Olympia Skiakrobatik: Kopfüber aus der Goldentscheidung
Goldtraum geplatzt: Evelyne Leu nach Stürzen nur 11.
publiziert: Montag, 18. Feb 2002 / 20:49 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Feb 2002 / 07:25 Uhr

Deer Valley - Als Siegerin der Qualifikation war Evelyne Leu zum olympischen Final der Springerinnen gestartet, als schwer enttäuschte Elfte verliess die 25-jährige Schweizer Medaillenanwärterin das Deer Valley. Zwei Stürze verunmöglichten ihr den Griff nach Gold.

Evelyne Leu patzte bei der Landung und ist dementsprechend enttäuscht.
Evelyne Leu patzte bei der Landung und ist dementsprechend enttäuscht.
Dass am Ende die Australierin Alisa Camplin zum ersten Mal überhaupt in ihrer Karriere auf dem obersten Podestplatz stand, wird Leus Frust kaum schmälern. Noch am vergangenen Samstag hatte sie die Nummer 2 der Aussies, die in die Stapfen Nikki Stones trat, um nahezu 20 Punkte distanziert.

Im Vergleich zur Qualifikation ging Leus hoher Poker nicht auf. Erneut war sie angetreten, dem Publikum zwei Sprünge höchstmöglichen Schwierigkeitsgrades zu präsentieren. Ihre Risikobereitschaft lohnte sich kein zweites Mal -- zweimal stürzte sie nach der Landung kopfüber in den Schnee.

Schon nach dem ersten misslungen Durchgang lag die mit Abstand beste Schweizer Freestylerin der letzten Jahre desillusioniert am Ende des steilen Abhangs. Beim Versuch, ihren etwas zu spät angesetzten «lay-full-full» (Dreifachsalto mit zwei Schrauben) beim Landemanöver zu korrigieren, wurde sie durch den Druck richtiggehend wegkatapultiert.

Die Benotung des ersten Sprunges -- die Juroren entschieden sich immerhin noch für 72,39 Punkte -- fiel für Leus Verhältnisse und gemessen an ihrem Potenzial natürlich denkbar schlecht aus. «Nur mit einem absolut perfekten full-full-full und einer aussergewöhnlich hohen Bewertung wäre der Vorstoss in die Medaillen noch möglich gewesen», urteilte Head-Coach Michel Roth.

Obschon der Lapsus im Kampf um die Goldmedaille nicht mehr zu korrigieren war, liess sich die Baselbieterin zur lautstarken Freude des Publikums nicht davon abhalten, im zweiten Durchgang ihren Paradesprung zu riskieren. Der Ertrag fiel ernüchternd aus, weil ihr die Landung abermals gründlich missriet.
Erstmals keine Medaille

Die Fehlerquelle war im Schweizer Lager schnell eruiert. Der Anlauf sei zu kurz gewesen, die Geschwindigkeit beim Absprung dementsprechend um 1 km/h zu langsam. «Wir haben den Start dann um 2,5 m nach oben verlegt. Aber selbst diese Anfahrtslänge war nicht genügend», hielt Roth in einer ersten Analyse fest.

Weil Leu ihre Salti in vergleichsweise grosser Höhe dreht, wirke sich ein zu knapp bemessener Anfahrtsweg fatal aus. «Wir haben den Start heute Morgen beim Einspringen festgelegt und waren uns ganz sicher, den richtigen Punkt fixiert zu haben», seufzte Roth, der erstmals ohne Schweizer Medaille von einem olympischen Skiakrobatik-Wettbewerb zurückkehren wird.

Vorzuwerfen brauchte sich Evelyne Leu trotz dem «Grounding» am Tag der Entscheidungen wenig. Schon im Vorfeld hatte sie mehrfach darauf hingewiesen, dass sie zwar höher springe als alle anderen Konkurrentinnen im Weltcup, sich dadurch aber auch mehr am Limit bewege als der Rest. «Ich würde beim nächsten Mal nichts ändern. Das Risiko bin ich bewusst eingegangen, weil ich gewinnen und nicht nur einfach mitspringen wollte», befand Leu.

Leus «Grandezza»

Die beiden Crashes erinnerten an Leus Auftritt in Nagano. Vor vier Jahren war sie nach klarer Führung im ersten Qualifikations-Durchgang ebenfalls gestürzt und gescheitert. In Salt Lake City war hingegen eine klare Steigerung erkennbar. Mit ihrer Weltklasseleistung in der Qualifikation lieferte sie den Beweis, jederzeit zu einem Flug in die Weltspitze fähig zu sein.

Dass sie bei den Erklärungen zum finalen Absturz mit keinem Wort auf ihre seit Monaten anhaltenden Knieprobleme hinwies, sprach für die «Grandezza» einer in der Schweiz kaum beachteten Spitzensportlerin. Leu suchte für die Rückschläge im Final keine billigen Entschuldigungen, womit sie sich von einigen anderen gestrauchelten Schweizer Medaillenhoffnungen in einem erfreulichen Masse abhob.

Vielmehr sei sie stolz, in den USA überhaupt für Furore gesorgt zu haben. «Die Woche in Salt Lake City wird mir als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben. Daran ändern die beiden Stürze überhaupt nichts».

(kil/news.ch)

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