Googles Browser Chrome schlägt hohe Wellen
publiziert: Mittwoch, 3. Sep 2008 / 18:08 Uhr

Mountain View - Es ist nur eine Beta-Version, ein Produkt mit Macken und Fehlern. Dennoch hat die Veröffentlichung von Googles Browser Chrome hohe Wellen geschlagen.

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Google Chrome

Schon wenige Stunden nach Veröffentlichung am Dienstagabend hatten weltweit mehrere Millionen Nutzer das Programm heruntergeladen. Das bunte Logo sehen viele als Garanten für praktische Dienste, die das Leben im Internet leichter machen. Experten halten den Browser dagegen nicht nur für eines der Experimente, die der Konzern reihenweise startet.

Denn Chrome könnte die Bedeutung des Internets langfristig verändern. Den strategischen Gehalt des neuen Produktes machte Google-Gründer Sergey Brin bei der Vorstellung deutlich: «Unser Geschäft läuft gut, wenn die Leute das Internet viel nutzen.»

Quellcode offengelegt

Denn der Konzern bietet neben seiner Suchmaschine auch zahlreiche Online-Anwendungen, die Nutzer direkt aus dem Browser bedienen - etwa Programme für Mails, einen Kalender und eine Textverarbeitung. Diese sind aber aufwendig und laufen unter den derzeit genutzten Browsern oft holprig. «Wenn als Resultat von Chrome der Internet Explorer 9 deutlich schneller wäre, würden wir das als Erfolg ansehen», sagte Brin in Anspielung auf eine Programmversion von Microsoft, die es noch gar nicht gibt.

Google will also den Wettbewerb verschärfen, damit alle Browser schneller und sicherer laufen - und damit auch die eigenen Online-Anwendungen, mit denen man dem Rivalen aus Redmond und seinen kostenpflichtigen «Office»-Produkten einheizt.

Daher ist auch nicht verwunderlich, dass Google den Quellcode offenlegt. So erreicht man so Entwickler, die freiwillig ihre Arbeitskraft einbringen. Und andere Open-Source-Projekte wie Mozilla, das den Firefox-Browser entwickelt, dürfen Funktionen aus Chrome übernehmen und für die Verbreitung der Technologie sorgen.

Imageschaden möglich

Mit der Veröffentlichung einer vorläufigen Version geht Google allerdings das Risiko ein, dass Schwächen und Lücken dem Image des neuen Produktes schaden.

Nach einer ersten Prüfung sind auch Datenschützer skeptisch. Denn bei der Installation erzeuge das Programm eine Identifikationsnummer. Sie wird zwar laut Unternehmen nur für Aktualisierungen der Software eingesetzt. «Schon beim Start des Computers wird nach Updates gesucht und damit auch die Nummer übermittelt», sagte ein Experet.

Damit seien Nutzer für Google theoretisch jederzeit identifizierbar. Wer das Unternehmen ohnehin für eine Datenkrake hält - und das sind nicht wenige - dürfte hier sicherlich stutzen.

Für ein seriöses Fazit ist es zu früh, die Entwicklung ist im vollen Gange. Dennoch: Mit Chrome ist zu rechnen - als eigenständiges Programm wie auch als Wettbewerber, der den anderen im Nacken sitzt.

(ht/sda)

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