Globale Temperatur ein halbes Grad zu hoch
publiziert: Freitag, 16. Dez 2005 / 00:31 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Dez 2005 / 00:49 Uhr

Genf - Die Temperatur der Erdoberfläche lag in diesem Jahr knapp ein halbes Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990.

Der Morteratschgletscher, der früher bis nach Pontresina reichte, zieht sich zurück.
Der Morteratschgletscher, der früher bis nach Pontresina reichte, zieht sich zurück.
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Das stellt die Weltwetterorganisation (WMO) in ihrem Jahresbericht 2005 über das Weltklima fest. Die Temperatur lag 0,48 Grad über dem Jahresmittel von 1961 bis 1990 von 14 Grad. 2005 ist bislang das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1861. Es könnte bis zum Jahresende zumindest eines der vier wärmsten Jahre werden.

Die endgültige Wertung werde aber erst im Februar berechnet sein, erklärten Vertreter der UNO-Behörde bei der Vorstellung des Berichts in Genf.

Wärmstes Jahrzehnt

1998 bleibe jedoch das wärmste Jahr mit einem Plus von 0,54 Grad über dem Durchschnitt der 30 Jahres-Periode. Ohnehin waren die vergangenen zehn Jahre (1996 bis 2005) mit Ausnahme von 1996 die wärmsten bisher gemessenen Jahreszeiträume.

Der Oktober dieses Jahre war - weltweit betrachtet - der wärmste je gemessene Oktober. Das gilt auch für den Juni. Weite Gebiete Afrikas, Australiens, Brasiliens, Chinas und der Vereinigten Staaten zeigten deutlich erhöhte Temperaturen. Die Temperatur der Wasseroberfläche im Nordatlantik lag in diesem Jahr vermutlich so hoch wie noch nie.

Hurrikan-Rekord

Die Saison der tropischen Wirbelstürme brachte es in diesem Jahr auf 26 Hurrikans und brach damit den Rekord von 1933, als 21 Stürme dieser gewaltigen Art verzeichnet wurden.

Die Ausdehnung der arktischen Eismassen hatte Ende September ihren niedrigsten Stand im Mittel der vergangenen vier Jahre erreicht und lag ein Fünftel unter dem Durchschnitt, der von 1979 bis 2004 gemessen wurde.

Arktische Eisausdehnung nimmt ab

In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten hat nach Satellitenbeobachtungen die Eisausdehnung in der Arktis Ende September um acht Prozent abgenommen. Dafür seien höhere Durchschnittstemperaturen und ein früherer Beginn der Schmelzsaison auf dem Meer verantwortlich, schrieb die WMO in ihren Jahresbericht.

(ht/sda)

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