Gesundheitsdebatte: Couchepin «schockiert»
publiziert: Mittwoch, 10. Jun 2009 / 09:45 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 10. Jun 2009 / 14:37 Uhr

Bern - Gesundheitsminister Pascal Couchepin hat im Nationalrat einen Prämienstopp als inakzeptabel zurückgewiesen. Das von Grünen und SVP geforderte Einfrieren der Prämien würde zum Ruin der Krankenkassen führen.

Die Flickschusterei im Gesundheitswesen solle aufhören, darin sind sich alle Fraktionen einig.
Die Flickschusterei im Gesundheitswesen solle aufhören, darin sind sich alle Fraktionen einig.
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Er könne mit einigen «extremen» Rezepten leben, die er in der dringlichen Debatte gehört habe. Der Vorschlag, die Prämien auf dem Vorjahresniveau einzufrieren, «schockiert mich», sagte Couchepin zu entsprechenden Forderungen von SVP und Grünen.

Zusammenbruch des Systems

Es sei undenkbar, «dass jemand mit vollem Einkaufskorb an die Kasse von Migros, Coop oder Denner geht» und nur den Preis des letzten Einkaufs zahlen wolle, auch wenn er mehr Produkte in den Einkaufskorb gefüllt habe als ascal zuvor. Das Einfrieren der Prämien hätte unweigerlich den Zusammenbruch des Systems zur Folge.

Die Grünen forderten den Marschhalt für Prämienerhöhungen im Sinne einer «konstruktiven Denkpause», wie Katharina Prelicz-Huber (ZH) erklärte. Familien bezahlten bereits heute Krankenkassenprämien, die nicht länger zumutbar seien. Für 2010 werden Erhöhungen bis zu 20 Prozent erwartet.

SVP will kombinieren

Die SVP ihrerseits wollte den Prämienstopp mit einer Aufhebung des Vertragszwangs kombinieren. «Wenn man nicht den Mut hat, solche Massnahmen vorzuschlagen, liegt man einfach falsch», sagte Toni Bortoluzzi (ZH). Der SVP-Gesundheitspolitiker hielt Couchepin aber zugute, in der Vergangenheit «nicht nichts» gemacht zu haben.

Der Nationalrat hatte die dringliche Debatte über Rezepte gegen die steigenden Gesundheitskosten heute Morgen begonnen. Einig darüber waren sich die Fraktionen bereits im Vorfeld, dass eine Pflästerlipolitik nicht mehr genüge. Entscheide fallen während der Debatte keine.

Behandlungsgebühr

Der Bundesrat hat Ende Mai dem Parlament dringliche Massnahmen für die nächsten drei Jahre zugeleitet. Eckpunkte dieser Notmassnahmen sind die umstrittene Behandlungsgebühr von 30 Franken, medizinische Beratung per Telefon sowie die Erhöhung der Prämienverbilligung um 200 Millionen.

Für die nächsten Wochen hat Gesundheitsminister Pascal Couchepin zudem Massnahmen zur Senkung der Medikamentenpreise angekündigt.

(fest/sda)

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Grösster Risikofaktor geht weg!
Jetzt ist zumindest das grösste Risiko im zerstörten Gesundheitssystem am abtreten, nur wird der Schaden, den Couchepin verursacht hat, mehr als 10 Jahre zur Reparatur brauchen.
Diagnose
und dann die Therapie für unsere Politiker und für alle die, die zur Zeit mit viel Eifer und wenig gutem Willen an unserem Gesundheitswesen "arbeiten".! Die haben sie nötig, und dann erst ans Gesundheitswesen, damit es gesundet!
Nochmals
Ja sind sie. In grossem Masse auch die Pharmaindustrie.
Kaktus, es tut mir leid, die Antwort auf deine Frage wegen der Korruption lautet:
JA, sind sie!
Manager bei KK stoppen
Schaut doch endlich in die Chefetagen der Krankenkassen und auf die Boni für Broker und Agenten von Krankenkassen – dort werden meiner Meinung jedes Jahr Millionen von Franken Prämiengelder verschleudert. Will oder darf dort nicht hingesehen werden? Weshalb werden diesbezüglich keine Untersuchungen angestellt? Sind die Schweizer Politiker bis hinauf zum Bundesrat schon so koruppt, dass ein Teilbereichen des Gesundheitssystems – dazu gehören auch die Krankenkassen – geschützt wird?
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