Olympia Skeleton:
Gregor Stähli holt Bronze im Skeleton
publiziert: Mittwoch, 20. Feb 2002 / 19:37 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Feb 2002 / 08:35 Uhr

Park City - Gregor Stähli ist den Vorschusslorbeeren ziemlich gerecht geworden und hat im ersten olympischen Skeletonrennen seit 54 Jahren Bronze gewonnen. Maya Pedersen Bieri beendete das Rennen der Frauen nach einer schlechten ersten Fahrt als Fünfte.

Die Amerikaner nutzten den Heimvorteil im teilweise dichten Schneetreiben im Utah Olympic Park in Park City weidlich aus, verbuchten im Wettkampf der Frauen durch Tristan Gale und Lea Ann Parsley einen Doppel-Erfolg und stellten im Rennen der Männer mit Jim Shea den Olympiasieger.

Die Schweizer zeigten erst in der Reprise, was in ihnen steckt. Sowohl Stähli (34) wie Pedersen Bieri (29) durchmassen den zweiten Durchgang jeweils am schnellsten. Stähli schaffte dank der Bestzeit noch den Sprung vom 4. Platz aufs Podest. Weltmeisterin Pedersen Bieri lag nach halbem Pensum jedoch zu weit im Hintertreffen, um nochmals in den Kampf um die Medaillen zurückkehren zu können. Bronze verpasste die mit einem Norweger verheiratete Berner Oberländerin schliesslich um 0,18 Sekunden.

«Ich war im ersten Lauf während einer Hundertstelsekunde zu wenig konzentriert und musste energisch korrigieren», sagte Pedersen Bieri. Sie war in diesem Winter nie schlechter als auf Platz 5 klassiert, und auch das in einem Schneerennen. «Ich habe die Medaille mit dem Steuerfehler selber vergeben. Aber mit einem 5. Rang kann ich wohl nicht aufhören.»

Stähli war nach der imposanten Weltcup-Saison als Kronfavorit, aber mit bloss 21 Fahrten auf dem Olympia-Bobrun gestartet, derweil Shea (34) den Eiskanal vor dem wichtigsten Skeletonrennen aller Zeit schon mehrere 100 Mal befahren hatte. Stähli ist Shea athletisch überlegen, aber insbesondere am Start zum ersten Durchgang schlug der Zürcher zu wenig Kapital aus diesem Vorteil. Der Schweizer erreichte in der Startspur bloss die zweitbeste Zeit, während er bei all seinen Weltcup-Triumphen auf den ersten 50 m immer der Schnellste war. «Der zweite Start war dann besser, und daraus resultierte natürlich auch die bessere Endzeit.»

Im ersten Durchgang blieben nicht nur Shea und Silbermedaillen- Gewinner Martin Rettl (Ö) schneller als Stähli. Überraschend überholte auch der irische Lord Clifton Wrottesley den mit der Nummer 1 gestarteten Schweizer noch um neun Hundertstel. Der «Lebemann» Wrottesley hat grosse Reichtümer geerbt, hält sich oft in St. Moritz auf, ist auch Bob-Steuermann und befährt im Oberengadin häufig den Cresta Skeleton-Run. Im zweiten Durchgang stellte der Lord freilich nurmehr die neuntbeste Zeit auf und ebnete Stähli so den Weg zur Medaille.

Denn an Weltmeister Rettl und Shea kam der Zürcher trotz der Bestzeit im zweiten Durchgang nicht mehr vorbei. Auf den Sieger büsste er schliesslich 0,19 Sekunden ein, Silber verpasste Stähli um 14 Hundertstel. Felix Poletti (37), der zweite Schweizer Teilnehmer, beendete das letzte Rennen seiner Karriere im 16. Rang. Nach halbem Pensum war er noch Elfter. Der Zürcher ist der älteste Schweizer in der Olympia-Delegation 2002.

Der Triumph der amerikanischen Skeleton-Sportler entsprach ganz dem Gusto der 15 000 Zuschauer und der Medien. Auf Shea war die Öffentlichkeit schon im Vorfeld der Spiele aufmerksam geworden. Sein Grossvater John war 1932 in Lake Placid zweifacher Olympia- Sieger im Eisschnelllauf (500 und 1500 m), zwei Wochen vor der Eröffnungsfeier in Salt Lake City starb der 91-Jährige aber bei einem Verkehrsunfall. Jim Shea durfte hernach den olympischen Eid leisten. Es lag auf der Hand, dass er das Gold seinem Grossvater widmete. Unter dem Rennanzug trug der Olympiasieger sogar ein Foto seines Grossvaters, das er nach der zweiten Zieldurchfahrt in die Fernsehkameras hielt. Jim Sheas Vater James war 1960 in Squaw Valley Olymia-Teilnehmer im Nordischen Skisport.

(kil/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 statt?
Wo finden die olympischen Winterspiele 2026 ...
Austragungsort noch offen  Lausanne - Wirtschaftsvertreter der Kantone Wallis und Waadt wollen die Olympischen Winterspiele 2026 in die Westschweiz holen. Der Austragungsort ist noch offen. Alle Westschweizer Kantone und Bern sollen sich an den Winterspielen beteiligen. mehr lesen 
Ermittlungen wegen möglicher Verschwörung und Betrugs  Das US-Justizministerium hat offenbar Ermittlungen wegen des Verdachts auf systematisches Doping ... mehr lesen  
Russland steht unter Druck. (Archivbild)
Witali Mutko blickt selbstkritisch auf seine Amtszeit zurück.
Bilanz des Anti-Doping-Kampfes  Russlands Sportminister Witali Mutko zieht eine selbstkritische Bilanz seines Anti-Doping-Kampfes in seiner bisherigen Amtszeit. mehr lesen  
Sportnation verliert vollends an Glaubwürdigkeit  Immer neue Dopingvorwürfe gegen Russland zerstören auch letzte Reste von Glaubwürdigkeit. Der Platz in der olympischen Familie ist höchst gefährdet. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • kurol aus Wiesendangen 4
    Das Richtige tun Hatten wir schon, talentierte Spieler wechselten zu Bayern und ... Mi, 01.06.16 12:01
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Zu dumm nur, dass der Jorian zu 100% aus chemischen Verbindungen besteht, er warnt ... Fr, 22.01.16 21:16
  • Pacino aus Brittnau 731
    Weltweit . . . . . . wird Hanf konsumiert. Zum Genuss aber auch als Arzneimittel. ... Fr, 22.01.16 08:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    1 : 0 Daesh (IS) vs. Freie Restwelt Es läuft aber immer noch die erst Halbzeit. Verlängerung und ... Di, 17.11.15 22:26
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Wenn die Russen flächendeckend gedopt haben, dann muss man die Ergebnisse sehr genau ... Fr, 13.11.15 10:53
  • jorian aus Dulliken 1754
    5'000'000 zu 0 für die Verschwörungstheoretiker! Was heute um 20:15 schönes kommt! http://www.3sat.de/programm/ ... Do, 22.10.15 19:21
  • jorian aus Dulliken 1754
    Der Fussballgott! Der Name dieses Gottes wird im Hörspiel nicht genannt, dennoch weiss ... Fr, 16.10.15 18:51
  • Koelbi aus Graz 1
    Wir freuen uns... ...auf den Test gegen den Lieblingsnachbarn am 17. November. ... Mo, 12.10.15 03:31
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 4°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 6°C 15°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 4°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen freundlich
Bern 4°C 14°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 6°C 14°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Genf 6°C 16°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 9°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten