Gewerkschaften fordern höhere Renten
publiziert: Montag, 8. Mrz 2010 / 12:51 Uhr / aktualisiert: Montag, 8. Mrz 2010 / 14:34 Uhr
Kontrahenten: Bundesrat Didier Burkhalter und Nationalrat Paul Rechsteiner (SP, St. Gallen) während der Debatte zur 11. AHV-Revision in der grossen Kammer.
Kontrahenten: Bundesrat Didier Burkhalter und Nationalrat Paul Rechsteiner (SP, St. Gallen) während der Debatte zur 11. AHV-Revision in der grossen Kammer.

Bern - Nach ihrem fulminanten Abstimmungserfolg fordern die Gewerkschaften höhere Renten für Leute mit Einkommen bis 7000 Franken im Monat. Damit solle die gewohnte Lebenshaltung auch tatsächlich gewährleistet werden. Zur Finanzierung schweigen sich die Gewerkschaften aber aus.

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Das Leistungsziel sieht derzeit vor, dass die berufliche Vorsorge zusammen mit der AHV rund 60 Prozent des letzten Einkommens sichert, um den gewohnten Lebensstandard in angemessener Weise zu gewährleisten, wie es die Verfassung festlegt.

«Das ist überholt und nicht mehr haltbar», sagte Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), vor den Medien in Bern. Wer 5000 Franken verdiene, könne später mit 3000 Franken Rente nicht anständig und in Würde leben.

Anpassung des Leistungszieles

Deshalb fordern die Gewerkschaften eine Anpassung des Leistungszieles auf 80 Prozent für Leute mit Einkommen bis 5000 Franken im Monat und auf 70 Prozent für Einkommen bis 7000 Franken. Bei höheren Einkommen sollen weiterhin die jetzigen 60 Prozent gelten.

Die Gewerkschaften Unia und SGB lancieren damit eine Grundsatzdiskussion über die Höhe der Renten und auch über das Leben im Alter in Würde. Sie präsentieren jedoch keine konkreten Lösungsansätze. Diese sollen folgen und sich entwickeln.

Keine Senkung bei Renten

Politisch geht es den Gewerkschaften nun vor allem darum, dass weder bei der AHV noch bei der Zweiten Säule die Renten gesenkt werden. Vorlagen zum Sozialabbau bei der AHV, der Arbeitslosen- und der Unfallversicherung müssten gestoppt werden, forderte Rechsteiner.

Andreas Rieger, Co-Präsident der Gewerkschaft Unia, schlägt ausserdem ein Modell vor, dass sich im Bauhauptgewerbe seit fünf Jahren bewährt habe: Bauarbeiter ab 60/61 Jahren erhalten nach der Frühpension eine Überbrückungsrente in der Höhe von 80 Prozent des bisherigen Lohnes. Dieses Sozialwerk sei kerngesund.

Solche Branchenlösungen gelte es weiter zu entwickeln. Ausserdem spare der Bund auf diese Weise Dutzende von Millionen bei der Arbeitslosenversicherung und der IV.

(tri/sda)

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Das stimmt Valerie
Leider. Das ist Betrug der Versicherungen weil eine Gesetzespassage nicht deutlich formuliert wurde. Gehörte schon lange korrigiert. Magnus hat dies hier auch schon richtigerweise erwähnt.

Das deckt fast die jetzigen Verluste. Nicht aber die Defizite in ein paar Jahren, wenn noch weniger Arbeitnehmer für mehr Rentner zahlen müssen. Ich bin auch für eine starke Flexibilisierung der Branchen. Ist ja auch ein Unterschied ob ich meinen Hintern bis 65 im Büro parkiere oder einer 40 Jahren draussen auf dem Bau körperlich bei Wind und Wetter arbeitet.

In der Wirtschaft zählt immer Netto- und nicht Bruttogewinn.
Hintergangen
wurde das Volk und sogar zum Teil das Parlament, das brachte die gestrige Tagesschau ans Licht.
Die freisinnige Frau Egerszegi will nun für Korrektur sorgen.
Bis jetzt schöpften die Versicherungen 10% vom Bruttogewinn ab, nicht wie viele glaubten, vom Reingewinn. Es wurde gezeigt, dass die Differenz zu den beiden Zahlen ca. 540 Mio Franken ausmacht, das genügt beinahe, um das 600 Mio Loch zu stopfen, von dem immer geredet wurde.
Herr Merz wollte sich dazu nicht äussern, er hatte sich für die Variante Bruttogewinn entschieden.
Wenn ich etwas falsch gesagt habe, lasse ich mich gern korrigieren.
Höchste Zeit!
Junge Arbeitnehmer
Jawoll es kommen vorallem junge Menschen in die CH um arbeit zu finden, aber sie werden nicht immer fündig. Das bezahlen auch wir.
Damit bin
Ich vollkommen einverstanden. Genau so wird es auch laufen. Was man auch noch einrechnen sollte, die Schweiz ist ein Einwanderungsland. Und es wandern haupsächlich jüngere Menschen ein. Das hilft unseren Sozialwerken. Ich sehe die Zukunft halt nicht so schwarz, die Ganzen Schauergeschichten der Verlierer sind sehr alt und bis jetzt noch nie eingetroffen. Seit Jahren erzählen sie uns das die Kassen leer seien, noch nicht einmal in dieser Krise ist das eingetroffen.
Sowohl als auch
Es gehört ja schon fast zum guten Ton, dass nach Abstimmmungen die Verlierer sich herausreden und die Sieger Maximalforderungen stellen. Beides ist jedoch nicht zweckdienlich.
Wenn das Getöse wieder etwas leiser geworden ist, kannn die eigentliche Arbeit beginnen.

