Gewerkschaften protestieren gegen Sozialabbau
publiziert: Dienstag, 1. Mai 2007 / 14:41 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Mai 2007 / 16:54 Uhr

Bern - «Respekt - wir sind mehr als Werkzeuge»: Mit diesem Motto haben sich Gewerkschaften und SP am 1. Mai gegen Sozialabbau, prekäre Arbeitsbedingungen und Abzockerei in den Chefetagen gewendet. SGB-Präsident Rechsteiner forderte die soziale Wende.

Die 1. Mai-Feiern fanden in zahlreichen Ortschaften der ganzen Schweiz statt.
Die 1. Mai-Feiern fanden in zahlreichen Ortschaften der ganzen Schweiz statt.
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Derzeit litten die Beschäftigten unter dem Neoliberalismus, aber «der reaktionäre Zyklus kommt an seine Grenze», sagte der Präsident des Gewerkschaftsbundes und St. Galler SP-Nationalrat Paul Rechsteiner in Kreuzlingen TG.

Die Unternehmenssteuerreform sei ein weiterer Angriff auf den Geldbeutel der Kleinen. Die 5. IV-Revision verstärke den Druck statt die Integration zu fördern. Der Spuk müsse ein Ende finden.

Auch andernorts schlugen SP-Vertreterinnen und -Vertreter sowie Gewerkschafter kämpferische Töne an. In Winterthur kritisierte die Zürcher SP-Nationalrätin Christine Goll, dass ständige Steuersenkungen für die Reichen dem Staat Mittel entziehen, die er für seine Leistungen brauchen würde. Und dann werde ein «gewaltiges Staats- und Sozialabbauprogramm» durchgepeitscht.

In Zürich zogen mehrere tausend Menschen durch die Stadt. Sie forderten Menschenwürde - und zwar grenzenlos. In Basel forderten die Manifestierenden ein «Nein zu einem respektlosen Menschenbild».

Temporärbeschäftigte in prekären Verhältnissen

«Respekt - wir sind mehr als Werkzeuge» lautet das diesjährige Motto der Gewerkschaften. Immer mehr Menschen müssten als Temporärbeschäftigte in prekären Verhältnissen leben, lautete eine Hauptkritik. Der Wirtschaftsaufschwung finde überall seinen Niederschlag - nur nicht in den Lohntüten, hiess es weiter.

Die SP-Bundesräte traten an den diesjährigen 1. Mai-Feiern nicht ans Rednerpult. Micheline Calmy-Rey verzichtet in ihrem Präsidialjahr. Moritz Leuenberger sprach nie regelmässig an Mai-oder Bundesfeiern. 2006 musste er seine Ansprache in Zürich wegen massiven Störungen von Linksautonomen abbrechen.

SP-Sprecherin Claudine Godat sagte im Vorfeld dazu, der Nicht-Auftritt ihrer Bundesräte sei für die SP kein Problem. Calmy-Rey und Leuenberger würden sich bei anderen Gelegenheiten und auch im Rahmen von Parteiveranstaltungen zu Wort melden.

(smw/sda)

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