Universitätsklinikum Tübingen
Gesünderer Lebensstil kein Schutz vor Diabetes
publiziert: Donnerstag, 8. Okt 2015 / 17:44 Uhr
Eine insulinresistente Fettleber und eine verminderte Insulinproduktion bestimmen, ob Menschen ein erhöhtes Diabetes-Risiko aufweisen.
Eine insulinresistente Fettleber und eine verminderte Insulinproduktion bestimmen, ob Menschen ein erhöhtes Diabetes-Risiko aufweisen.

Eine insulinresistente Fettleber und eine verminderte Insulinproduktion bestimmen, ob Menschen ein erhöhtes Diabetes-Risiko aufweisen. Das heisst auch, dass selbst ein veränderter Lebensstil nicht immer mit einem ausreichenden Absenken des Blutzuckerspiegels einhergeht.

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Zu diesem Fazit kommen das Universitätsklinikum Tübingen und das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen.

Diabetes-Epidemie droht

In den USA sind mittlerweile 14 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an Diabetes erkrankt, rund 38 Prozent haben eine Prädiabetes, eine Vorstufe der Erkrankung. Diese Zahlen weisen darauf hin, dass in naher Zukunft möglicherweise die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung der USA mit Diabetes konfrontiert sein wird. Forscher sprechen von einer Diabetes-Epidemie.

Eine neuer Lebensstil mit vermehrtem Sport und gesünderer Ernährung gilt als die wichtigste Massnahme bei der Vorbeugung von Typ-2-Diabetes, der mit einem Anteil von mehr als 90 Prozent die häufigste Form dieser Erkrankung darstellt. Und dennoch: Experten beobachten schon lange, dass nicht jeder mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes gleichermassen von einer Lebensstiländerung bezüglich der Verbesserung seines Risikoprofils profitiert.

Hohes Risiko trotz Abspecken

In ihrer Studie haben die Forscher die Daten von 120 Personen mit einem Prädiabetes - erhöhte Blutzuckerwerte vor und/oder nach den Mahlzeiten - ausgewertet. Selbst nach einer neunmonatigen Lebensstilintervention war bei 40 Prozent der Teilnehmer keine Verbesserung der erhöhten Blutzuckerwerte festzustellen. Menschen mit einem solchen Diabetes-Risiko weisen oft eine nichtalkoholischen Fettleber und/oder einen Insulinproduktionsdefekt auf.

"Diese Menschen hatten eine fast identische Gewichtsabnahme im Vergleich zu jenen Personen, bei denen die Konstellation nicht vorlag. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dadurch normale Blutzuckerwerte erreichten, war aber um das 4,5-fache geringer", so Experte Norbert Stefan. Die Normalisierung erhöhter Blutzuckerwerte im Rahmen einer Lebensstilintervention war bisher als ein wichtiger Eckpfeiler in der erfolgreichen Diabetes-Prävention bekannt.

(cam/pte)

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