Justiz
Gericht spricht drei ehemalige Thuner Fussballer frei
publiziert: Freitag, 22. Jan 2016 / 16:46 Uhr / aktualisiert: Freitag, 22. Jan 2016 / 17:06 Uhr
Spieler des FC Thuns im Jahr 2005.
Spieler des FC Thuns im Jahr 2005.

Thun - Das Regionalgericht Berner Oberland hat am Donnerstag drei ehemalige Spieler des FC Thun vom Vorwurf der Nötigung und der Vergewaltigung freigesprochen. Die drei Männer spielen längst nicht mehr bei Thun. Der Vorfall geht auf das Jahr 2006 zurück.

2 Meldungen im Zusammenhang
Eine Frau übernachtete damals bei einem Spieler des FC Thun, dem sie emotional sehr zugetan war. In der Wohnung waren auch zwei Spielerkollegen des Mannes vom FC Thun. Im Laufe des Abends kam es zu sexuellen Handlungen zwischen den drei Männern und der Frau.

Mehr als drei Jahre nach der Tat erstattete die Frau Anzeige. Sie sei auf ein Sofa gedrückt und geschlagen worden, brachte sie vor. Die Männer hingegen berichteten von einem einvernehmlichen Sexerlebnis.

«Im Zweifel für den Angeklagten»

Gerichtspräsident Jürg Santschi sprach die drei Männer nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» frei. Letztlich sei nicht klar, ob sich die Frau wirklich erkennbar gegen die sexuellen Handlungen gewehrt habe.

Eine erkennbare Weigerung wäre aber nötig, um die Angeklagten schuldig zu sprechen. Vielmehr sei die Frau wohl hin- und hergerissen gewesen, ob sie auf das Drängen ihres Freundes für ein Sexerlebnis zu viert eingehen sollte.

Die Schwester der Frau habe vor Gericht geschildert, dass die Privatklägerin unter Druck eher dazu neige, nachzugeben, statt die Konfrontation zu suchen.

Verfahren wieder aufgenommen

Die Frau versuchte die Tat zu verdrängen, was ihr aber offenbar nicht gelang. Erst drei Jahre später erstattete sie Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte im Februar 2013 das Verfahren wegen mangelnder Beweise ein. Das bernische Obergericht bestätigte den Entscheid, nicht so aber das Bundesgericht.

Es war der Ansicht, das Verfahren hätte nur bei klaren Hinweisen auf Straflosigkeit eingestellt werden dürfen. Hielten sich die Wahrscheinlichkeit eines Freispruchs oder einer Verurteilung die Waage, müsse die Untersuchung fortgeführt werden.

Unterdessen wurde der Fall - zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit - vor dem Regionalgericht in Thun verhandelt. Am Freitag wurden Medienvertreter zur Urteilseröffnung zugelassen.

Nicht die einzige Sexaffäre

Der Berner Oberländer Verein erlebte 2005 eine einmalige Saison. Der «Fussballzwerg» mit Minibudget überraschte die Fussballwelt und spielte sich keck bis in die UEFA Champions League.

Doch auf den kometenhaften Aufstieg folgte ein jäher Fall. 2007 erschütterte ein Sexskansdal den Fussballverein. Es ging um sexuelle Handlungen mit einem minderjährigen Mädchen aus der Fanszene. Das Mädchen war mit den sexuellen Handlungen einverstanden.

Gegen 13 Personen wurde Anklage erhoben, darunter auch mehrere ehemalige Spieler der ersten Mannschaft. Wo es vor Gericht zu Verurteilungen kam, wurden meist bedingte Geldstrafen und Bussen verhängt.

(jz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zwei Partien stehen am Wochenende ... mehr lesen
«Im neuen Letzigrund sind wir noch ungeschlagen», sagte GC-Trainer Hanspeter Latour.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schönheit schützt vor Strafe nicht  Istanbul - Ein türkisches Gericht hat eine ehemalige Schönheitskönigin wegen Verunglimpfung von Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem Jahr und zweieinhalb Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. mehr lesen  
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen den Schweizer Sprayer ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Basel 4°C 7°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken wechselnd bewölkt
St. Gallen 1°C 4°C Schneeschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Bern 3°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Luzern 4°C 5°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, etwas Schnee bewölkt, etwas Schnee
Genf 3°C 7°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Lugano 4°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=45&lang=de