26-mal höhere Sterblichkeit
Granatapfel, Brokkoli, Grüntee & Kurkuma helfen gegen Prostatakrebs
publiziert: Donnerstag, 20. Jun 2013 / 16:53 Uhr
Brokkoli soll Prostatakrebs vorbeugen.
Brokkoli soll Prostatakrebs vorbeugen.

Chicago - Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 67.700 Neuerkrankungen. Prostatakrebs ist nach einem Bericht des Statistischen Bundesamtes von 2012 die sechsthäufigste Todesursache bei Männern.

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Doch viele Prostatakrebspatienten müssen nicht gleich operiert werden, sondern können die aktive Überwachung als anerkannte Therapieoption wählen. Prostatakrebs-Patienten haben häufig einen starken Willen, ihren Gesundheitszustand aktiv durch Veränderungen ihrer Lebens- und Ernährungsweise zu verbessern. Darin liegt eine grosse Chance, die Lebensdauer und vor allem auch die Lebensqualität insgesamt zu erhöhen. Auf dem weltweit wichtigsten Krebskongress der American Society for Clinical Oncology (ASCO) in Chicago wurde am 02. Juni 2013 eine in diesem Zusammenhang bedeutende Studie vorgestellt.

Viele Lebensmittel, die reich an Polyphenolen sind, darunter Granatäpfel, Brokkoli, grüner Tee und Kurkuma, werden mit positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit in Verbindung gebracht. Da es uns nicht immer leicht fällt, grosse Mengen dieser Lebensmittel zu uns zu nehmen, wurde in dieser Studie von Thomas et al. (2013) untersucht, ob sich auch die Einnahme dieser Lebensmittel in konzentrierter Form als Nahrungsergänzungsmittel positiv bei Männern mit Prostatakrebs auswirken kann.

In der doppelblinden, randomisierten Studie wurde 203 Prostatakrebspatienten über einen Zeitraum von sechs Monaten entweder ein polyphenolreiches Nahrungsergänzungsmittel verabreicht, das eine Mischung von Extrakten aus Granatapfel, grünem Tee, Brokkoli und Kurkuma enthielt, oder ein Placebo. 59 % der Studienteilnehmer befanden sich zum Zeitpunkt der Studie unter «aktiver Überwachung» (active surveillance), 41 % hatten bereits nach einer erfolglosen Primärtherapie erneut erhöhte PSA-Werte zu verzeichnen (watchful waiting). Der PSA-Wert ist der wichtigste Verlaufsmarker bei Prostatakrebs: Je langsamer der PSA-Wert nach einer Therapie ansteigt, desto länger ist normalerweise die Lebenserwartung.

PSA-Werte erhöten sich

Während sich im Median der PSA-Wert in der Polyphenol-Gruppe nach sechs Monaten durchschnittlich um nur 14,7 % erhöhte, waren es in der Placebo-Gruppe 78,5 %. Am Ende der Studie konnten in der Nahrungsergänzungsmittel-Gruppe 61 Studienteilnehmer (46 %) einen stabilen oder sogar geringeren PSA-Wert aufweisen, während dies in der Placebo-Gruppe bei lediglich 9 Personen (14 %) der Fall war. Diese Ergebnisse spiegeln auch wider, wie nach Beendigung der Studie weiter mit der Therapie der Patienten verfahren wurde. In der Gruppe mit dem Nahrungsergänzungsmittel konnten 114 Studienteilnehmer (92,6 %) das bisherige nebenwirkungsfreie Verfahren fortführen, während das nur auf 38 Teilnehmer (74 %) der Placebo-Gruppe zutraf. Nebenwirkungen traten keine auf.

Ernährungs- und Lebensstilintervention verbessern Tumorgenetik, Lebensqualität und PSA-Verlauf Bekannt ist, dass eine familiäre Vorbelastung das Erkrankungsrisiko eines Prostatakarzinoms in etwa verdoppelt. Doch können unsere Gene und deren Expression durch unsere Ernährung und Lebensweise positiv oder auch negativ verändert werden. Forscher um Dean Ornish von der University of California hatten in der GEMINAL-Studie (Ornish et al., 2008) Männer mit Prostatakrebs rekrutiert. Diese mussten ihren Lebensstil radikal umstellen: Sie ernährten sich gesund (fettarme pflanzliche Vollwertkost), gingen 6 Tage pro Woche mindestens 30 Minuten spazieren, machten Stress-Management-Kurse (Yoga, Atemübungen, Meditation, Visualisierungsübungen, progressive Muskelentspannung) und nahmen einmal in der Woche an einer gemeinsamen Gruppensitzung teil. Die Mediziner entnahmen den Probanden sowohl vor als auch drei Monate nach dieser Intervention Biopsien der Prostata. In diesen konnten die Forscher Veränderungen in der Expression für mehrere hundert Gene nachweisen. Für die Tumorbildung wichtige Gene wurden herunterreguliert, krebsbekämpfende Gene waren hingegen aktiver als vor der Lebensstilumstellung.

Dass diese Auswirkungen auch von prognostischer Relevanz sind, zeigte eine weitere Studie von Ornish, in der sich durch die gleiche Lebensstiländerung die Ergebnisse einer «aktiven Überwachung» (active surveillance) deutlich verbessern liessen. Das Fortschreiten des Prostatakarzinoms zu einer notwendigen invasiven Therapie konnte durch die oben beschriebenen Massnahmen um mindestens 2 Jahre verzögert werden (Frattaroli et al., 2008). Nach zwei Jahren mussten sich nur 5 % der Ornish-Gruppe einer invasiven Therapie unterziehen, während das Fortschreiten der Erkrankungen 27 % der Kontrollgruppe zu einer solchen Therapie zwang. In einer weiteren, allerdings sehr kleinen Studie ernährten sich 14 Patienten mit rezidivierendem Prostatakrebs über 6 Monate fettarm und pflanzlich und praktizierten zusätzlich ein Stressmanagement. Vier von zehn auswertbaren Patienten konnten ein absolutes Absinken des PSA-Wertes, neun von zehn eine deutliche Verlängerung der PSA-Verdopplungszeit - im Median von 11,8 Monaten auf 112,3 Monate - verzeichnen (Saxe et al., 2006).

Positive Nebenwirkungen

Diese Lebensstilveränderungen haben wichtige positive «Nebenwirkungen»: 1. Die Lebensqualität der Studienteilnehmer stieg deutlich im Vergleich zu der Kontrollgruppe. 2. Ausgesprochen positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, wie z. B. eine 90 %ige Reduktion von Angina Pectoris-Anfällen und ein Rückgang der Stenosen in Herzkranzgefässen bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit über einen Zeitraum von 5 Jahren (Ornish et al. 1998)

Warum sterben westliche Männer bis zu 26-mal häufiger an Prostatakrebs als Asiaten? Die lebenslange Ernährungs- und Lebensweise sind massgebliche Faktoren in der weltweit extrem unterschiedlichen Prostatakrebssterblichkeit. Entscheidend ist hierbei nicht nur, was Prostatakrebskranke die letzten Jahre vor ihrer Erkrankung gegessen haben, sondern vielmehr das lebenslang praktizierte Ernährungsmuster, das zur Entwicklung des Karzinoms beigetragen hat. Die im Folgenden zugrunde liegenden Sterblichkeitsraten sind von der International Agency for Research on Cancer hinsichtlich der Lebenserwartung des jeweiligen Landes angepasst, so dass die Zahlen der verschiedenen Länder vergleichbar werden.

Die Schweiz, Schweden und Norwegen waren jahrzehntelang führend im Konsum von Milchprodukten, Fleisch und Zucker. Im Jahr 2000 war die altersstandardisierte Prostatakrebssterblichkeit in allen drei europäischen Ländern 27-mal höher als in China, 19-mal höher als in Vietnam und 13,5-mal höher als in Südkorea - asiatische Länder, in denen die Männer den grössten Teil ihres Lebens sehr wenig Milchprodukte und Fleisch verzehrt haben. Die Genetik scheint bei diesem Phänomen nur eine geringe Rolle zu spielen, denn die Überlebensvorteile der Asiaten verschwinden nach einer Migration in westliche Länder und Übernahme eines westlichen Ernährungsmusters. Auch in Asien selbst ist durch die zunehmende Verwestlichung der Ernährungsweise bereits eine enorme Zunahme der altersstandardisierten Prostatakrebssterblichkeit festzustellen.

