Gift-Mangel verzögert weitere Exekutionen in den USA
publiziert: Mittwoch, 29. Sep 2010 / 08:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Sep 2010 / 12:02 Uhr
Das Narkosemittel Sodium Thiopental wird in Kalifornien verabreicht.
Das Narkosemittel Sodium Thiopental wird in Kalifornien verabreicht.

Washington - Weil ein für Hinrichtungen mit der Giftspritze wichtiges Mittel zur Mangelware geworden ist, verzögern sich in den USA weitere Exekutionen. In Kalifornien, Kentucky und Oklahoma mussten deshalb Hinrichtungen verschoben werden.

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In Kalifornien wurde wegen der Knappheit eines für den Giftcocktail nötigen Mittels die Hinrichtung eines 56-jährigen Mannes in letzter Minute ausgesetzt.

Der vor fast 30 Jahren zum Tode Verurteilte hätte ursprünglich am Donnerstag getötet werden sollen. Er legte aber Berufung ein gegen die Verwendung des letzten Vorrats von Sodium Thiopental, dessen Haltbarkeitsdatum am Freitag abläuft.

Frühestens nächstes Jahr

Der Todeskandidat könne nun frühestens im nächsten Jahr im San-Quentin-Gefängnis bei San Francisco hingerichtet werden, urteilte Bezirksrichter Jeremy Fogel am Dienstagabend (Ortszeit).

Bereits Ende August war in Oklahoma die Hinrichtung eines Mannes verschoben worden, weil der letzte Vorrat des Mittels unbrauchbar geworden war. In Kentucky konnte Gouverneur Steve Beshear statt drei nur ein Todesurteil unterschreiben, weil nur noch eine einzige Dosis des Gifts vorrätig war.

Rare Ware

Weshalb das Mittel knapp wurde, ist nach Angaben der «New York Times» unklar. Der zuständigen Behörde FDA sei bereits im März bekanntgewesen, dass Sodium Thiopental allmählich zur Mangelware wird.

Einem Sprecher des einzigen US-Herstellers, Hospira im Staat Illinois, zufolge ist ein wichtiger pharmazeutischer Bestandteil derweil nur sehr schwer erhältlich. Das Unternehmen erwarte, das Mittel Anfang nächsten Jahres wieder anbieten zu können.

Unternehmen nicht glücklich über Verwendung

Sodium Thiopental ist eines von drei Giften, das Todeskandidaten in mehr als 30 Staaten der USA gespritzt wird. Hospira-Sprecher Dan Rosenberg sagte der «New York Times», das Unternehmen sei alles andere als glücklich darüber, dass das Narkosemittel den Weg in die Todeszelle gefunden habe.

«Hospira stellt dieses Produkt her, um Leben zu verbessern oder zu retten», sagte er. «Das Mittel ist nicht für den Vollzug der Todesstrafe gekennzeichnet, und Hospira unterstützt die Verwendung in dieser Prozedur auch nicht.»

(fest/sda)

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Interessante Story, es wäre ja zu schön, wenn Hospira das "Medikament" künstlich verknappt hätte...

Sagen sie doch: «Das Mittel ist nicht für den Vollzug der Todesstrafe gekennzeichnet, und Hospira unterstützt die Verwendung in dieser Prozedur auch nicht.»
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