Google sieht Internet-Freiheit in Gefahr
publiziert: Dienstag, 27. Mai 2008 / 13:56 Uhr

Mountain View - Der Urheberrechtsstreit zwischen dem Medienkonzern Viacom und YouTube setzt sich fort. Die von Viacom eingebrachte Milliardenklage gegen das Videoportal gefährde die Freiheit im Internet, warnt nun YouTube-Eigentümer Google.

Auf YouTube kann weiterhin urheberrechtlich geschütztes Material angeschaut werden.
Auf YouTube kann weiterhin urheberrechtlich geschütztes Material angeschaut werden.
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Nachdem Viacom die ursprünglich vor einem Jahr eingereichte Klage im vergangenen Monat in veränderter Version erneuert hat, befürchten Google-Anwälte nun die Kriminalisierung von Millionen Internetnutzern.

«Diese Vorgangsweise gefährdet die Art und Weise, wie Menschen rechtmässig Informationen über das Internet austauschen», so das Argument.

Viacom wiederum beklagt, dass sich die Videoplattform weiterhin unfähig zeige, urheberrechtlich geschützte Inhalte von der Webseite fern zu halten.

Illegales Material werde umgehend entfernt

Aus Sicht des Medienkonzerns hat Google kaum etwas bzw. gar nichts getan, um die Rechtsverletzungen zu stoppen. Der Suchmaschinenkonzern sieht das naturgemäss anders und verweist darauf, dass sich YouTube an den Digital Millennium Copyright Act von 1998 halte und darüber hinaus mehr mache, um die Copyrights zu schützen, als rechtlich erforderlich wäre.

Urheberrechtlich geschütztes sowie illegales Videomaterial werde von Google umgehend entfernt, sobald dieses entdeckt bzw. gemeldet werde, sagt auch Google-Sprecher Kay Oberbeck.

Laut Viacom sind allerdings nach wie vor tausende unautorisierte Kopien von TV-Sendungen und Filmen auf dem Portal zu finden. Der Konzern habe rund 150'000 Clips aufgespürt, die gegen das Urheberrecht verletzen - darunter Clips von South Park, SpongeBob und MTV Unplugged.

Null Toleranz

Laut Viacom-Chairman Sumner Redstone sei die Klage nicht nur im eigenen, sondern im Interesse aller Rechteinhaber eingebracht worden. «Wir können keine Form von Piraterie tolerieren, eingeschlossen YouTube. Sie können nicht damit davon kommen, unsere Produkte zu stehlen», so Redstone in einem Interview mit «Dow Jones».

Für Google gibt es nach eigenen Aussagen nur einen Weg, den Rechtsstreit zu lösen - vor Gericht. Das Unternehmen sei bereit, bis zum Obersten Gerichtshof zu gehen.

Kritik von beiden Seiten

Schon nachdem die Klage zum ersten Mal eingebracht worden war, hatte Google eine Anti-Piraterietool auf YouTube eingeführt, das die eingestellten Videos nach möglichen Copyright-Verstössen durchsucht.

Während das Programm für Viacom offensichtlich nicht ausreichend ist, um gegen Internetpiraten vorzugehen, klagen andere wiederum, Google kontrolliere zu sehr und nehme viele Videos ungerechtfertigt von der Plattform.

Eine US-Studentengruppe hat sogar eine eigene Plattform ins Leben gerufen, die sich jenen Videos annimmt, die von YouTube gelöscht wurden. Wie viele Videos im Durchschnitt täglich von der Videoplattform gelöscht werden, gebe Google nicht offiziell bekannt, heisst es seitens Google Deutschland auf Nachfrage.

(rr/pte)

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