Vergleich zwischen 71 Ländern

Colli und Colli (2006) haben die Ernährungsgewohnheiten und die Sonnenexposition in 71 Ländern mit der jeweiligen altersstandardisierten Prostatakrebsmortalität verglichen. Tierische Lebensmittel und Zucker waren dabei die stärksten Faktoren für eine erhöhte Prostatakrebsmortalität, während Sonnenexposition, Getreide, Ölsaaten, Soja und Zwiebeln protektiv wirkten. Weltweit korreliert die auf vielen Fleisch- und Milchprodukten sowie Zucker basierende westliche Ernährung durchweg mit einer hohen Prostatakrebsmortalität, während die asiatische Ernährung auf der Basis von Reis, Sojabohnen und Gemüse mit einer sehr niedrigen Sterblichkeitsrate einhergeht.

Traditionelle Ernährung in Asien Die Ernährungsweise in asiatischen Ländern war ursprünglich sehr arm an tierischem Protein. Die Bewohner von Okinawa, einer zu Japan gehörigen Insel, stellten lange Zeit die langlebigste Population der Welt dar; traditionell verzehrten sie durchschnittlich pro Tag 15 g Fisch, nur 3 g Fleisch und kaum Milchprodukte (1949). Das pflanzliche Protein stammte zu einem grossen Teil aus Sojabohnen, die grosse Mengen an Isoflavonen enthalten, welche zum Schutz vor Prostatakrebs und Brustkrebs beitragen. Dennoch kann dies allein nicht die extrem niedrige Krebsrate erklären. Wesentliche Merkmale der Okinawa-Ernährung waren neben Tofu immer auch reichlich Gemüse sowie Süsskartoffeln, Kräuter, Gewürze (z. B. Kurkuma mit Kurkumin) und Grüntee. Das bedeutet eine relativ geringe Gesamtenergieaufnahme, eine hohe Vitalstoffdichte und eine niedrige Kaloriendichte.

In China wurden traditionell wenig Fisch und Fleisch sowie praktisch keine Milchprodukte konsumiert. Die Grundernährung bestand aus viel isoflavonreichem Soja und Gemüse. Insbesondere der zu den Kreuzblütlern zählende Chinakohl und andere Kohlsorten sind Grundnahrungsmittel. Der Verzehr von Fleisch ist erst in den letzten zwei Jahrzehnten drastisch um mehr als das 14-Fache angestiegen, beträgt aber immer noch nur etwa die Hälfte des westlichen Niveaus. Nach wie vor werden dort wenige Milchprodukte verzehrt, auch wenn der Trend neuerdings stark steigend ist. Der Fischkonsum hat sich seit den 90er-Jahren von 22 g auf 84 g fast vervierfacht. Allem Anschein nach folgt China mit einigen Jahrzehnten Verzögerung dem Beispiel Japans, dessen Verwestlichung in den 60er-Jahren begann und dessen Prostatakrebsmortalität im Jahr 2008 altersstandardisiert um 150 % höher lag als in China, Vietnam oder Thailand. Allerdings erfolgt die Verwestlichung Chinas schneller und intensiver als in Japan, was sich bereits in rapide steigendem Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen äussert. Seit dem Jahr 2000 ist in China die altersstandardisierte Prostatakrebsmortalität bereits um 80 % gestiegen.

Alte Ernährungskultur ohne Fleisch- und Milchprodukte

The Cambridge World History of Food (2000) berichtet, dass Japan auf eine sehr alte Ernährungskultur ohne Fleisch- und Milchprodukte zurückblickt. Von 675 n. Chr. bis in das 15. Jahrhundert war das Essen von Säugetieren weitestgehend staatlich verboten - man nahm die Gewaltlosigkeit der buddhistischen Lehre ernst. Daher gab es auch keine Tierzucht. Milchprodukte konnten sich auch danach nie in Japan, China oder Korea etablieren. Die Betonung der japanischen Küche lag auf dem natürlichen Geschmack der Lebensmittel. Frischkost galt als Devise, auch Fisch in kleiner Beigabe wurde überwiegend roh verzehrt. Grüntee, Soja und Natto (traditionelle japanische Speise aus mit Bacillus subtilis fermentierten Sojabohnen, sehr reich an Vitamin K2), Kreuzblütler und andere fettarme pflanzliche Nahrungsmittel waren fundamentale Bestandteile dieser Kost.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges konnte neben einem höheren Fischverbrauch auch ein steigender Konsum von Milch (20-fach), Fleisch (9-fach) und Eiern (7-fach) verzeichnet werden. Die Prostatakrebsmortalität stieg in diesem Zeitraum um das 25-Fache an, dennoch ist sie noch immer deutlich niedriger als in Europa, Südamerika und den USA.

Ernährung in Europa: reich an tierischem Protein und Fett Europäische Männer ernähren sich inzwischen alle relativ ähnlich. Laut der grossen europäischen EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) sind tierische Lebensmittel die Hauptproteinlieferanten: Im Schnitt kommen 32 % des Proteins aus Fleisch, 9 % aus Käse, und 7 % aus Milch. Verglichen mit China essen die Europäer somit 4- bis 11-mal mehr tierisches Eiweiss in Form von Fleisch, Wurst, Käse, Milch und Fisch. Die geringste Menge an tierischem Eiweiss, die von europäischen Männern verzehrt wird, liegt sogar mehr als 14-mal über dem traditionellen tierischen Eiweisskonsum der Bewohner Okinawas. Interessant ist hierbei, dass die deutsche Ernährung im 18. Jahrhundert in Bezug auf das Verhältnis der Makronährstoffe der traditionellen Ernährung von Okinawa ähnelte.

Fleischonsum verfünffacht in den Mittelmeerländern

In den Mittelmeerländern Spanien, Portugal und Griechenland hat sich der Fleischkonsum seit 1961 verfünffacht. Von der mediterranen Ernährungsweise ist nicht mehr viel übrig, was sich auch in der Prostatakrebsmortalität widerspiegelt. Da scheinen auch das viele Sonnenlicht und das dadurch erzeugte Vitamin D nicht mehr ausreichend protektiv zu wirken.

Ernährung in Uruguay: jahrzehntelang viel Fleisch und Milch Sehr aufschlussreich ist auch der Vergleich zwischen den vielen aktiven Greisen in China und Okinawa mit den Männern Uruguays, die nach unserem Verständnis «sehr gut» gelebt haben. Uruguay gilt aufgrund seines seit vielen Jahrzehnten stabilen Wohlstands nicht ohne Grund als die «Schweiz Südamerikas». Nach WHO-Zahlen von 2008 starben Männer in Uruguay 13-mal und in Deutschland 6-mal häufiger an Prostatakrebs als Chinesen, Thailänder und Vietnamesen.

Die Einwohner von Uruguay haben sich zeitlebens konträr zu den Asiaten ernährt. Das südamerikanische Land pflegt seit vielen Jahrzehnten einen hohen Konsum von Milchprodukten und ist weltweit die Nummer 1 im Rindfleischkonsum. Schon 1961 verzehrten die Frauen und Männer in Uruguay im Schnitt 315 g Fleisch am Tag, das 32-Fache der Chinesen im selben Jahr. Im Jahr 2008 starben die Uruguayer 13-mal häufiger an Prostatakrebs als Chinesen. Auch die hervorragende Qualität des Weidenrindfleisches in Uruguay ändert daran nichts. Die hohe Zufuhr der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure, die in Uruguay vor allem durch den Verzehr von Weidenrind aufgenommen wird, wirkt hier nicht günstig, sondern erhöht bei Männern in Uruguay das Prostatakrebsrisiko um den Faktor 3,91 (De Stéfani et al., 2000).

Ursache für die geringe durchschnittliche Lebenserwartung

Dieses Ernährungsmuster dürfte eine wesentliche Ursache für die geringe durchschnittliche Lebenserwartung (WHO, 2009) und die extrem hohe Sterblichkeitsrate durch Prostatakrebs, Brustkrebs und Darmkrebs sein, die das Land trotz seines optimalen Klimas und seines gut ausgebauten Sozial- und Gesundheitssystems aufweist. Frauen in Uruguay sterben 4-mal häufiger an Brustkrebs als Chinesinnen. Die Dickdarmkrebsmortalität beider Geschlechter ist 2,3-mal so hoch. Migrationsstudien bestärken dieses Ergebnis: Wer von Ländern mit niedrigem Krebsrisiko nach Uruguay zieht, erhöht sein Risiko, an Prostata-, Brust-, Speiseröhren-, Dickdarm- oder Gebärmutterkrebs zu erkranken. Die Erkrankungsrate der Migranten passt sich der erhöhten Zahl in Uruguay an. In einer Fall-Kontroll-Studie in Uruguay erhöhte viel rotes Fleisch das Risiko für Prostatakrebs um 100 %, süsse Nachspeisen um 80 %, eine hohe Energiezufuhr um 90 %, und eine hohe Gesamtfettaufnahme um 80 %. Dagegen senkten viel Gemüse und Früchte das Risiko um 50 % (Deneo-Pellegrini et al., 1999).

Obwohl die Männer in Uruguay für ihre Gesundheit bzw. ihre Krankheiten das 3-Fache der Chinesen ausgeben und sich das auch leisten können, haben sie dennoch eine kürzere Lebenserwartung (WHO, 2009). Die Deutschen liessen sich 2011 ihre Gesundheit das 10-Fache der Chinesen kosten - bei identisch vielen gesunden Lebensjahren. Schockierend für das deutsche Gesundheitssystem dürfte auch sein, dass im Jahr 1981 ein 65-jähriger Chinese, der die Tücken eines Entwicklungslandes überlebt hatte, mit einem winzigen Bruchteil des Kostenaufwandes fast die gleiche Lebenserwartung wie ein Deutscher erreichte. Ein 65-jähriger Chinese hatte im Schnitt noch 12,44 Jahre zu leben, insgesamt also 77,44 Jahre, der 65-jährige Deutsche hatte noch 13,09 Lebensjahre, insgesamt 78,09 Jahre. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass hohe Gesundheitsausgaben nicht vor Krankheit und Tod schützen.

Wurst nicht durch Käse, sondern durch Tofu und Gemüse ersetzen Da ausser Wurst und Fleisch insbesondere Milchprodukte die Entwicklung von Prostatakrebs fördern, überrascht das Ergebnis der EPIC-Studie nicht. Die Studie zeigt zwar grosse Schwankungen in Bezug auf den Verzehr der einzelnen Gruppen tierischer Lebensmittel (Fisch, Fleisch, Milch), sie belegt jedoch auch den generell hohen Konsum tierischer Lebensmittel insgesamt. Das Studienergebnis erklärt somit, warum deutlich protektive Effekte nur dann zu erwarten sind, wenn man grundsätzlich sein Ernährungsmuster ändert und sich überwiegend pflanzlich ernährt, statt einfach nur Wurst oder Fleisch durch Käse, Joghurt und Milch zu ersetzen. Wie wirkungsvoll die Verwendung von Sojamilch als Kuhmilch-Alternative ist, zeigte die Studie von Jacobsen et al. (1998): Männer mit einem hohen Konsum an Sojamilch senkten ihr Risiko an Prostatakrebs zu erkranken um 70 %.

Grund für die protektive Wirkung eines hohen Gemüsekonsums

Die protektive Wirkung eines hohen Gemüsekonsums in Bezug auf die Entwicklung eines fortgeschrittenen Prostatakarzinoms belegt eine Studie von Kirsh et al. (2007). Männer, die viel Gemüse verzehrten, hatten ein um 59 % reduziertes Risiko im Vergleich zu Männern mit einem geringen Gemüseverzehr. Insbesondere Brokkoli und Blumenkohl führten zu einer Risikominderung um 45 % bzw. 52 %, wenn sie häufiger als einmal pro Woche verzehrt wurden, verglichen mit einem Konsum von weniger als einmal pro Monat.

Ein ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung von Prostatakrebs ist also ein jahrzehntelang gepflogenes Ernährungsmuster. Eine Überprüfung der eigenen Ernährungsgewohnheiten ist der erste Schritt zur Änderung krank machender Gewohnheiten. Das wäre nicht nur gut für die Prostata, sondern auch für das Herz-Kreislauf-System. Daneben spielen auch regelmässige Bewegung, Frischluft, Sonnenlicht und ausreichend Entspannungsphasen eine wichtige Rolle.

Über das Dr. Jacob's Institut für komplementärmedizinische Forschung Das Dr. Jacob's Institut für komplementärmedizinische Forschung hat sich zum Ziel gesetzt, ganzheitliche Zusammenhänge in der Ernährungs- und Naturheilkunde wissenschaftlich aufzuklären. Zu den aktuellen Forschungsgebieten gehören die Pathogenese von Zivilisationserkrankungen, metabolisches Syndrom, Ernährungsfaktoren bei Prostatakrebs, Granatapfel-Polyphenole, Mineralstoff-, Säure-Basen- und Energie-Haushalt im Zusammenhang mit Leberstoffwechsel und Darmmikrobiom sowie Omega-3-Fettsäuren.

(tafi/pte)

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