Streaming-Device und Triple-Buffering
Google I/O: Suchgigant feuert aus allen Rohren
publiziert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 08:54 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Jun 2012 / 18:53 Uhr
Eröffnet wurde das Event von Googles Senior Vice President of Engineering, Vic Gundotra.
Eröffnet wurde das Event von Googles Senior Vice President of Engineering, Vic Gundotra.

San Francisco - Google hat am Mittwochvormittag (Ortszeit) in San Francisco seine Entwicklermesse «Google I/O» eröffnet. Im Rahmen der mehr als zweistündigen Keynote wurde ein Schwall an Neuerungen präsentiert.

13 Meldungen im Zusammenhang
Neben dem erwarteten Launch für Android 4.1 «Jelly Bean» und dem Startschuss für das «Nexus 7»-Tablet wird auch die Contentplattform Google Play mächtig aufgewertet. Mit dem Streaming-Gerät «Nexus Q» geht man zudem einen Schritt in Richtung Smart Home. Neuerungen gibt es auch für das Social Network Google+. Zudem liess man sich zu einer spektakulären Live-Demonstration von «Project Glass» hinreissen.

Eröffnet wurde das Event von Googles Senior Vice President of Engineering, Vic Gundotra. Dieser startete mit einigen Statistiken zum Erfolg des mobilen Betriebssystems Android. Innerhalb eines Jahres konnte die Anzahl der aktivierten Geräte mit dem OS von 400.000 auf eine Mio. gesteigert werden. In den meisten Industriestaaten konnte man ein Wachstum von 200 bis 300 Prozent verzeichnen, in vielen Schwellenländern lag dieses sogar bei 500 bis 600 Prozent. Weltweit laufen inzwischen über 400 Mio Devices mit Android.

Alles in Butter bei Android

Den technischen Kern der Neuerungen in Ausgabe 4.1 bildet «Project Butter». Das System läuft nun allumfassend mit einer Framerate von 30 Bildern pro Sekunde und unterstützt Triple Buffering. Das soll durchgängig flüssige Navigation und Animationen erlauben. Demonstriert wurde dies anhand von Zeitlupenaufnahmen. Auch neue Energiesparfunktionen wurden implementiert, so wird der Prozessor eines Android-Gerätes im Ruhemodus frühestens dann in vollem Umfang beansprucht, wenn der Bildschirm berührt wird. Ein Prognosealgorithmus soll zudem den Zeitunterschied zwischen Touch-Erfassung und Reaktion des Systems durch intelligente Vorhersage ausmerzen und so noch präzisere Eingabe ermöglichen.

Ansonsten liegt der Fokus auf neuen Interface-Features und Funktionen. Der Homescreen ist nun intelligenter. Icons ordnen sich bei der Vergrösserung oder Verschiebung von Widgets neu an. Beim Verschieben Letzterer auf einen anderen Startbildschirm wiederum passt sich die Widgets auf den vorhandenen Platz an. Android Beam kann nun auch Multimediainhalte verschicken und mit Bluetooth umgehen. Die Notifications können mit interaktiven Elementen angereichert werden und erlauben etwa das schnelle Antworten auf E-Mails, ohne dafür eine eigene App aufrufen zu müssen. Für Blinde wurde eine neue Navigationsmethode integriert, die Gesten und Sprachausgabe kombiniert.

Neben der aufgegeppten Sprachsuche konnte Google vor allem mit «Google now» für Aufmerksamkeit sorgen. Dieses Feature kann Informationen wie Ortsdaten, Browser-Suchhistorie und Kalendereinträge kombiniert für voraussehende Suchen verwenden. «Google now holt die richtige Information zur richtigen Zeit», so Gundotra. Das System ist beispielsweise in der Lage, die Anfahrtszeit zum nächsten Terminort in Echtzeit für das bevorzugte Verkehrsmittel zu berechnen und den User darüber zu informieren, wann er sich spätestens auf den Weg machen muss.

Nexus-Tablet ist «made for Google Play»

Die Marktplattform Google Play wurde massiv erweitert und bietet dank zahlreicher grosser Contentpartner wie Disney, Sony Pictures, Paramount oder das NBC-Kabelnetzwerk nicht nur Apps und Musik, sondern auch TV-Serien und Filme. Neu dabei sind auch Magazine. Die Play-App wurde mit einer neuen Recommendation-Engine ausgestattet und kann über das Mikrofon des jeweiligen Geräts Songs erkennen und im Store aufstöbern.

Mit dem von ASUS präsentierten Nexus 7 hat Google auch gleich das passende Consuming Device parat. Die bereits vorher geleakten Spezifikationen bestätigten sich. Im Gerät werkt eine Tegra-3-Plattform mit Quadcore-CPU und einem 12-Kern-Grafikchip. Die Bildschirmauflösung des Gorilla-Glass-Displays beträgt 1.280x800 Bildpunkte. Mit dabei sind WLAN, Bluetooth und NFC. Der Akku soll neunstündiges Videoplayback überdauern und 300 Stunden Standby-Time bieten. Passend dazu hat Google auch Currents und die YouTube-App mit einem Tablet-optimierten Interface aufgestockt. Das Pad für 199 Dollar ist bereits vorbestellbar und wird ab Mitte Juli ausgeliefert, vorerst aber nur in den USA, Kanada, Australien und Grossbritannien.

