Umfrage im Auftrag von Pharmalobbyverband Interpharma
Gfs.bern befragt Schweizer Bevölkerung zu MEI und Bilateralen
publiziert: Sonntag, 22. Mrz 2015 / 08:17 Uhr
Laut Umfrage seien 32 Prozent der Befragten einverstanden mit einer wortgetreuen Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative, während 59 Prozent dies ablehnen.
Laut Umfrage seien 32 Prozent der Befragten einverstanden mit einer wortgetreuen Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative, während 59 Prozent dies ablehnen.

Bern - Die Schweizer Bevölkerung sieht mehrheitlich Vorteile in den bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU. Romands und Tessiner schätzen sie aber weniger vorteilhaft ein als Deutschschweizer. Das sind die Resultate einer Umfrage zum Vertragswerk.

8 Meldungen im Zusammenhang
Eine Mehrheit von 55 Prozent aller Befragten sieht nur oder eher Vorteile in den bilateralen Verträgen. Negativ bewerten 23 Prozent der Befragten die Bilaterale (eher Nachteile oder nur Nachteile). 16 Prozent sehen Vor- und Nachteile. Die restlichen 6 Prozent sehen weder Vor- noch Nachteile oder gaben keine Antwort.

Durchgeführt hat die Umfrage, über die die «NZZ am Sonntag» berichtete, das Institut gfs.bern von Claude Longchamp. Auftraggeber ist der Pharmalobbyverband Interpharma. Befragt wurden im vergangenen Februar rund 2500 Stimmberechtigte, wobei auch Handy-Nummern angerufen wurden. Die Fragestellung und den Stichprobenfehler gibt die «NZZ am Sonntag» nicht an.

Ältere Generationen sehen mehr Vorteile

Neben der eher positiven Einschätzung der Bilateralen fallen laut der Zeitung die Unterschiede zwischen den Sprachregionen auf. Die Tessiner sind am negativsten eingestellt gegenüber dem Vertragswerk: Nur für 24 Prozent überwiegen die Vorteile; bei 39 Prozent überwiegen dagegen die Nachteile.

Die als eher europafreundlich geltenden Westschweizer bewerten die Bilateralen ebenfalls negativer als die Deutschschweizer. In der Romandie sehen 48 Prozent überwiegend Vorteile, in der Deutschschweiz dagegen 59 Prozent. Eher Nachteile sehen 19 respektive 23 Prozent der Befragten in den beiden Regionen.

Zudem bewerten die unter 50-Jährigen die Bilateralen etwas weniger positiv als die ältere Generation. In beiden Gruppen sind jene aber deutlich in der Überzahl, welche eher Vorteile sehen.

Support für Schutzklausel

Nach dem Ja zur SVP-Zuwanderungsinitiative im Februar 2014 haben bereits mehrere Umfragen versucht herauszufinden, wie das Stimmvolk zur Umsetzung des Volksbegehrens eingestellt ist. Meinungsforscher Longchamp kommt aufgrund seiner Umfrage zum Schluss, dass eine Lösung mit einer sogenannten Schutzklausel gute Chancen vor dem Volk hätte, wie er im Interview sagt.

67 Prozent der Befragten sprachen sich für eine «flexible Umsetzung mit Zuwanderungsstopp» aus, mit der laut Longchamp die Schutzklausel gemeint ist. «Im Moment ist sie der solideste, konkreteste und akzepierteste Vorschlag», sagte er. Eine solche Lösung mit Schutzklausel, bei der die Zuwanderung mit einer komplizierten Formel gedeckelt würde, favorisiert vorab die Wirtschaft.

Laut Umfrage sind 32 Prozent der Befragten einverstanden mit einer wortgetreuen Umsetzung, während 59 Prozent dies ablehnen. Mit einer erneuten Abstimmung wären 43 Prozent einverstanden - 52 Prozent nicht. Käme es zu einer neuerlichen Abstimmung, wäre laut Longchamp wiederum ein knappes Ja oder aber ein knappes Nein zu erwarten.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Etschmayer Seit der Annahme der politisch ... mehr lesen 1
Boris Johnson, David Cameron, Christoph Blocher: Machtkämpfe mit wirtschaftlichem Selbstmord als Risiko.
Der Kanton befindet sich in einer aussergewöhnlichen Situation.
Bellinzona - Der Kanton Tessin verlangt vom Bund, dass er künftig autonom über seine Zuwanderung entscheiden darf. Er fordert eine regionale Schutzklausel. mehr lesen
Etschmayer Am letzten Samstag lag wieder einmal ... mehr lesen 17
Auf einer Wellenlänge mit der neusten SVP-Initiative: Putin, Erdogan, Orban.
«SonntagsBlick»: Die Migros hat nach eigenen Angaben all ihre ausländischen Mastbetriebe für Hühner auf Schweizer Standards umgerüstet.
Sydney - Ein ukrainischer Politiker ... mehr lesen
Bern - Bei der Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative würde ... mehr lesen 1
Bundesrat Johann Schneider-Ammann würde als einziger Bundesrats nicht mehr gewählt.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Zürich - Die Schweizer sind im ... mehr lesen
Schweizer haben vor der Arbeitslosigkeit am meisten Angst. (Symbolbild)
Eindeutig abgelehnt.
Bern - Die Zeitungskommentatoren ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
Die Armee wächst in ihrem Ansehen.
In unsicheren Zeiten  Bern - Flüchtlingsströme, Terrorismus und Kriege verunsichern die Bevölkerung. Nie haben Schweizerinnen und Schweizer die weltpolitische Lage in den letzten Jahren so düster eingeschätzt wie heute. Mit der Unsicherheit wächst die Bedeutung der Armee. mehr lesen 1
Zustimmung bröckelt  Bern - Bei der Pro-Service-public-Initiative, die von Bundesrat und allen Parteien im Parlament bekämpft wird, zeichnet sich ein offenes Rennen ab. ... mehr lesen  
Die Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative ist gesunken.
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die Befürworter der Vorlage behalten trotz dem starken Vormarsch der Gegner mit 48 Prozent vorerst die Oberhand. mehr lesen  
Typisch Schweiz Der Bernina Express Natürlich gibt es schnellere Bahnverbindungen in den Süden, aber wohl ...
saleduck.ch, Logo
Shopping «Wär hetts erfunde?» Zwei Jahre nach der Gründung erhält Saleduck.ch eine neue Plattform und wird zu einer Deal Community. Neben einem neuen Layout bieten sich auch für Netzwerke und Advertiser viele ...
Erstaunliche Pfingstrose.
Jürg Zentner gegen den Rest der Welt.
Jürg Zentner
Frauenrechtlerin Ada Wright in London, 1910: Alles könnte anders sein, aber nichts ändert sich.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
«Hier hätte ich noch eine Resistenz - gern geschehen!» Schematische Darstellung, wie ein Bakerium einen Plasmidring weiter gibt.
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Recep Tayyp Erdogan: Liefert Anstoss, Strafgesetzbücher zu entschlacken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 8°C 11°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Basel 7°C 12°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 4°C 7°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Bern 5°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Nebel
Luzern 8°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Nebel
Genf 6°C 11°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 14°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten