Mexiko
Gouverneur tritt wegen verschwundener Studenten zurück
publiziert: Freitag, 24. Okt 2014 / 07:12 Uhr
Gouverneur Ángel Aguirre Rivero steckt zu tief im Korruptionssumpfe.
Gouverneur Ángel Aguirre Rivero steckt zu tief im Korruptionssumpfe.

Mexiko-Stadt - Der Skandal um Dutzende verschleppte Studenten in Mexiko hat politische Konsequenzen. Der Gouverneur von Guerrero stellt sein Amt zur Verfügung. Zuletzt waren immer mehr Details über die Verstrickung von Politik und organisiertem Verbrechen bekanntgeworden.

4 Meldungen im Zusammenhang
Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender Studenten im Südwesten Mexikos hat der Gouverneur des Bundesstaats Guerrero seinen Posten zur Verfügung gestellt. Ángel Aguirre Rivero bat den Regionalkongress am Donnerstag, ihn von seinem Amt freizustellen.

Der Politiker der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) war wegen seines Krisenmanagements im Fall der vermissten Studenten zuletzt immer stärker in die Kritik geraten.

Zu einer Lösung beitragen

Mit dem Schritt wolle er ein günstigeres politisches Klima schaffen und zu einer Lösung beitragen, sagte Aguirre. Gewählte Politiker in Mexiko können ihr Amt nicht eigenmächtig aufgeben, sondern müssen um eine Entbindung von ihren Posten bitten. Die Amtszeit von Aguirre endet regulär im kommenden Jahr.

Nach Auseinandersetzungen in der Stadt Iguala am 26. September hatten Polizisten 43 Lehramtsstudenten verschleppt. Sie übergaben sie der kriminellen Organisation «Guerreros Unidos». Von den jungen Menschen fehlt jede Spur. Bei in mehreren Massengräbern entdeckten Leichen handelt es sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft nicht um die Vermissten.

Bürgermeister-Ehefrau verdächtigt

Der Bürgermeister der Stadt soll den Einsatz angeordnet haben. José Luis Abarca gehört ebenfalls der PRD an und wollte offenbar verhindern, dass die Studenten eine Rede seiner Frau stören. Die Bürgermeister-Gattin wiederum ist führendes Mitglied der «Guerreros Unidos». Die Bande hat nach Einschätzung der Ermittler die Stadtverwaltung und die örtlichen Sicherheitskräfte infiltriert.

Guerrero gilt als gefährlichster Bundesstaat Mexikos und als ein Hort der Korruption. Mittlerweile hat die Bundespolizei in zwölf Ortschaften der Region die Kontrolle übernommen. Die Gemeindepolizisten wurden entwaffnet und zur Überprüfung in eine Kaserne der Streitkräfte gebracht.

Regierungssitz in Brand gesteckt

«Ich habe öffentlich erklärt, wenn mein Rücktritt dabei hilft, diese Angelegenheit zu regeln, werde ich dem nicht im Wege stehen», sagte Aguirre bei einer Pressekonferenz am Abend (Ortszeit). Die vermissten Studenten zu finden, habe absolute Priorität.

In der vergangenen Woche hatten aufgebrachte Kommilitonen der verschleppten Studenten den Sitz der Regionalregierung von Guerrero in Brand gesteckt. Die Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa drangen in der Provinzhauptstadt Chilpancingo in den Regierungspalast ein und legten in einigen Büros Feuer.

(jz/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Mexiko-Stadt - Fast einen Monat nach dem Verschwinden Dutzender ... mehr lesen
Das Rathaus der Stadt Iguala wurde von Demonstranten angezündet. (Symbolbild)
Der oberste Chef der Organisation «Guerreros Unidos» wurde festgenommen.
Mexiko-Stadt - Drei Wochen nach ... mehr lesen
Chilpancingo - Bei den in mehreren ... mehr lesen
14 weitere Polizisten wurden festgenommen. (Symbolbild)
Die Polizei hat 43 Studenten verschleppt. (Archivbild)
Chilpancingo - Wütende Studenten haben bei Protesten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero den örtlichen Regierungssitz teilweise in Brand gesteckt. Die Demonstranten zerschlugen ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich -1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
Basel -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 0°C 1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Bern -3°C 4°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebelfelder
Luzern 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Genf 1°C 6°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 2°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten