Rückblick auf 1200 Jahre
Geschichte aus dem Grund des Lac de Joux
publiziert: Donnerstag, 28. Jan 2016 / 09:32 Uhr
Ablagerungen in Seen sind wertvolle Geschichtsarchive.
Ablagerungen in Seen sind wertvolle Geschichtsarchive.

Dübendorf ZH - Forschende der Eawag haben anhand von Sedimentbohrkernen aus dem Lac de Joux die bewegte Geschichte des Vallée de Joux nachgezeichnet. Dieses Sedimentarchiv reicht 1200 Jahre in die Vergangenheit.

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Heute ist das Vallée de Joux im Waadtländer Jura vor allem für seine Uhrenindustrie bekannt. Im Verlauf der Jahrhunderte prägten jedoch zunächst Landwirtschaft, dann Holzkohleproduktion, Eisenabbau sowie Glas- und Edelsteinindustrie das Tal.

Forschende um Nathalie Dubois von der Wasserforschungsanstalt Eawag haben nun nachgezeichnet, welche Spuren die menschliche Besiedlung und wirtschaftliche Entwicklung der Region in den Sedimentschichten des Lac de Joux hinterlassen haben. Von den Ergebnissen berichtete die Eawag am Donnerstag in einer Mitteilung.

Auch wenn die Geschichte der Region durch historische Quellen gut dokumentiert ist, sind Ablagerungen in Seen wertvolle Geschichtsarchive. Die Sedimentbohrkerne, die Dubois und ihre Kollegen untersucht haben, umfassen Ablagerungen der letzten 1200 Jahre.

Erste Siedler hinterliessen noch keine Spuren

«Bis zum 13. Jahrhundert waren Umwelteinflüsse dominant», liess sich Dubois in der Mitteilung zitieren. «Die ersten vereinzelten Siedler hinterliessen noch keine Spuren im Sediment.» Erst in jüngeren Schichten aus dem Zeitraum von 1300 bis 1450 fanden sich erste Spuren menschlicher Aktivitäten.

Zu dieser Zeit liessen sich vermehrt Siedler in dem Tal nieder und rodeten den Wald. Die Abholzung und zunehmende Niederschläge - Vorboten der sogenannten «kleinen Eiszeit» - führten zu Bodenerosion. Mit der ausgewaschenen Erde gelangten Nährstoffe in den See, die das Algenwachstum begünstigten. Davon zeugen Rückstände in den Sedimentschichten, schrieb die Eawag.

Zeugen von Dammbruch und Dammbau

Auch einen Dammbruch gegen Ende des 18. Jahrhunderts sowie das sich langsam erwärmende Klima konnten die Forschenden an der Zusammensetzung der Schichten ablesen. Vom erneuten Dammbau zur Stromproduktion im Jahr 1942 zeugen unter anderem Spuren von Bauabfällen, die im See entsorgt wurden.

Die durch den Damm veränderte Strömung und in den See gespülter Phosphor aus Waschmitteln führten zu einer zunehmenden Überdüngung des Sees, was sich ebenfalls in den Schichten niederschlug.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts tauchten zusätzlich Schwermetalle wie Blei, Zink, Eisen und Kupfer in den Ablagerungen auf. Als Quelle käme die lokale Uhrenindustrie in Frage, vermuten die Forschenden.

Anhand solcher Sedimentanalysen lasse sich rekonstruieren, wie sich menschliches Tun auf eine Region auswirke. «Daraus lassen sich zudem Rückschlüsse ziehen, wie heutige Aktivitäten die Umwelt oder das Klima beeinflussen oder wie widerstandsfähig Ökosysteme gegenüber Störungen sind», sagte Dubois.

(arc/sda)

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