Bittere Pleite im Achtelfinal
Glückloser Wawrinka gescheitert
publiziert: Montag, 4. Jun 2012 / 15:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 4. Jun 2012 / 22:28 Uhr
Bitteres Out für Stanislas Wawrinka.
Bitteres Out für Stanislas Wawrinka.

Stanislas Wawrinka scheiterte im Achtelfinal des French Opens. Der Waadtländer verlor den am Sonntag wegen Dunkelheit unterbrochenen Match gegen Jo-Wilfried Tsonga (ATP 5) 4:6, 6:7 (6:8), 6:3, 6:3, 4:6.

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Mit einem 2:4-Rückstand im fünften Satz war der Schweizer am Sonntagabend ins Hotel zurückgefahren. 15 Stunden später kehrte er mit grossem Tatendrang zurück auf den Court Philippe Chatrier. Seinem Gegner nahm er gleich bei erster Gelegenheit den Aufschlag ab und glich etwas später zum 4:4 aus. Er spielte stark, offensiv und schien auch noch das Momentum auf seine Seite gezwungen zu haben.

Doch Tsonga, mit dem Wawrinka gut befreundet ist, zeigte mentale Ressourcen und spielerische Qualitäten. Bei 5:4 erspielte er sich einen ersten Matchball, den Wawrinka abwehren konnte, dann hatte der Schweizer zwei Bälle zum 5:5, die er gegen den gut verteidigenden Tsonga mit Fehlern vergab. Es war schliesslich der Schlag der Partie, ein herrlicher Passierball, der dem Einheimischen einen zweiten Matchball bescherte. Diesmal liess er sich die Chance nicht entgehen.

15 Stunden waren zuviel

Eine halbe Stunde nachdem Wawrinka den Court betreten hatte, verliess er ihn wieder unter Tränen. "Es Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Und in diesem Moment fiel der ganze Druck von mir und die Müdigkeit machte sich bemerkbar", erklärte der Schweizer. Zum dritten Mal in Folge musste er sich in Roland Garros im Achtelfinal geschlagen geben. In den letzten beiden Jahren war er jeweils klar an Roger Federer gescheitert. Diesmal standen die Chancen für einen Vorstoss unter die letzten acht gegen Tsonga deutlich besser.

Den früheren Australian-Open-Finalisten aus Le Mans hatte Wawrinka im letzten Jahr nach einem Zweisatzrückstand bezwungen. Und vorgestern schien sich das Szenario zu wiederholen. Der Marathonmann aus St. Barthélemy verlor den ersten Satz 4:6 und den zweiten nach drei nicht genutzten Satzbällen im Tiebreak. Dann folgte die Aufholjagd. Doch bereits Ende des vierten Satzes zeigte sich, dass Tsonga im Gegensatz zum letzten Jahr keinen physischen Einbruch erleiden würde.

Im entscheidenden Umgang war Tsonga am Sonntag der sicherere und etwas aktivere Spieler gewesen. Am Montag war er dann schlicht und einfach der glücklichere, der im richtigen Moment den schönsten Schlag der Partie hervorzauberte. Mit etwas Distanz zur Niederlage war Wawrinka mit seinem Turnier zufrieden: "Bis auf die 1. Runde habe ich gut gespielt. Am Ende fehlte mir einfach ein wenig die Kraft, ich war nicht mehr so reaktionsschnell." 15 Stunden stand er während der vier Runden auf dem Court!

Federer trifft auf Del Potro

Nicht nur Tsonga, der Viertelfinal-Gegner von Djokovic, sondern auch der nächste Kontrahent von Roger Federer musste am Montag nachsitzen. Juan Martin del Potro (ATP 9) hatte sich am Sonntagabend gegen den Weltranglistensiebten Tomas Berdych eine 2:1-Satzführung erspielt, bevor die Nacht einbrach. Gestern gelang ihm das entscheidende Break zum 7:5.

Del Potro und Federer standen sich bereits 13 Mal gegenüber. Sie lieferten sich 2009 zwei bemerkenswerte Matches. Federer triumphierte auf dem Weg zu seinem einzigen Titel in Roland Garros im Halbfinal in fünf Sätzen, verlor aber einige Wochen später den US-Open-Final gegen den Argentinier, ebenfalls in fünf Sätzen. Es war eine von nur zwei Niederlagen, die der Schweizer gegen Del Potro einstecken musste.

Wahrscheinlich wären Del Porto und Federer noch öfter gegeneinander angetreten, wenn der Südamerikaner 2010 nicht praktisch ein Jahr wegen einer Handgelenksverletzung hätte pausieren müssen. Zwischenzeitlich wurde der Argentinier in der Weltrangliste nur noch auf Rang 485 geführt. Mittlerweile hat er wieder sein bestes Niveau erreicht. Gegen Federer verlor er aber alle vier Duelle in diesem Jahr ohne Satzgewinn. Erschwerend dürfte für ihn hinzukommen, dass er weniger Erholung hatte als Federer und seit Anfang des Turniers mit Knieproblemen kämpft.

Körperlich sei er aber wieder fast bei 100 Prozent, versicherte Del Potro. Trotzdem schätzt er die Aufgabe als schwer ein: "Mir muss ein unglaublicher Match gelingen, um Federer zu schlagen. Ich werde alle meine Chancen nutzen müssen, sehr gut servieren und aggressiv sein, damit er mich nicht zum Rennen bringt."

 

(fest/Si)

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