Asylpolitik
Gnesa nennt Gründe für Zunahme von Asylgesuchen
publiziert: Donnerstag, 14. Aug 2014 / 06:35 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 14. Aug 2014 / 08:33 Uhr
Sonderbotschafter Migration Eduard Gnesa
Sonderbotschafter Migration Eduard Gnesa

Bern - Der Druck auf die Schweiz in der Flüchtlingspolitik dürfte sich wegen der aktuellen Krisen erhöhen. Dieser Ansicht ist Eduard Gnesa, Sonderbotschafter Migration. Als Grund dafür nennt er - neben anderen Faktoren - die nicht mehr gesicherte libysche Küste.

7 Meldungen im Zusammenhang
Das Abkommen in der Ära des libyschen Präsidenten Muammar al-Gaddafi habe zahlreiche Menschen daran gehindert, das Mittelmeer zu überqueren, sagte Gnesa in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps» vom Donnerstag. Weiter wies er auf geopolitische Faktoren wie die Konflikte in Syrien und im Irak als Migrationstreiber hin.

Ein weiterer Grund für den zunehmenden Druck stelle die humanitäre Mission «Mare Nostrum» der italienischen Marine dar. «Ich kritisiere diese Operation nicht, aber sie ist eines der Elemente, das man berücksichtigen muss», sagte der Sonderbotschafter. Sie habe geholfen, tausende von Menschenleben zu retten.

Nach zwei Schiffsunglücken mit über 400 Toten vor Lampedusa und Malta, wurde «Mare Nostrum» im vergangenen Oktober initiiert. Dank ihr wurden seit Anfang Jahr über 93'000 Bootsflüchtlinge in Sicherheit gebracht.

Abschreckung nützt

Im Juli wurden in der Schweiz 2911 Asylgesuche eingereicht. Davon entfällt die grosse Mehrheit mit 1480 auf Eritreerinnen und Eritreer, wie Gnesa ausführte. Genauso wie die Syrer und Malier würden sie die Schweiz wegen der «bereits bestehenden grossen Diaspora» als Ziel auswählen. Doch zahlreich würden sie auch in andere Länder reisen, darunter die Niederlande, Deutschland, Schweden oder Norwegen.

Gnesa betonte, dass die Zunahme von Gesuchen in den letzten Monaten mehrheitlich auf Anträge «verfolgter Menschen, die aus Krisen- und Kriegsregionen flohen» zurückzuführen sei. Ersuchen aus ökonomischen Gründen nahmen derweil ab.

Abschreckungskampagnen in verschiedenen afrikanischen Ländern, darunter etwa Tunesien, hätten ihre Früchte getragen. Sie würden es ermöglichen, aufzuzeigen, dass «eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation nicht als Asylgrund gelte».

 

(jz/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Zwischen Juli und September ... mehr lesen 1
Die Asylgesuche in der Schweiz haben deutlich zugenommen.
Am meisten Geld wurde für Sprach- und Bildungsprogramme ausgegeben.
Bern - Um die Integration von Migrantinnen und Migranten zu fördern, hat das Bundesamt für Migration (BFM) im vergangenen Jahr rund 55 Millionen Franken ausgegeben. In einem ... mehr lesen 1
Bern - In der Schweiz hat die Zahl der ... mehr lesen 1
Viele Asylbewerber kommen aus Eritrea.
Simonetta Sommaruga plädiert dafür das «Dublin-System» zu überdenken.
Bern - Die Flüchtlingsströme aus dem Süden setzen das Dublin-System unter Druck. Eine Alternative dazu gibt es aber nicht, wie Justizministerin Simonetta Sommaruga am Donnerstag anlässlich ... mehr lesen 2
Bern - In den Monaten April, Mai und Juni haben deutlich mehr Personen in der ... mehr lesen 1
Mehr Asylgesuche aus Eritrea.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Asylgesuche aus der Ukraine werden wieder materiell geprüft.(Symbolbild)
Bern - Asylgesuche aus der Ukraine werden von den Schweizer Behörden ab sofort wieder inhaltlich geprüft. Der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, das Land von der Liste der ... mehr lesen
Die...
CH wird noch über viele viele Jahre Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen müssen. Denn es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis in afrikanischen Ländern und Ländern des Nahen Ostens verantwortungsbewusste und demokratische Regierungen die Ruder übernommen haben. Und die Politik Europas, mit subventionierten Gütern die Wirtschaft in diesen Ländern unten zu halten, trägt den Rest zu den Migrantenströmen bei. Und die ganz grossen Migrationsströme kommen erst noch!
http://www.welt.de/politik/ausland/article131157709/2050-muss-Afrika-z...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen  
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. Die Stadt Wil wurde von Pro Infirmis Schweiz als Pilotgemeinde ausgewählt. Bereits wurden 100 Objekte erfasst. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 5°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 6°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 10°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Bern 3°C 20°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 8°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 6°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen stark bewölkt, Regen
Lugano 12°C 17°C stark bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, starker Regen Wolkenfelder, kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten