Gewaltsame Proteste gegen USA in Afghanistan
publiziert: Montag, 17. Sep 2012 / 08:02 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Sep 2012 / 09:33 Uhr
Scheich Hassan Nasrallah hat zu Protesten aufgerufen.
Scheich Hassan Nasrallah hat zu Protesten aufgerufen.

Karachi - In Afghanistan ist es nach mehreren friedlichen Protesten gegen ein einen islamfeindlichen Film aus den USA erstmals zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als 300 Demonstranten hätten sich am Montag in der Hauptstadt Kabul versammelt und antiamerikanische Parolen gerufen, teilte die Polizei mit.

12 Meldungen im Zusammenhang
Die Lage sei eskaliert, als junge Männer Müllcontainer und Geschäfte in Brand gesetzt hätten. Den Angaben zufolge ging auch ein Polizeiauto in Flammen auf. Etwa 50 Sicherheitskräfte seien durch Steinwürfe leicht verletzt worden. Zudem sei aus der Menge in Richtung der Polizei geschossen worden.

Auch nahe einem US-Militärstützpunkt protestierten mehrere hundert Menschen gegen das Video. Ein Polizeibeamter erklärte, bis zu 800 Menschen hätten am Morgen auf einer Strasse in Dschalalabad demonstriert und Steine geworfen. Sie hätten Schiffscontainer und Reifen angezündet und «Tod für Amerika» skandiert.

Die Beamten hätten in die Luft geschossen, um die Menge zu vertreiben. Polizeichef Daud Amin sagte, mindestens ein Polizeifahrzeug sei ausgebrannt.

Proteste in Pakistan

Auch in Pakistan hat es bei landesweiten Protesten gegen den Islam-feindlichen Film mehrere Verletzte gegeben. In der Hafenstadt Karachi schoss die Polizei am Sonntag vor dem US-Konsulat in die Luft und ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen etwa tausend Demonstranten vor.

Nach amtlichen Angaben wurden mindestens acht Menschen verletzt, ausserdem gab es 20 Festnahmen. Einige Demonstranten überwanden die Polizeiabsperrung und warfen Steine in Richtung des stark gesicherten Konsulatsgebäudes. «Nieder mit Amerika!», «Für die Ehre des Propheten werden wir unser Leben geben» und «Knüpft den Regisseur auf!», rief die aufgebrachte Menge.

Etwa 1500 Menschen folgten einem Aufruf der islamistischen Partei Jamiat Ulema-i-Islam (JUI) zu einer weiteren Protestdemonstration in Karachi.

In der östlichen Stadt Metropole Lahore gab es nach Angaben der örtlichen Polizei eine friedliche Demonstration mit 6000 Teilnehmern. Kundgebungen wurden auch aus Quetta, Multan und Muzaffarabad gemeldet.

Der Film «Unschuld der Muslime», in dem der Prophet Mohammed geschmäht wird, wurde von koptischen und evangelikalen Christen in den USA produziert.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
2
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Die USA haben das Kopfgeld scharf verurteilt, das ein pakistanischer Minister auf den Macher des islamfeindlichen Films ... mehr lesen 1
Ministerpräsident Raja Pervez Ashraf distanzierte sich am Sonntag nach Worten eines Sprechers «vollständig» von dem Mordaufruf.
Washington - Die USA wollen sich mit Werbespots im pakistanischen Fernsehen von dem islamfeindlichen Film ... mehr lesen
Bengasi: Besonnene Stimmen gegen Moblems (Moblems = Moslems, die einen Mob bilden)
Valentin Abgottspon Es gibt «die Moslems» ebenso wenig, wie es «die Christen» oder «die Ausländer» gibt. Nur eine kleine, radikale, gewaltbereite Minderheit (die Moblems; also Moslems, die ... mehr lesen 4
Kabul/Washington - Wieder kommt es wegen des islamfeindlichen Schmähvideos zu Gewalt. Bei einem Vergeltungsanschlag für den ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Berlin - Die deutsche Regierung will gegen den anti-islamischen Film «Die Unschuld ... mehr lesen 1
Bundeskanzlerin Angela Merkel kann sich vorstellen, dass es gute Gründe für ein Verbot gibt.
Sydney - Der Angriff auf das US-Konsulat in Libyen am vergangenen Dienstag war ein Racheakt für die Tötung der ... mehr lesen
Sydney - Die Welle der Gewalt radikaler Muslime wegen eines islamfeindlichen Internetvideos hat weltweit Besorgnis ausgelöst. Der ... mehr lesen
Der UNO-Sicherheitsrat ist beunruhigt über die Lage. (Archivbild)
Teheran - Die wütenden Proteste ... mehr lesen
Washington - Die USA erwarten kein rasches Ende der Protestwelle gegen ihre Einrichtungen in der islamischen Welt, die ein von ... mehr lesen 4
Betroffene
Ganz genau, zombie69. Ich möchte wissen, wie viele dieser Betroffenen den Film gesehen haben. Fakt ist: Die Nummer zwei bei der Kaida, die von den Amis getötet wurde mit einer Drohne, war Libyer. Und wo haben die Ausschreitungen und der Sturm der US-Botschaft begonnen? Genau: In Libyen! Noch Fragen?
Diese...
Gewaltausbrüche sind lediglich begründet mit dem Hass und Neid auf die gesellschaftlich und wirtschaftlich erfolgreichen nichtmuslimischen Länder. Hinzu kommt bei diesen Unruhen die Bildungsferne grosser Bevölkerungsteile in muslimischen Ländern.
Hier spielt der Mohammed-Film nur eine untergeordnete Rolle bei diesen Protesten Gewaltexzessen.
Polizeifahndung  Madrid - Der tumorkranke britische Knabe, der von seinen Eltern aus einer Klinik verschleppt worden war, ist in Spanien wiedergefunden worden. Die Eltern des fünfjährigen Kindes seien festgenommen worden, teilte die spanische Polizei am Samstagabend mit.  
Venezuela  Caracas - Die regierende Sozialistische Partei Venezuelas (Psuv) hat ein Gebet an den gestorbenen ...  
Verehrt wie ein Heiliger: Hugo Chavez.
Synagoge, Moschee, Kirche: Wo man möchte, dass es Gott gibt und darum an ihn glaubt.
Claude Fankhauser Religionen sind nicht die Krankheit, sondern das Symptom. Sie sind weitgehend unangreifbar und immun gegenüber Kritik. Ganz anders sieht es mit dem Glauben ans Irrationale aus. Aber hier ... mehr lesen  
IS-Terrorist: Nein, der hat nix mit Religion zu tun!
Distanzieren, was das Zeug hält Als in der letzten Woche neun Möchtegern-Dschihadisten in Österreich an der Ausreise gehindert worden waren und so nicht zu den IS-Barbaren ... 1
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 10°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 8°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 10°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 10°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 12°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 14°C 24°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten