US-Präsidentschaftswahlen
Gore und Bush liegen Kopf an Kopf
publiziert: Montag, 4. Sep 2000 / 15:21 Uhr

Washington - Am ersten Montag im September waren die US-Präsidentschaftswahlen in den vergangenen 50 Jahren fast immer schon entschieden: Wer am Labor Day (Tag der Arbeit) im Rennen ums Weiße Haus in Umfragen klar die Nase vorn hatte, setzte sich auch bei den Wahlen zwei Monate später durch.

Bill Clinton schlug 1996 Bob Dole und 1992 George Bush, dieser ließ 1988 Michael Dukakis hinter sich, Ronald Reagan zog 1984 vor Walter Mondale ins Weiße Haus ein. In diesem Jahr aber geben die Umfragen keinerlei Aufschluss: Weder der Demokrat Al Gore noch der Republikaner George W. Bush konnten bis zum Montag einen Vorsprung herausholen.

«Es gibt viele Belege dafür, dass sich die Umfragewerte ab dem Labor Day verfestigen», sagt Wahlkampfforscher James Campbell aus Buffalo. Nach den Nominierungsparteitagen dauert es auch nach Ansicht seiner Kollegen ein bis zwei Wochen, bis sich die Werte stabilisieren. Und das sei eben meist zum Labor Day Anfang September, an dem in den USA traditionell die Endphase des Präsidentschaftswahlkampfs beginnt.

«Nach den Parteitagen bekommt man eine ganz gute Vorstellung davon, wie das Rennen weitergeht», meint Andrew Kohut, Direktor eines Wahlforschungsinstituts. Doch in diesem Jahr zeichnet sich noch nicht mehr ab als ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vizepräsident Gore hat nach dem Wahlparteitag Mitte August in der Wählergunst deutlich aufgeholt und liegt jetzt mit dem texanischen Gouverneur Bush in etwa gleichauf.

Am ähnlichsten ist die Situation der Lage von 1960. Damals entschieden sich die Wähler in Umfragen Anfang September etwa zu gleichen Teilen für John F. Kennedy und Richard Nixon. Ganz knapp gewann Kennedy schließlich mit 49,7 Prozent. Nixon kam auf 49,5 Prozent. Gores Wahlkampfteam führt aber gern das Jahr 1988 an, als der spätere Gewinner ab dem Wahlparteitag stetig zulegte, wie dies Gore bislang auch tat. Gore wünscht sich dementsprechend, dass die Parallelen anhalten - bis auf den Namen des Siegers. Denn dieser hieß vor zwölf Jahren George Bush; der Vater des jetzigen gleichnamigen Präsidentschaftsbewerbers behauptete sich damals gegen Dukakis. «Dieses Jahr ist einiges anders», meint jedoch der Meinungsforscher Bob Teeter, der Bush Senior in seiner Wahlkampagne unterstützte. «Dukakis war ein armseliger Bewerber, und diesmal sind weder Bush noch Gore schlechte Kandidaten.»

Der Glaube an die Gesetzmäßigkeiten wird spätestens mit der Erinnerung an das Wahljahr 1948 erschüttert. Harry Truman lag im September abgeschlagen hinter dem Konkurrenten Thomas Dewey. Die Medien stellten sich auf einen Wahlsieg Deweys ein. Zwei Monate später zeigte sich Gewinner Truman den Journalisten triumphierend mit einer Zeitungsseite: «Dewey schlägt Truman», stand dort zu lesen.

(AP)

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