Sensationelle Leistung
Golubic lässt Schweiz vom Final träumen
publiziert: Sonntag, 17. Apr 2016 / 16:49 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Apr 2016 / 17:09 Uhr
Golubic hat allen Grund zum jubeln.
Golubic hat allen Grund zum jubeln.

Das Schweizer Fedcup-Team darf weiter auf den zweiten Finaleinzug in der Weltgruppe nach 1998 hoffen. Viktorija Golubic gleicht vor dem Doppel zum 2:2 aus.

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Im Halbfinal gegen Tschechien gewann Viktorija Golubic (WTA 129), die sich bereits am Samstag zur Heldin aufgeschwungen hatte, auch gegen Barbora Strycova (WTA 33) sensationell 3:6, 7:6 (8:6), 6:1 und glich damit zum 2:2 aus. Für die Schweiz spielt Überfliegerin Golubic mit Martina Hingis, für Tschechien Pliskova mit Lucie Hradecka, der Nummer 10 der Doppel-Weltrangliste.

Golubic, die an diesem Wochenende in der Luzerner Messe-Halle ihre ersten beiden Fedcup-Einzel spielte, verlor wie am Vortag den ersten Satz 3:6. Im zweiten Durchgang führte sie dreimal mit einem Break, musste die Tschechin aber jedes Mal wieder herankommen lassen. Im Tiebreak wehrte Strycova einen ersten Satzball mit einem Volleystopp ab, beim zweiten gelang der 23-jährigen Zürcherin mit einem perfekten Vorhand-Winner der entscheidende Punkt zum 8:6. Damit war eine Vorentscheidung gefallen, die Tschechin vom kräftezehrenden Rückschlag - der zweite Satz dauerte 74 Minuten - nicht mehr.

Im dritten Satz schwebte Golubic - von 4600 begeisterten Fans getragen - auf einer Wolke und schien gar nichts mehr falsch machen zu können. Ihr gelangen nun perfekte Bälle von überall auf dem Platz. Nach total gut zweieinhalb Stunden verwertete sie gleich den ersten Matchball mit ihrem Paradeschlag, der einhändigen Rückhand, zum Sieg und lässt das Schweizer Team weiterhin vom Finaleinzug träumen.

Bacsinszky besser, aber nicht gut genug

Zuvor hatte Timea Bacsinszky (WTA 17) gegen die eine Position schlechter klassierte Karolina Pliskova 4:6, 2:6 verloren. Bacsinszky startete besser ins Spiel als am Samstag bei ihrem Debakel (0:6, 2:6) gegen Strycova, nutzte aber ihre Chancen zu Beginn nicht. Die 26-jährige Waadtländerin kam im ersten und zweiten Aufschlagspiel der 1,86 m grossen Tschechin zu insgesamt drei Breakbällen, die diese jedoch allesamt abwehrte. Als Pliskova dann beim Stand von 4:4 zu ihrer ersten Möglichkeit kam, verschaffte sie sich mit einem energischen Smash den entscheidenden Vorteil im ersten Satz.

Damit war das Selbstvertrauen bei Bacsinszky wieder weg. Sie agierte zu passiv und ängstlich, vor allem mit der Vorhand. So gelang es ihr nicht, die grossgewachsene und nicht eben bewegliche Tschechin zum Laufen zu zwingen.

Pliskova zog schnell mit zwei Breaks auf 0:4 davon. Einmal hatte Bacsinszky in der Folge noch die Chance auf einen Service-Durchbruch, vergab jedoch auch diese. Insgesamt kamen beide Spielerinnen zu vier Breakbällen. Der grosse Unterschied: Bacsinszky nutzte keinen, Pliskova deren drei. Nach 74 Minuten holte sich die Tschechin den zweiten Punkt für ihr Team.

Emotionen im Griff

Dennoch fand Bacsinszky viel Positives in ihrer Leistung. Sie habe ihre Emotionen im Griff gehabt und viel besser gespielt als am Samstag. "Pliskova war einfach etwas besser und hatte in einigen Situationen etwas mehr Glück." Sie habe es in vielen Gesprächen bis tief in die Nacht mit Captain Heinz Günthardt, ihrem Umfeld und der Familie geschafft, sich wieder zu fokussieren. "Letztlich habe ich aber wohl am Samstag etwas zu viel Energie verloren."

Bacsinszky zeigt sich aber überzeugt, dass ihre Teamkollegin Golubic wie am Vortag die Kohlen aus dem Feuer holen kann und es zu einem entscheidenden Doppel kommt. Sie sollte Recht behalten.

(pep/Si)

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