Wir werden immer älter, jedoch wurde diese Tatsache bereits bei der letzten Senkung des Umwandlungssatzes berücksichtigt, welche im Übrigen noch nicht abgeschlossen ist. Doch es zeichnet sich ab, dass dieser Trend etwa dank dem Übergewicht sich nicht fortsetzt. Die Versicherungen, und zwar alle und nicht nur AHV/PK, sollen sich endlich mit der Wissenschaft auf eine gemeinsame Sterbetabelle einigen.

Trotzdem soll beim Rentenalter eine Anpassung geschehen, wobei Leute, die objektiv nicht mehr können (z.B. Bauarbeiter), ohne Einbusse früher in Rente gehen können sollen. In Zweifelsfällen könnte man ja Arztzeugnisse verlangen. Voraussetzung ist allerdings, dass diese älteren Semester auch eine Arbeit finden, und das müssen die Arbeitgeber erst mal beweisen.

Ich finde es nicht nötig, dass die AHV-Renten der Teuerung UND der Lohnentwicklung angepasst werden. Anpassung an die Teuerung finde ich absolut notwendig und das soll ohne wenn und aber passieren, aber Wohlstandsvermehrung muss nicht mehr sein.

Sowohl Giesskannenprinzip als auch Rasenmähersystem werden den zukünftigen Herausforderungen kaum gerecht. Wenn die Massnahmen zielgerichtet sind oder/und die richtigen Ausnahmen vorgesehen werden, bleibt es sowohl finanzierbar als auch akzeptabel .
Gleicher Meinung
Ich bin gleiche Meinung wie Ochgott. Der Sieger der gestrigen Abstimmung war das Volk. Die Bürgerlichen haben eine riesen Schlappe eingefahren. Das ist Tatsache. Das Verhalten der Linken und Gewerkschaften am Tag darauf schon eine so grosse Lippe über den Ausbau zu führen ist aber auch falsch. Bei über 70 % Nein haben nicht nur die linken Stammwähler ihr Votum abgegeben.

Ich bin für die besten Sozialleistungen der Welt, solange sie finanzierbar bleiben. Aber die Alterspyramide und die längere Lebensdauer können wir nicht wegleugnen.
Leisten oder nicht
und wer soll es denn bezahlen? Das haben Sie nicht gesagt. Sie und ich werden es bezahlen. Ich bin gegen Sozialabbau. Aber ich bin auch gegen Sozialausbau. Den Topf den Sie suchen und der genug Milliarden drin hat, den gibt es nicht ohne den zu erschaffen und das will auch keiner zahlen. Dann müssen wir wohl oder übel länger arbeiten müssen. Ich bin eh der Meinung, dass man proprtional zur längeren Lebensarbeitszeit länger arbeiten sollte. Das Ja ist ürbigens korrekt ja. Nur löst es unser Probleme trotzdem nicht. Und wenn die Pensionkassen noch so sparen, reicht es nicht.
Unschöne Worte?
Sie haben natürlich recht, wir werden immer älter und wir werden wohl länger arbeiten können. Aber darum geht es den Gewerkschaften gar nicht, es geht um die kleinen Arbeiter/innen, die sich ein Leben lang den Buckel krumm arbeiten und im Alter auch noch auf einen drittel ihres eh schon kleinen Einkommens verzichten müssen. Das gilt auch für die mittleren Einkommen. Es betrifft also einen überwiegende Mehrheit der Schweizer/innen. In der Schweiz entscheidet das Volk, nicht die oberen 10000, das hat uns in vielen Bereichen vor dem sozialen Abstieg alla Harz 4 bewahrt. Wir sollten dankbar sein, das die Gewerkschaften die Sozis und die Mehrheit unseres Volkes diesen Leute eine klare absage erteilt haben
Unsere Sozialwerke sind eine wunderbare Errungenschaft auf die wir aufpassen müssen. Sie müssen für alle Menschen unseres Landes da sein. Das kostet Geld, klar, das aber ich denke das sich das eines der reichsten Länder der Welt durchaus leisten kann. Wir werden auf gut schweizerische Art einen Kompromiss finden, das ist die einzige Möglichkeit um die Sozialwerke zu sichern. Massive Abbau wie auch übertriebene Ausbaupläne werden vor dem Volk keine Chance haben.
es gibt keine Sieger
aus der gestriegen Abstimmung hat es gar keine Sieger gegeben. Das Schweizervolk hatte Recht ein Nein in die Urne zu legen. Jetzt müssen alle nochmals über die Bücher. Nur sind wir einmal ehrlich, wird das Geld nicht reichen. Der saure Apfel kommt noch nur dass er wohl nicht mehr ganz so sauer ist. Die Gewerkschaften haben nun jegliches Mass an Vernunft verloren. Die Renten wurden mal für das allernötigste Entwickelt (fürs Überleben) nur haben sich die Dinge verändert. Das nötigste ich nun ein geruhsamen Lebensaben mit möglichst viel Standard geworden. Ja wir werden länger arbeiten müssen bis 66 oder 67. Die Rente wurde nicht für einen schönen Lebensabend gemacht, wie sie nun in der Zwischenzeit dargestellt wird. Das Flexible Rentenalter muss kommen und die die noch länger Arbeiten können, sollen das für die Allgemeinheit tun. Nur so wird es auf die Dauer noch gehen. Unschöne Worte von mir die keiner hören möchte, aber ich sprich die trotzdem aus.
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