Gewinne der Ölkonzerne sorgen für scharfe Kritik
publiziert: Sonntag, 30. Okt 2005 / 10:51 Uhr / aktualisiert: Montag, 31. Okt 2005 / 09:37 Uhr

New York - Die grössten Ölkonzerne der Welt haben im dritten Quartal dieses Jahres beispiellose Rekordgewinne verbucht.

Höchstpreise für Rohöl nach den Hurrikanen verhalfen den Ölkonzernen zu Rekordgewinnen.
Höchstpreise für Rohöl nach den Hurrikanen verhalfen den Ölkonzernen zu Rekordgewinnen.
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Höchstpreise für Rohöl und Ölprodukte und Versorgungsengpässe nach den Hurrikanen «Katrina» und «Rita» verhalfen ihnen dazu. ExxonMobil, Royal Dutch Shell, BP, Chevron, ConocoPhillips und Marathon Oil verdienten im Juli-September-Abschnitt insgesamt 33,6 Mrd. Dollar. Der globale Branchenführer ExxonMobil verbuchte einen Rekordgewinn von 9,9 Mrd. Dollar. Das ist ein Plus von 75 Prozent.

Die niederländisch-britische Royal Dutch Shell verdiente 9 Mrd. Dollar (+68 Prozent) und die britische BP 6,5 Mrd. Dollar (+34 Prozent). Chevron, der zweitgrösste US-Ölkonzern, legte um 12 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar zu, ConocoPhillips, die amerikanische Nummer drei, um 90 Prozent auf 3,8 Mrd. Dollar und Marathon Oil, der viertgrösste US-Ölkonzern, um 247 Prozent auf 770 Mio. Dollar.

Bei den Investitionen im Rückstand

Dies führte in Washington zu scharfer Kritik der Politiker, zu Spekulationen über eine Gewinnabschöpfungs-Steuer und zu rasch angesetzten Kongress-Anhörungen. Dort sollen die Ölriesen Auskunft geben, warum die Energiepreise so hoch sind und warum sie nicht mehr investiert haben, um das Energieangebot und die Raffineriekapazitäten aufzustocken.

«Falls es solche gibt, die die freie Marktwirtschaft ausnutzen, um sich selbst und ihren Unternehmen auf Kosten aller Amerikaner Vorteile zu verschaffen, dann sollten sie blossgestellt werden und sollten sich schämen», wetterte Bill Frist, Fraktionsführer der Republikaner im Senat.

Der demokratische Senator Jack Reed forderte die Ölkonzerne auf, zehn Prozent ihrer Gewinne zu einem staatlichen Heizkosten-Subventionsprogramm für arme Amerikaner beizusteuern.

Preisschub wegen starker Nachfrage

Die Ölpreise waren in diesem Jahr zeitweise auf ein Rekordniveau von mehr als 70 Dollar je Fass gestiegen. Der Preisschub war auf die starke Nachfrage der USA, Chinas und anderer asiatischer Länder sowie auf die Hurrikan-Auswirkungen am Golf von Mexiko zurückzuführen, dem grössten US-Fördergebiet. Es waren auch zahlreiche Raffinerien in dem Katastrophengebiet lahmgelegt worden.

Momentan ist der Ölpreis mit rund 61 Dollar noch um 41 Prozent höher als zum Jahresauftakt. Die Ölkonzerne verweisen ihrerseits auf das stark zyklische Ölgeschäft und auf Durststrecken beim Gewinn in den Jahren als die Ölpreise zeitweise bei nur 10 Dollar gelegen hatten.

(Peter Bauer sda/dpa)

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