Google, Facebook und Co. regulieren sich selbst
publiziert: Samstag, 4. Jul 2009 / 09:21 Uhr

Washington - Um der Regulierung durch die Regierung zuvor zu kommen, hat die US-Werbeindustrie nun eigene Standards für Datenschutz und das Sammeln von persönlichen Informationen im Netz vorgestellt.

User sollen dem Sammeln sensibler Daten zustimmen müssen.
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Vergangene Woche gingen Branchenvertreter mit ihrem Bericht «Self-Regulation Principles for Online Behavioral Advertising» an die Öffentlichkeit.

Damit reagieren sie direkt auf die Kritik von Regierung und Datenschützern bezüglich des Sammelns von Daten über das Surf- und Einkaufsverhalten sowie anderen Interessen von Internet-Usern, so die New York Times. Schon seit Anfang des Jahres hatte die US-Regierung den Druck auf die Branche erhöht.

Selbstregulierung nahegelegt

Im Juni wurden Vertreter von Facebook, Google und Yahoo zu dem Thema befragt. Die Federal Trade Commission (FTC) hatte bereits im Februar einen Bericht veröffentlicht, der den Verantwortlichen eine Art von Selbstregulierung nahelegte. Branchenvertreter hatten immer darauf bestanden, die Probleme selbst lösen zu können, um einer staatlichen Regulierung zu entgehen.

Das Interesse aus Washington hat die Fertigstellung des Berichts vorangetrieben, so Stuart P.Ingis, Anwalt der verantwortlichen Trade Groups. Selbstregulierung habe sich schon in der Vergangenheit als dynamischer und flexibler erwiesen. Man hoffe, dass sich die neuen Standards nun in der Praxis bewährten.

Beschwerde-System

In dem Bericht sollen viele der Regierungsvorschläge verwirklicht worden sein, die neuen Richtlinien sollen mit 2010 in Kraft treten. Mehr als 5000 unterschiedliche Unternehmen, unter anderem Google, Microsoft, Yahoo, Disney und Verizon, sind davon betroffen. So soll Transparenz gewährleistet werden, indem in Zukunft User deutlich darauf aufmerksam gemacht werden, wenn Daten über ihr Verhalten gesammelt werden. Wie diese Hinweise aussehen sollen, ist allerdings noch unklar.

Gleichzeitig wird es eine Art Beschwerde-System geben, wodurch Konkurrenz und Konsumenten auf grenzwertige Praktiken von Unternehmen aufmerksam machen können. Wenn besonders sensible Daten - zum Beispiel zu Finanzen oder Gesundheit - gesammelt werden, müssen die User zustimmen.

Nicht alle dürften damit zufrieden sein. So hatten Datenschützer noch rigidere Richtlinien gefordert. Pamela Jones Harbour, Mitglied der FTC, hingegen begrüsst die neuen Industriestandards. Der Bericht habe das Potenzial, den Datenschutz im Internet dramatisch zu verbessern.

(ht/pte)

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