In Augusta wird vielleicht erneut Golfgeschichte geschrieben
Golf: Streitgespräche um Tiger Woods
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 15:17 Uhr

Augusta - Vor dem am Donnerstag beginnenden 65. US Masters in Augusta dreht sich alles um Tiger Woods. Der Superstar könnte als erster Golfer der Geschichte alle vier Major-Turniere nacheinender gewinnen.

Unter den aktuellen und ehemaligen Grössen des Golfsports wurden in den letzten Tagen Streitgespräche darüber geführt, ob man dem 25- jährigen Kalifornier den Grand-Slam zubilligen könnte, falls er zum zweiten Mal nach 1997 in Augusta triumphieren sollte. Golflegenden und Opinion-Leaders wie Jack Nicklaus und Arnold Palmer wiesen darauf hin, dass die vier Majors im gleichen Kalenderjahr gewonnen werden müssten. Der Schotte Colin Montgomerie ist wie andere der Ansicht, dass Woods' Rekord so aussergewöhnlich wäre, dass er durchaus das Attribut Grand-Slam verdienen würde.

Im Golf gab es erst zwei vergleichbare Leistungen. Bobby Jones, Begründer des US Masters, gewann 1930 den Grand-Slam, der sich damals aber noch aus dem US Open, dem British Open sowie der amerikanischen und der britischen Amateurmeisterschaft zusammensetzte. 1953 wurde Ben Hogan wegen einer ärgerlichen Terminkollision vom neuzeitlichen Grand-Slam ferngehalten. Er gewann US Masters, US Open und British Open und konnte an der US PGA Championship nicht teilnehmen, weil diese mit der Qualifikation für das British Open zusammenfiel.

Dass Woods einen Rekord nach dem anderen angreifen kann, ist in der heutigen Zeit schier unglaublich. Denn im Unterschied zu früheren Jahrzehnten ist das Feld von Weltklasse-Golfern so dicht, dass schon ein einzelner Triumph an einem Major-Turnier das High- Light einer ganzen Karriere bedeuten kann. Viele aktuelle Topspieler warten immer noch auf den ersten grossen Sieg, so Phil Mickelson, Colin Montgomerie, Lee Westwood oder Darren Clarke. Westwood wird weiter warten müssen: Der Engländer hat sich in Augusta abgemeldet, weil seine Frau das erste Kind erwartet.

Woods in Bestform

Tiger Woods hielt sich aus dem Grand-Slam-Glaubenskrieg heraus und sagte diplomatisch: «Gewiss ist es schwieriger, vier Majors in einem Jahr zu gewinnen als nur vier in Folge. Aber wenn ich alle vier Trophäen miteinander auf den Salontisch stellen könnte, gäbe das sicher ein schönes Bild ab.»

Woods hatte den Beginn dieser Saison weniger minutiös geplant als in früheren Jahren. Er spielte Turniere auf vier verschiedenen Kontinenten und brauchte viel Kraft. Diesem Umstand schreibt er es heute zu, dass er auf der US-Tour ein halbes Jahr ohne Sieg blieb - so lange wie nie vorher. Zuletzt aber gewann er in Orlando und die Players Championship in Ponte Vedra und übernahm mit 2,2 Millionen Dollar Preisgeld bereits wieder die Spitze im amerikanischen Jahres- Ranking. Er ist in der Form, die einen ähnlichen Exploit wie vor vier Jahren ermöglichen könnte, als er im Augusta National Golf Club mit dem Rekordskore von 18 Schlägen unter Par und dem Rekordvorsprung von 12 Schlägen siegte.

Langers dritter Frühling

Dem amerikanischen Linkshänder Phil Mickelson, Nummer 2 der Weltrangliste, wird nebst Woods am ehesten zugetraut, dass er sich von Vorjahressieger Vijay Singh ins legendäre grüne Jackett wird helfen lassen. Aber auch Singh selber ist unter den Topfavoriten. Der Golfer von den Fidschi-Inseln, der während des ganzen Jahrs wie ein Bessesener trainiert, hat mit Erfolg vom normalen auf einen überlangen «Besenstiel»-Putter» gewechselt. Einen solchen benutzt Bernhard Langer schon seit vielen Jahren. Der 43-jährige Schwabe hat aber seit 1997 kein Turnier mehr gewonnen. Mit dem 3. Platz an der Players Championship hat er sich wieder ins Gespräch gebracht. Falls er -- sensationellerweise -- gewinnen sollte, würde er auf seine Art Geschichte schreiben: Er wäre nach Jack Nicklaus der zweite Golfer, der in Augusta in drei verschiedenen Jahrzehnten siegt. Langers erster Erfolg kam 1985, der zweite 1993.

(kil/sda)

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