Griechen protestieren gegen Besuch der Bundeskanzlerin
publiziert: Dienstag, 9. Okt 2012 / 13:42 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Okt 2012 / 17:31 Uhr
Keine Begeisterung über den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin. (Archivbild)
Keine Begeisterung über den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin. (Archivbild)

Athen - Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat am Dienstagmittag ihren mit Spannung erwarteten Besuch in der griechischen Hauptstadt begonnen. Am Athener Flughafen empfing Ministerpräsident Antonis Samaras sie mit militärischen Ehren.

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Merkel will den Hellenen bei den Gesprächen ihre Unterstützung ausdrücken und sie zugleich an die eingegangenen Verpflichtungen erinnern. Neben Samaras will sie auch Staatspräsident Karolos Papoulias treffen, um über die prekäre Lage des Landes zu sprechen. Zudem steht ein Treffen mit griechischen und deutschen Unternehmen auf dem Programm.

Wegen angekündigter Proteste waren die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt hoch. Mehr als 7000 Polizisten sind in Athen im Einsatz. Öffentliche Versammlungen sind in weiten Teilen der Innenstadt untersagt.

Dennoch versammelten sich auf dem Platz vor dem Parlament nach ersten Schätzungen griechischer Medien rund 15'000 Menschen. Auch auf dem zentralen Omonia Platz trafen sich mehrere Tausend Anhänger der Kommunistischen Partei (KKE) zu einer Demonstration.

«Frau Merkel - get out»

«Jetzt Volksaufstand gegen die Sparpolitik», skandierten sie. Das Staatsfernsehen NET berichtete über erste Festnahmen von rund zwei Dutzend verdächtig erscheinenden Jugendlichen. Die Demonstrationen verliefen zunächst friedlich.

Einige Demonstranten trugen Transparente mit dem Spruch «Frau Merkel - get out» («Frau Merkel - hau ab»). Auch Plakate mit beleidigenden und diffamierenden Aufschriften waren zu sehen: «Raus aus unserem Land» oder «Tochter Hitlers, raus aus Griechenland und kein Viertes Reich».

Wie schon bei einer Demonstration am Vorabend trugen linke Demonstranten ein grosses Transparent mit der deutschen Fahne und einem abgeänderten Vers von Bertolt Brecht: «Angela weine nicht. Da ist nichts im Schrank, was zu holen wäre.»

(bert/sda)

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