Gewerkschaften demonstrieren in Bern
publiziert: Samstag, 22. Sep 2012 / 18:49 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 23. Sep 2012 / 00:36 Uhr
5000 Unia-Sympathisanten fordern auf dem Bundesplatz Bekenntnis zur Industrie.
5000 Unia-Sympathisanten fordern auf dem Bundesplatz Bekenntnis zur Industrie.

Bern - Rund 5000 Personen sind am Samstag dem Ruf der Gewerkschaften Unia, syndicom, PVB und SEV gefolgt und haben auf dem Berner Bundesplatz für ein Bekenntnis der Schweiz zur Industrie gefordert. Das Land brauche endlich eine Industriepolitik.

Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas
4 Meldungen im Zusammenhang
Diese müsse sich an einem ökosozialen Umbau orientieren, forderte SP-Nationalrat und Unia-Gewerkschafter Corrado Pardini auf dem Bundesplatz. Knapper werdende Rohstoffe, die Energiewende, aber auch neue Technologien würden neue Chancen eröffnen. Doch die Schweiz hinke in den neuen Cleantech-Märkten anderen Ländern hinterher.

Die von der Gewerkschaft skizzierte Industriepolitik umfasst unter anderem eine Abschwächung des Frankens, einen paritätischen Fonds für eine produktive Schweiz oder Investitionen in die berufliche Aus- und Weiterbildung.

Friedenspflicht nicht zum Nulltarif

Bundesrat Johann Schneider-Ammann wehre sich gegen eine Industriepolitik und mache sich so zum Helfershelfer der Finanzlobby, kritisierte Pardini.

Die Industrie trage rund 100 Milliarden Franken zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, also etwa dreimal mehr als der Bankensektor. Banken würden keine realen Werte erschaffen, ganz im Gegensatz zur Industrie, betonte Pardini.

Ohne Industriepolitik in der Schweiz seien tausende Stellen in Gefahr. Es sei ein starkes Zeichen, dass sich so viele Menschen an der Kundgebung beteiligten.

«Das müssen sich die Arbeitgeber mit einem dicken Stift hinter die Ohren schreiben», sagte Pardini. Denn die Friedenspflicht müsse die Arbeitgeber etwas kosten. «Ab heute ist sie nicht mehr zum Nulltarif zu haben».

Neue Verhandlungen für Gesamtarbeitsvertrag

Der Stellenabbau bei Industriebetrieben in den vergangenen Wochen bildete einen weiteren aktuellen Aufhänger der Kundgebung in Bern. So gab beispielsweise der Drehautomatenhersteller Tornos Anfang September den Abbau von bis zu 225 Stellen bekannt. Siemens will in der Schweiz rund 220 Stellen abbauen, wie am Donnerstag bekannt wurde.

Weiter forderten die Kundgebungsteilnehmer auch Mindestlöhne und die Abschaffung des sogenannten «Krisenartikels», der manchen Arbeitgebern als Vorwand diene, um Arbeitszeiten zu erhöhen und Löhne zu senken.

Hintergrund der Kundgebung ist die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrages in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, der Ende Juni 2013 ausläuft.

Schweizer Wirtschaftsschiff aufgelaufen

Zur Demonstration hatten die Unia, die Gewerkschaft Medien und Kommunikation syndicom, der Personalverband des Bundes PVB und die Gewerkschaft des Personals des öffentlichen Verkehrs SEV aufgerufen.

Der Kundgebungszug begann sich am frühen Nachmittag auf der Berner Schützenmatte zu formieren. Bei strömendem Regen hatten sich zunächst rund 2000 Menschen versammelt. Mit nachlassendem Regen schwoll der Kundgebungszug auf etwa 5000 Menschen an.

