Getty-Museum will nur die Hälfte zurückgeben
publiziert: Freitag, 24. Nov 2006 / 00:28 Uhr

Los Angeles - Mit Enttäuschung und Empörung hat Italien auf die Rückgabe-Ankündigung des Getty-Museums in Los Angeles reagiert.

Die Ex-Kuratioron Marion True vor einer der umstrittenen Statuen. (Archivbild)
Die Ex-Kuratioron Marion True vor einer der umstrittenen Statuen. (Archivbild)
Das kalifornische Museum will lediglich etwa die Hälfte der illegal erworbenen Kunstschätze an die Regierung in Rom zurückzugeben. Das römische Kulturministerium meinte in dem seit Jahren dauernden Streit, man könne nur mit «Überraschung und Enttäuschung» auf das Angebot reagieren. Die römische Zeitung «La Repubblica» sprach von einer «Ohrfeige».

Italien ist besonders empört darüber, dass die beiden wichtigsten antiken Werke nicht auf der Rückgabeliste stehen. Es handle sich dabei um die weltberühmte Statue der Aphrodite aus einem griechischen Tempel in Morgantina auf Sizilien und die Bronzestatue eines jungen griechischen Athleten.

Prozess gegen Kuratorin

Das Getty-Museum will 26 von den umstrittenen 52 antiken Kunstschätzen zurückgeben. Der Streit um die übrigen Stücke konnte nicht geklärt werden, heisst es in US-Medienberichten.

In Rom läuft seit rund einem Jahr ein Prozess gegen die ehemalige Kuratorin des Getty-Museums, Marion True. True hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft über Jahrzehnte hinweg römische, etruskische und griechische Stücke erworben, obwohl sie gewusst habe, dass diese aus illegalen Grabungen stammten.

(ht/sda)

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