Noch kein wirksamer Schutz
Google erhält Patent für Gesichtserkennung
publiziert: Montag, 10. Sep 2012 / 10:04 Uhr

Das US-Patentamt hat Google ein Patent auf das Entsperren von Mobilgeräten per Gesichtserkennung erteilt.

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Das berichtet das Online-Portal heise.de. Das am vergangenen Dienstag zugeteilte Patent beschreibt eine Methode, bei der eine Kamera, die an einem Computer angeschlossen ist, ein Bild des Anwenders anfertigt. Dieses Foto wird mit bereits vorhandenen Bildern verglichen, um einen rechtmässigen Nutzer zu erkennen und ihm den Zugang zu dem Gerät zu gewähren. Wenn die Identifikation scheitert, kann der Nutzer sich mit einer festgelegten Geste auf dem Touchscreen oder der Eingabe eines Passworts an dem Gerät anmelden.

Noch im Frühjahr hatte Google alle Überlegungen zur Entwicklung einer Technik zur Gesichtserkennung dementiert. Damals war spekuliert worden, dass der Konzern persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern mit der Erkennung eines Gesichts in einem Foto verknüpfen wolle.

Bereits damals wurden erste datenschutzrechtliche Bedenken geäussert. Besonders die Verknüpfung zwischen Foto und privaten Daten könnte gefährlich sein, denn damit könnte man rein theoretisch Informationen über beliebige Fremde auf der Strasse anzeigen lassen.

Auch Konkurrent Apple arbeitet an Gesichtserkennung

Google-Konkurrent Apple hat im vergangenen Dezember ebenfalls einen Patentantrag für eine ähnliche Technik eingereicht. Im Unterschied zu Googles Technik - bei der es um den Zugang zu einem System geht - liegt hier der Schwerpunkt darauf, Störungen der biometrischen Erkennung beispielsweise bei verschiedenen Lichtverhältnissen auszugleichen.

Das Google-Betriebssystem Android enthält die Gesichtserkennungsfunktion seit der Version 4.0. Sie wird beispielsweise beim Google-Tablet Nexus 7 und beim Samsung-Smartphone Galaxy S3 als Login-Methode angeboten. Für die Identifizierung des Anwenders können Merkmale wie relative Position, Grösse und Umrisse der Augen, Nase, Wangenknochen und Wangen berücksichtigt werden.

Kurz nachdem Google die Funktion auf den Markt brachte, wurde demonstriert, dass sie leicht umgangen werden kann. Für die Entsperrung reicht mitunter lediglich ein Foto oder ein Video des Nutzers aus. Google selbst räumte ein, dass sie als experimentell anzusehen sei und nur wenig Sicherheit biete. Die «c't» empfiehlt daher, besser eine numerische PIN oder ein Passwort einzugeben.

(bert/sda)

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