«Google-Kugel» drängt ins Wohnzimmer

Als zweites Devices wurde «Nexus Q» vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Android-kompatibles Streaming-Gerät im futuristischen Kugel-Look. Es kann Inhalte kabellos an andere Geräte streamen und Musik auch direkt über die eingebauten Lautsprecher wiedergeben. Dank «Social Streaming» können mehrere Nutzer eine kollaborative Playlist erstellen. Auch die Ansteuerung einzelner Räume ist mit mehreren Qs möglich. Die Wiedergabe lässt sich genauso auch synchronisieren.

Der eingebaute LED-Ring reagiert auf den gerade abgespielten Inhalt, der Gadget-Ball kann auch eigene Visualizer anzeigen und mit YouTube umgehen. Mit an Bord finden sich ein HDMI-Ausgang sowie ein optischer Audioanschluss für Musikliebhaber. Für Rechenleistung sorgt jener OMAP-Chipsatz, der auch im «Galaxy Nexus»-Smartphone verbaut ist. Bastler sollen dank des USB-Anschlusses selbst mit der Software des Gerätes experimentieren oder andere Hardware anschliessen können. Das «Nexus Q» wird für 299 Dollar verkauft, auch hier erfolgt die Auslieferung Mitte Juli. Bestellen können vorerst aber nur US-amerikanische Nutzer.

«Glass» bewährt sich bei Fallschirmsprung

Auch über Google+ gibt es einiges Neues zu berichten. So wurde die mobile App mit Anpassungen für Tablets aufgebohrt, die zeitgleich auch für iPad-Nutzer verfügbar sein werden. Die wichtigste Innovation ist allerdings die Einführung von «Events». Hier legt Google die Latte für Facebook höher und bereichert Veranstaltungsseiten nicht nur mit anpassbaren Coverbildern und schönen Einladungen, sondern kann im «Party Mode» über die App auch einen Live-Fotostream der Veranstaltung einrichten, der von allen Eingeladenen gespeist werden kann. Dieser dient später als Bilder-Archiv, das mit nachträglichen Updates ergänzt werden kann.

Mitten in den Vortrag zum Social Network platzte die Crew von Project Glass. Diese demonstrierte die Kapazitäten des smarten Brillenaufsatzes mit einem Live-Hangout während eines Fallschirmsprungs und liess die Teilnehmer anschliessend mit BMX-Rädern auf die Bühne fahren. Das lange geheim gehaltene «Baby» wird Anfang 2013 erstmals in die freie Wildbahn entlassen, allerdings nur für an der Google I/O teilnehmende Entwickler, die dafür 1.500 Dollar hinlegen. Wann das Augmented-Reality-System seinen Weg in den Handel findet, bleibt also noch für längere Zeit ungewiss.

(knob/pte)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
i beam und Grip UI von NTT DoCoMo.
Chiba - Anlässlich der CEATEC ... mehr lesen
Ende Juni hatte Google mit dem ... mehr lesen
Das Google Nexus 7 lässt aufhorchen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Google hat offenbar die Nachfrage nach einem höheren Speicher ernsthaft unterschätzt.
Erst vor knapp einem Monat hat ... mehr lesen
Vor etwa einem Monat hat Google die neueste Version seines Betriebssystems ... mehr lesen
HTC One X.
Marissa Mayer übernimmt das Amt von Scott Thompson.
San Francisco - Die Google-Spitzenmanagerin Marissa Mayer wird Chefin des Internetkonzerns Yahoo. Sie ist bereits der dritte CEO von Yahoo binnen eines Jahres. mehr lesen
Cupertino - Nachdem Apple auf ... mehr lesen 1
«iPad mini» und ein grösseres iPhone-5-Display?
Eine Kombination aus Google Maps und einer App lokalisiert das Smartphone.
Mountain View - Google hat ein neues Produkt vorgestellt, das es Unternehemen ermöglicht, ihre Angestellten über Smartphones in Echtzeit zu lokalisieren. mehr lesen
Braunschweig/Klagenfurt - Das ... mehr lesen
Android 4 kann schon jetzt mehr als iOS 6.
Google+ für Android.
Nachdem Google interessanterweise ... mehr lesen
Premium Website Ranking
GLOBONET GmbH
Toggenburgerstrasse 26
9500 Wil SG
Firmen, Produkte & Marken
Swissguide AG
Riedhofstrasse 45
8408 Winterthur
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich alles um Digital Marketing und E-Business dreht.
Die Besucher erwarten zwei kompakte Tage, an denen sich ...
Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo  Swiss Online Marketing und Swiss eBusiness Expo sind das jährliche Gipfeltreffen für Digital Marketing und E-Business. Am 5. und 6. April 2017, auf der Messe Zürich, vermitteln die Messen einen umfassenden Marktüberblick. mehr lesen 
Was sind die Hausaufgaben für Schweizer Unternehmen bei der Digitalisierung?
Überleben im digitalen Haifischbecken Google, Post, Handel Schweiz, VSV, GS1: Am Mittwoch, den 5. April diskutieren Big Player und Marktexperten über das ...
Britische Musikindustrie  Dem Branchenverband BPI zufolge war 2015 eigentlich ein tolles Jahr für britische Musiker - unter anderem dank hoher Einnahmen aus dem Audio-Streaming. mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 2°C 5°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Basel 1°C 6°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 4°C 2°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen starker Schneeregen
Bern 2°C 4°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen Schneeregenschauer
Luzern 4°C 4°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass stark bewölkt, Regen
Genf 5°C 7°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 9°C 11°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten