.

Castro muss entscheiden, ob dies zu einer Anklage ausreicht. Der Prozess gegen die Beschuldigten im Finanzskandal um Urdangarin wird nach Medienberichten voraussichtlich Ende 2015 oder Anfang 2016 beginnen.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Barcelona - Die in eine Finanzaffäre verwickelte Infantin Cristina will eine prachtvolle ... mehr lesen
Cristina muss sich wegen des Verdachts eines Steuervergehens verantworten.
Palma De Mallorca - Die Schwester des spanischen Königs Felipe VI. muss wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs auf die Anklagebank. Ein Einspruch der Anwälte der Infantin Cristina gegen die Anklageerhebung wurde am Freitag von Ermittlungsrichter José Castro in Palma de Mallorca abgelehnt. mehr lesen 
Madrid - Die spanische Infantin Cristina wird wegen mutmasslichen Steuerbetrugs vor Gericht gestellt. Es ist das erste Mal, dass sich ein Mitglied der spanischen Königsfamilie vor Gericht verantworten muss. mehr lesen 
Cristina, Schwester des Spanischen Königs.
Madrid - Die Schwester des spanischen Königs Felipe VI., Cristina, hat die gegen sie erhobene richterliche Beschuldigung wegen Korruption angefochten. Die Anwälte der 49-Jährigen ... mehr lesen
Madrid - Ein spanischer Ermittlungsrichter hat den Weg für einen Korruptionsprozess gegen Infantin Cristina freigemacht. Richter José Castro entschied, dass die Schwester von König Felipe VI. und ihr Ehemann Iñaki Urdangarin sich wegen Betrugs- und Geldwäschevorwürfen vor Gericht verantworten müssen. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Palma de Mallorca - Als erstes Mitglied der spanischen Monarchie ist die Königstochter Cristina als Beschuldigte in einer Korruptionsaffäre vernommen worden. Die 48-Jährige soll in den Finanzskandal um ihren 46-jährigen Ehemann, Ex-Handballstar Iñaki Urdangarin, verwickelt sein. mehr lesen 
Madrid/Palma De Mallorca - Der spanischen Monarchie steht neuer Ärger ins Haus: Gegen Königstochter Cristina wird in einem Korruptionsskandal nach einem ersten gescheiterten Versuch im April 2013 nun doch ermittelt. Die Infantin werde der Geldwäscherei und der Steuerhinterziehung verdächtigt, hiess es. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen  
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 6°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 6°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 3°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 6°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 5°C 12°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 5°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten