Gleichstellung: Konzerne als schlechte Vorbilder
publiziert: Dienstag, 9. Mrz 2010 / 08:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Mrz 2010 / 09:14 Uhr

Weltgrösste Arbeitgeber lassen Potenzial von Mitarbeiterinnen ungenutzt

Das Potential der Mitarbeiterinnen wird immernoch zu geringem Ausmass genutzt.(Symbolbild)
Das Potential der Mitarbeiterinnen wird immernoch zu geringem Ausmass genutzt.(Symbolbild)
4 Meldungen im Zusammenhang
Genf - In Sachen Geschlechtergleichstellung in der Wirtschaft hat sich bisher noch immer zu wenig bewegt. Auch die weltgrössten Arbeitgeber geben grossteils kein gutes Beispiel für verantwortungsvolle Gender-Unternehmenspolitik ab, wie das World Economic Forum (WEF) aufzeigt. Sie nutzen das Potenzial ihrer Mitarbeiterinnen in zu geringem Ausmass - auch zu ihrem eigenen Nachteil - und unternehmen zu wenig, um Gleichstellung zu schaffen. Hierzulande geht es Frauen auf dem Arbeitsmarkt besonders schlecht. Sowohl Jobs als auch Löhne sind deutlich ungleichmässig verteilt.

«Frauen kommen öfter Tätigkeiten zu, die weniger Geld einbringen, als Männern», meint Werner Eichhorst, stellvertretender Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Institut zur Zukunft der Arbeit http://www.iza.org , im Gespräch mit pressetext. Nach Angaben des WEF sorgt neben der weit auseinander klaffenden Lohnschere die ungleiche Verteilung von Stellen für Benachteiligungen. Während verschiedenen Konzernen Skandinaviens, der USA oder auch Grossbritanniens bei der Arbeitsmarktintegration von Frauen eine Führungsrolle zuteil wird, sei Idee der Gleichstellung oder frauenfreundlicher Unternehmen nach wie vor ein Mythos.

Kaum Frauen in Führungsetagen

In der WEF-Rangliste der fortschrittlichsten Länder in Sachen Gleichstellung rangiert die Schweiz nur auf Platz 13 hinter Deutschland. Österreich schneidet mit Rang 42 von 134 Ländern noch deutlich schlechter ab. Den höchsten Anteil weiblicher Angestellter weisen die US-Konzerne mit 52 Prozent auf. Dahinter folgen Spanien, Kanada und Finnland. Am wenigsten Mitarbeiterinnen sind mit nur 23 Prozent hingegen bei indischen Grossunternehmen beschäftigt. Das untere Ende der Liste bilden davor Japan mit 24, die Türkei mit 26 und Österreich mit nur 29 Prozent.

Die verhältnismässig meisten Arbeitnehmerinnen sind dem WEF zufolge im Dienstleistungssektor zu finden. Führend sei hier der Finanz- und Versicherungsbereich mit 60 Prozent. In der Autoindustrie, im Bergbau (jeweils 18 Prozent) sowie in der Landwirtschaft (21 Prozent) seien anteilsmässig hingegen die wenigsten Frauen beschäftigt. In den meisten Ländern und Industrien werden von weiblichen Angestellten nur Einstiegs- oder mittlere Positionen bekleidet. Auf Führungs- und Vorstandsebene bleiben Frauen eine Seltenheit. Den CEO-Posten besetzen sie nur bei fünf Prozent von 600 Konzernen.

(ade/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - Die Zahl der Frauen in den Vorstandsetagen der weltweit grössten Unternehmen ist einer US-Studie zufolge in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liegt der Anteil der Verwaltungsrätinnen demnach bei 13,8 Prozent. mehr lesen 
Bern - Trotz der Rezession hat sich bei vielen Schweizer Grossunternehmen das Lohn-Gefälle verstärkt: In 13 der 27 untersuchten ... mehr lesen 14
Brady Dougan erhält 1812 Mal mehr als seine Mitarbeiter mit den tiefsten Löhnen.
Es gibt eine verbesserte Erwerbsquote der Frauen hierzulande.
Genf - Die Schweiz hat ihre Position im Gleichstellungs-Ranking im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Sie rutschte ... mehr lesen
Bern - Um diskriminierende Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu beseitigen, lancieren der Bund und die ... mehr lesen
Die Sozialpartner überprüfen die Lohnsysteme auf allfällige Geschlechterdiskriminierungen.
Zum letzten Mal wird 2015 der Public Eye Award vergeben.
Zum letzten Mal wird 2015 der Public Eye Award ...
Schluss mit dem Public Eye Award  Nach 15 Jahren Public Eye ziehen die Erklärung von Bern und Greenpeace Schweiz ihre Schlussbilanz und zeichnen einen Konzern für dessen unternehmerisches Lebens(un)werk mit einem besonderen Schmähpreis aus. Zur Wahl stehen mit Chevron, Dow Chemical, Gazprom, Glencore, Goldman Sachs und Walmart sechs frühere Public Eye Award Gewinner - allesamt Firmen, deren unverantwortliche Geschäftspraktiken berühmt-berüchtigt sind. 
«Keep it simple!»  Als ich nach einer Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wieder ins Tal fuhr, wurde mir etwas ...  
Richard Quest ist Wirtschaftsmoderator bei CNN International und moderiert dort die Sendungen Marketplace Europe und Quest Means Business.
WEF 2014  Davos - Die US-Cellistin Zoe Keating hat mit dem Stück «Leap» (Sprung) für den Ausklang des 44. Weltwirtschaftsforums WEF gesorgt. Mit stimmungsvoller Musik und einer Videoeinspielung mit Bildern des Planeten ging das Davoser Treffen offiziell zu Ende.  
WEF 2014  Davos - Zusammen mit einer beginnenden wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone verbessert sich auch die Lage der europäischen Banken. Nun richten sich die Augen auf den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB), dem sich heuer 132 Finanzinstitute unterziehen müssen.  
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 4°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 5°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 5°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 6°C 9°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 7°C 9°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 7°C 11°C stark bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 8°C 9°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten