Glarus will Anna Göldi rehabilitieren
publiziert: Dienstag, 10. Jun 2008 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 10. Jun 2008 / 15:46 Uhr

Glarus - Die Glarner Regierung will Anna Göldi, die «letzte Hexe», rehabilitieren. Dies bedeutet laut der Regierung mehr als eine einfache Unschuldsbestätigung. Ein unverständlicher und ungerechter staatlicher Akt, krasses Unrecht und ein gravierendes Fehlurteil sollen beseitigt werden.

Das Porträt «Anna Göldi» des Zürcher Künstlers Patrick Lo Giudice.
Das Porträt «Anna Göldi» des Zürcher Künstlers Patrick Lo Giudice.
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Die Rehabilitation Anna Göldis ist im November letzten Jahres vom Glarner Parlament, dem Landrat, in die Wege geleitet worden. Im Bericht an das Parlament rekapituliert die Kantonsregieurng die leidvolle Lebensgeschichte der angeblichen Hexe Anna Göldi.

Das Todesurteil habe eine nicht zuständige Instanz gefällt. Sie habe an ihrer Kompetenz festgehalten und den Schuldspruch festgelegt, obschon die damalige Rechtsordnung kein Todesurteil zugelassen und keinen solchen Tatbestand gekannt habe.

Noch unverständlicher sei die Tatsache, dass der ganze Prozess vom 16. Juni 1782 in die Zeit der Aufklärung gefallen sei und die Urteilenden sich als gebildete Leute betrachtet hätten.

Kein Schlussstrich

Der Begriff «Justizmord» ist laut der Glarner Regierung die Umschreibung für die Hinrichtung einer unschuldigen Person durch ein Organ der Justiz und macht die Tragweite des damaligen Urteils «erschreckend deutlich».

Rehabilitation bedeute nicht Schlussstrich, so die Glarner Regierung. Als zusätzliches Zeichen unterstütze der Regierungsrat vorerst das kommende Festspiel «Anna Göldi» mit 120'000 Franken, je die Hälfte davon stammen aus dem Lotteriefonds und Hans Streiff-Stiftung.

(ht/sda)

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