Golf: Goosen gewinnt zum zweiten Mal das US Open
publiziert: Montag, 21. Jun 2004 / 11:45 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Jun 2004 / 13:20 Uhr

Der Südafrikaner Retief Goosen (35) gewann in Southampton im Bundesstaat New York zum zweiten Mal nach 2001 das US Open. Der amerikanische US-Masters-Champion Phil Mickelson wurde mit zwei Schlägen Rückstand Zweiter. Tiger Woods begnügte sich mit Rang 17.

Retief Goosen.
Retief Goosen.
Die Entscheidung in der dramatischen Schlussrunde auf dem schwierigen Par-70-Kurs des Shinnecock Hills Country Club fiel innerhalb weniger Minuten. Kurz nachdem Goosen am 16. Loch mit einem Birdie gegenüber Mickelson ausgeglichen hatte, fabrizierte dieser mit drei Putts aus weniger als zwei Metern am 17. Green ein Doppel-Bogey. Den Vorsprung von zwei Schlägen verwaltete Goosen auf den letzten zwei Löchern souverän und errang seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Als Lohn nahm er den grössten Siegercheck der Karriere (1,125 Millionen Dollar) entgegen.

35 000 Fans feuerten den in den USA äusserst populären Phil Mickelson nach jedem Schlag aus Leibeskräften an. Goosen dagegen erntete für sein beeindruckendes Spiel - 11 der 18 Greens bewältigte er mit einem Putt - höchstens verhaltenen Applaus, am Ende der Runde sogar einige Pfiffe.

Phil Mickelson hatte im April am Masters in Augusta nach zahllosen Anläufen endlich seinen ersten Major-Titel errungen und das Image des ewigen Verlierers abgestreift. Jetzt aber hat ihn die Vergangenheit gleichsam wieder eingeholt. Allein am US Open weist er nun drei zweite Plätze in sechs Jahren vor.

Kein Spieler unter Par

Mickelsons verhängnisvolles Doppel-Bogey aus kurzer Distanz mag nach einem Anfängerfehler tönen. In Wirklichkeit war es das logische Scheitern auf einem Platz, der in der Schlussrunde fast nicht mehr regulär bespielbar war. Heftiger Wind und Sonnenschein hatten den Kurs derart ausgetrocknet, dass die Greens hart wie Beton wurden und sich die Annäherungsschläge und Putts von vielen Seiten kaum kontrollieren liessen.

Durchschnitt so schlecht wie noch nie

Erstmals seit 41 Jahren brachte es an einer US-Open-Runde kein Spieler unter das Par. Der einzige Par-Durchgang des Schlusstags gelang dem Australier Robert Allenby, alle übrigen 65 Finalisten blieben darüber. Das durchschnittliche Score lag bei 78,7 Schlägen, so hoch wie nie seit dem Jahr 1935 (79,3 Schläge). 24 Spieler benötigten 80 oder mehr Schläge - unter ihnen Mitfavorit Ernie Els, der sich im Flight mit seinem Landsmann Goosen vier Doppel-Bogeys (!) notieren liess und vom 2. auf den 9. Rang zurückfiel.

Mickelson (1 über Par am Schlusstag) bestätigte die ungewöhnlichen Schwierigkeiten: "Ich spielte so gut Golf wie selten zuvor und konnte das Par nicht brechen. Das sagt genug über den Platz aus." Im Gesamtscore blieben nur Goosen (minus 4) und Mickelson (minus 2) unter dem Platzstandard.

Tiger Woods enttäuschte

Auch Tiger Woods vermochte den Kurs nicht zu meistern. Mit 76 Schlägen spielte er immerhin besser als der Durchschnitt des Feldes und konsolidierte seinen Platz in den Top 20. An allen vier Tagen zusammen glückten dem Superstar nur gerade vier Birdies.

Der als eher introvertierter Familienmensch bekannte Retief Goosen ist seit Jahren einer der konstantesten Golfer überhaupt. 2001 und 2002 gewann er die Preisgeld-Jahreswertung ("Order of Merit") der European PGA Tour, auf der er bis heute zwölf Turniersiege errungen hat. Auf amerikanischem Boden triumphierte er viermal -- zweimal ausgerechnet am US Open.

Southampton, New York. 104. US Open (6,25 Mio Dollar/Par 70).
Schlussklassement: 1. Retief Goosen (SA) 276 (70/66/69/71). 2. Phil Mickelson (USA) 278 (68/66/73/71). 3. Jeff Maggert (USA) 281 (68/67/74/72). 4. Shigeki Maruyama (Jap) 284 (66/68/74/76) und Mike Weir (Ka) 284 (69/70/71/74). 6. Fred Funk (USA) 285 (70/66/72/77). 7. Robert Allenby (Au) 286 (70/72/74/70) und Steve Flesch (USA) 286 (68/74/70/74). 9. Ernie Els (SA) 287 (70/67/70/80), Jay Haas (USA) 287 (66/74/76/71), Stephen Ames (Tri) 287 (74/66/73/74) und Chris DiMarco (USA) 287 (71/71/70/75).

Ferner: 17. Tiger Woods (USA) 290 (72/69/73/76) und Corey Pavin (USA) 290 (67/71/73/79). 20. Sergio Garcia (Sp) 291 (72/68/71/80), David Toms (USA) 291 (73/72/70/76) und Mark Calcavecchia (USA) 291 (71/71/74/75). 24. Nick Price (Sim) 292 (73/70/72/77) und Lee Janzen (USA) 292 (72/70/71/79). 28. Vijay Singh (Fidschi) 293 (68/70/77/78) und Shaun Micheel (USA) 293 (71/72/70/80). 30. Ben Curtis (USA) 294 (68/75/72/79). 31. Padraig Harrington (Irl) 295 (73/71/76/75) und K.J. Choi (SKor) 295 (76/68/76/75). 36. Lee Westwood (Eng) 286 (73/71/73/79). 48. Jim Furyk (USA/TV) 298 (72/72/75/79). 55. Trevor Immelman (SA) 300 (69/70/79/82). 57. Tom Kite (USA) 302 (72/71/75/84).

Cut verpasst: 67. Eduardo Romero (Arg) 146 (72/74), Justin Leonard (USA) 146 (71/75), Chad Campbell (USA) 146 (72/74), Michael Campbell (Neus) 146 (78/68) und Rich Beem (USA) 146 (74/72). 87. Darren Clarke (NIrl) 147 (73/74) und Paul Casey (Eng) 147 (74/73). 95. Thomas Björn (Dä) 148 (77/71). 118. Ray Floyd (USA) 150 (75/75) und Adam Scott (Au) 150 (75/75). 124. Nick Faldo (Eng) 151 (81/70), Davis Love (USA) 151 (76/75) und Kenny Perry (USA) 151 (74/77). 132. Fred Couples (USA) 152 (75/77) und Mark Brooks (USA) 152 (74/78). 141. Paul Lawrie (Scho) 153 (76/77). 154. David Duval (USA) 165 (83/82). - Cut bei 145 Schlägen.

(Peter Lerch/Si)

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