Olympia: Skeleton
Gregor Stähli und Maya Pedersen kämpfen um Medaillen
publiziert: Dienstag, 19. Feb 2002 / 09:23 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Feb 2002 / 08:27 Uhr

Park City - Die mässigen Trainingszeiten des Skeletonfahrers Gregor Stähli, der als einer der grössten Hoffnungsträger dieser Spiele gilt, haben die Schweizer Sportöffentlichkeit aufgeschreckt. "Ich brauche die Energie für das Rennen", beschwichtigte Stähli.

Weil der Betreuerstab des Schweizer Skeletonteams aus bloss drei Personen besteht, muss sich Stähli auch um das Material kümmern. "Das kostet Substanz, dies verstehen aber längst nicht alle Leute. Ich habe zum Beispiel keinen Servicemann, muss also auch den Schlitten und die Kufen vorbereiten und habe sonst viel um die Ohren. Deshalb hielt ich mich im Training am Start zurück, wie auch fast immer in den Weltcup-Rennen. Sonst bin ich im Wettkampf ausgelaugt. Und mit schlechten Startzeiten hast du halt auch schlechte Endzeiten. Andere Fahrer wie etwa Weltmeister Rettl lassen wegen der hohen Belastung sogar einen Trainingstag aus."

Im olympischen Rennen will Stähli die Konkurrenz wie üblich schon am Start auf Distanz halten. "Wenn es normal läuft, kann ich auf den ersten 50 Metern gut ein Zehntel Vorsprung herausholen", sagt Stähli.

Die Hoffnungen genährt hat der 34-jährige Stähli mit der imposanten Serie im Weltcup, den er mit vier Siegen und einem zweiten Platz als souveräner Gewinner beendete: "Es ist logisch, dass die Leute jetzt viel von mir erwarten. Auch ich wäre enttäuscht, wenn ich keine Medaille gewinnen würde." Mindestens sieben Fahrer kommen aber nach Stählis Einschätzung für den Olympiasieg in Frage. "Es wäre deshalb vermessen, schon vor dem Rennen von Gold zu sprechen", sagt er. Nach dem Rücktritt am Ende der Saison 1993/94, als er den WM-Titel gewonnen hatte, kehrte Stähli erst im vorletzten Winter mit dem Ziel "Olympia 2002" auf die Bobbahnen zurück.

Gelöst hat Stähli mittlerweile die Materialprobleme, die ihm Anfang des Winters während der internationalen Trainingswoche auf der Olympiabahn in Park City und auch zu Beginn des Trainings zu schaffen gemacht haben: "Zum Rennen werde ich mit dem richtigen Schlitten mit der optimalen Abstimmung und den besten Kufen starten." Die grössten Sorgen bereitet Stähli der Heimvorteil der Amerikaner: "Die Amis haben in den letzten beiden Jahren wohl 500 Fahrten auf dem Olympiarun absolviert, ich muss bis zum Rennen mit 21 auskommen."

Eine Medaille für die Schweiz ist auch im Rennen der Frauen möglich. Die mit einem Norweger verheiratete Berner Oberländerin Maya Pedersen (geborene Bieri) ist die Weltmeisterin und hat den Gesamt-Weltcup mit nur einem Punkt Rückstand auf die Britin Alex Coomber als Zweite beendet. "Die Konkurrenz ist aber sehr stark. Sieben bis acht Fahrerinnen können sich Chancen auf Medaillen ausrechnen", sagt die ehemalige Sprinterin Pedersen (29). "Die Bahn liegt mir, bloss die Startstrecke ist etwas zu kurz."

Die Entscheidungen fallen am Mittwoch ab 17.00 Uhr MEZ in beiden Rennen in je zwei Durchgängen. Zunächst kommen die 26 Männer an die Reihe, dann das 13-köpfige Frauenfeld. Der Ablauf der Reprisen ist gleich.

(Daniel Good, Park City /sda)

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