Mit mehrheitlich roten Unia-Fahnen, -Hüten, Trillerpfeifen und Transparenten ausgerüstet, zogen die Kundgebungsteilnehmer friedlich durch die Innenstadt und sorgten für ein rotes Fahnenmeer auf dem Bundesplatz.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Nach einer harten Restrukturierung wendet sich der Drehmaschinenhersteller Tornos nun Asien zu. Mit einem Partner in ... mehr lesen
Tornos will letztlich 26 Prozent des Umsatzes in Asien erwirtschaften. (Archivbild)
Der Bundesrat will gemäss Doris Leuthard neue Anreize zum Energiesparen schaffen.
Bern - Durch die Energiestrategie 2050 dürften die Haushalte 20 bis 30 Prozent mehr für Energie bezahlen. Das schätzt der Bundesrat. ... mehr lesen
Moutier BE - Der Drehmaschinenhersteller Tornos muss in Moutier BE und La Chaux-de-Fonds NE nach eigenen Angaben 147 Kündigungen aussprechen. Das teilte das Unternehmen am Montag nach Abschluss der Konsultationsphase mit. mehr lesen 
Moutier BE - Mehrere Hunderte Personen haben sich am frühen Montagabend in Moutier im Berner Jura versammelt. Sie ... mehr lesen
Der Drehmaschinenhersteller Tornos will 225 Stellen abbauen.
Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas
Die Anzeichen des Klimawandels sind bereits spürbar.
Die Anzeichen des Klimawandels sind bereits spürbar.
Aktionsplan des Bundesrats  Bern - Die Schweiz bereitet sich auf die Klimaerwärmung vor. Der Bundesrat hat am Mittwoch einen Aktionsplan verabschiedet, der unter anderem Massnahmen in der Landwirtschaft und im Tourismus beinhaltet. 
Land- und Forstwirtschaft heizen Klimawandel an Klagenfurt - Die von vielen Bauern immer intensiver betriebene Land- und Forstwirtschaft hinterlässt ...
Die Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft hat direkte klimatische Folgen.
In der Verfassung verankern  Bern - Die FDP ortet bei der Energiestrategie des Bundesrats falsche Ansätze und bringt neue Vorschläge aufs politische Parkett. Anstatt neuer Steuern und Subventionen soll bis spätestens im Jahr 2020 eine «echte» CO2-Lenkungsabgabe in der Verfassung verankert werden.  
BAFU legt neues Reduktionsziel für CO2-intensive Betriebe fest Bern - Treibhausgasintensive Unternehmen und Anlagen sollen bis 2020 nur noch 4,9 ...
Die CO2-intensiven Unternehmen dürfen 2020 noch 4,9 Millionen Tonnen CO2 ausstossen.
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3342
    Nicht so sicher Ich bin mir nicht so sicher, ob Frau Stämpfli Sie gerne als Fan hätte : ... heute 12:35
  • keinschaf aus Henau 2217
    künftiger Fan Schreiben Sie auf keinen Fall weitere Artikel in genau dieser Form und ... heute 09:44
  • keinschaf aus Henau 2217
    Eigentlich... ..ist der ganze Hype um diesen Beitrag völlig deplatziert. Es ... gestern 16:13
  • keinschaf aus Henau 2217
    Solange... ...das SRF von Zwangsgebühren leben kann, wird sich in diesem Laden nie ... gestern 15:09
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2090
    Titelbild Was die Asylgesuchsteller in der CH betrifft, kommt dieses Bild der ... gestern 10:31
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2090
    Konkret! "Am meisten Gesuche stellten Personen aus Syrien (1188). Auf Rang zwei ... gestern 10:26
  • jorian aus Gretzenbach 1445
    Registrierter Spinner Ja ich weiss, dass ich registriert bin. Die wissen schon wer ich bin. ... Do, 17.04.14 08:45
  • keinschaf aus Henau 2217
    Appeasement Appeasement, Appeasement.... Zitat BP: "Aber die Schwyzerinnen und ... Do, 17.04.14 07:03
INLAND: OFT GELESEN
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich -1°C 6°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -1°C 5°C bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen -0°C 8°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 10°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 3°C 12°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 5°C 13°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten