Nur für Promis
Google+ führt Premium-Adressen ein
publiziert: Dienstag, 14. Aug 2012 / 14:33 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Aug 2012 / 17:28 Uhr
Eine virtuelle Geisterstadt versucht sich zu beleben.
Eine virtuelle Geisterstadt versucht sich zu beleben.

Mountain View/Hamburg/Gusborn - Google führt die Entwicklung seines sozialen Netzwerkes Google+ fort und führt für einige seiner prominenten Nutzer massgeschneiderte URL-Adressen ein.

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David Beckham auf Google+
Vanity-URLs sind zunächst nur bei Promi-Profilen verfügbar.
plus.google.com/+davidbeckham/posts

Auf Facebook und Twitter gibt es dieses Feature schon lange, jetzt zieht auch der Suchgigant nach. Eine der ersten Adressen, die an das neue System angepasst wurden, ist das Profil des englischen Fussballers David Beckham.

Experten bezweifeln Erfolg

«Wir sind noch nicht in der Lage, jedem seine eigene Adresse anzubieten. Schon bald wird es aber so weit sein», kündigt das Unternehmen an. Ein Mitarbeiter des Softwareriesen erklärt auf seinem Profil, wieso diese Änderung so wichtig ist. «Eine massgeschneiderte URL ist eine kurze, einprägsame Adresse, die direkt auf Ihr Profil verlinkt», sagt Saurabh Sharma. Er enthüllte auch einige der ersten Profile, die unter einer verkürzten URL zu finden sind. Darunter sind bekannte Namen wie Hugo Boss, Hugh Jackman, Britney Spears und David Beckham.

«Die neue Funktion wird Google+ nicht weiterhelfen. Googles Netzwerk hat zwar eine bessere Bedienbarkeit, das genügt aber nicht. Es gibt kein Feature, dass Google+ von Facebook unterscheidet», sagt Journalist Lars Reepesgaard, der 2008 das Buch «Das Google-Imperium» veröffentlicht hat, im Interview. Der Experte glaubt nicht, dass Google+ mit Facebook mithalten kann, er prognostiziert aber, «dass Google alle seine Dienste mit dem sozialen Netz verbinden wird.» Ausserdem bezweifelt er, dass es auf dieser Plattform viele Nutzer gibt: «Ich glaube, dass es sich um Karteileichen handelt. Viele sind nicht aktiv», so Reepesgaard.

Erwarterer Boom ausgeblieben

Google+ wurde als sicheres soziales Netzwerke angepriesen und sollte mit Facebook konkurrieren. Der von Google-Gründer Larry Page erwartete Boom ist bisher ausgeblieben. Die Nutzerzahlen sinken und damit sinkt auch der Wert für den geplanten Börsengang.

«Nach dem Facebook-Börsengang glaube ich nicht, dass auch Google+ an die Börse geht. Ohne das Kapital des Mutterunternehmens hat das Netzwerk keine Überlebenschance», beurteilt Reepesgaard die Situation. Eine von der englischen Social-Media-Agentur Umpf veröffentlichte Studie belegt, dass Google+ im Verhältnis zu Facebook und anderen Plattformen wie Twitter oder LinkedIn einer virtuellen Geisterstadt gleicht. Die Zahl der Shares auf Google+ sei der Untersuchung nach deutlich geringer als bei den Rivalen. Laut offiziellen Angaben hat Google+ über 170 Mio. Nutzer. Von deren Aktivitäten ist jedoch wenig zu spüren.

Auch Social-Media-Experte Reinhard Goy sagt der Google-Plattform keine rosige Zukunft voraus: «Die Änderungen sind ein guter Schritt zur besseren Akzeptanz. Ich wage aber zu bezweifeln, dass das der grosse Wurf ist.» Das Hauptmanko ist dem Experten zufolge die mangelnde Integration. «Es gibt kaum Möglichkeiten der Verknüpfung mit anderen sozialen Netzwerken.»

(bert/pte)

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