Drei entscheidende Massnahmen
Griechenland werden Hälfte der Schulden erlassen
publiziert: Donnerstag, 27. Okt 2011 / 07:43 Uhr
Die Krisentreffen zogen sich wegen der zähen Verhandlungen mit den Bankenvertretern über Stunden hin.
Die Krisentreffen zogen sich wegen der zähen Verhandlungen mit den Bankenvertretern über Stunden hin.

Brüssel - Europa hat ein umfassendes Massnahmenpaket gegen die Schulden- und Bankenkrise auf den Weg gebracht. Der Euro-Gipfel einigte sich am Donnerstag in Brüssel auf einen teilweisen Schuldenerlass für Griechenland.

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Private Gläubiger wie Banken und Versicherer sollen auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach zehnstündigen Beratungen in Brüssel: «Wir haben heute Nacht gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse aus der Krise ziehen.» Mit dem Schuldenschnitt von 50 Prozent seien Banken und Versicherungen jetzt «substanziell» beteiligt, sagte die Kanzlerin weiter.

Die Krisentreffen zogen sich wegen der zähen Verhandlungen mit den Bankenvertretern über Stunden hin. Dann schalteten sich Merkel, Sarkozy und Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker ein und brachten offensichtlich die Wende.

Rettungsschirm erweitert

Die 17 Euro-Staaten verständigten sich zudem auch darauf, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro zu vervielfachen. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Die Vervielfachung funktioniert mit einem sogenannten Hebel, der allerdings auch das Verlustrisiko bei Pleiten kriselnder Staaten erhöht.

Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Euro-Staaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben.

Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.

Rekapitalisierung der Banken

Der EU-Gipfel hatte sich zuvor schon über die Bankenkapitalisierung bis zum 30. Juni 2012 verständigt. Bis dahin müssen die systemrelevanten Banken ihre harte Kernkapitalquote auf neun Prozent anheben. Systemrelevante Banken würden bei einem Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem gefährden.

Diese Banken müssen mit 106,45 Milliarden Euro rekapitalisiert werden, wie die Europäische Bankenaufsicht (EBA) in London bekanntgab. Die grössten Beträge brauchen mit 30 Milliarden Euro Banken aus Griechenland sowie mit 26,16 Milliarden Euro Institute aus Spanien, mit 14,77 Milliarden Euro italienische Banken und mit 8,84 der Finanzsektor in Frankreich.

(bert/sda)

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Die EU . . .
. . . ist eine Gemeinschaft, die Misswirtschaft belohnt. Sie wird schon bald ihre Mittel ausserhalb der EU beschaffen. Entscheidungen der Vernunft wurden durch stupide, politische Grabenkämpfe ersetzt und bald schon gewinnt nur noch der, der Nichts zu verlieren hat. Nicht umsonst gilt der Satz: Kleine Schulden schaffen Abhängigkeiten, grosse Schulden Freiheiten.
die Waffe ist leider nötig
Damit die Demokratie dort ihren Job macht und die Gewerkschaften der Staatsbetriebe zur Genüge geschwächt werden können, damit der Staat mit Sparen beginnen kann. Auch wenn Griechenland (und viele andere in der EU) unten durch müssen jetzt, war das zu erwarten. Wir lebten alle (auch wir Schweizer) schlicht über unseren Verhältnissen. Dieser Rettungsschirm bringt nichts, weil man realistisch gar nicht so viel Geld zur Verfügung stellen kann, man muss sich nur mal überlegen, was 1 Billion ist (gemessen am BIP)... das ist schlicht nicht real bezahlbar (in der virtuellen Welt der Banken mit irrealen Geldern schon... aber die existieren eben genau nicht, alles irreal).
Das alles wird nichts bringen
solange Griechenland mit der Waffe am Kopf gezwungen wird, das Land kaputtzusparen.

Die Wirtschaft wird noch jahrelang schrumpfen. Ergo: mehr Schulden

Eigentlich müsste der EURO Raum und die Banken ihre Fehler eingestehen, den Griechen die Schulden ganz erlassen und sogar noch Geld für Wirtschaftsprogramme reinpumpen.
Natürlich hat das politisch (noch) keine Chance.
Aber es wird so kommen, ausser Griechenland wird doch noch aus der EURO Zone entlassen, aber das scheint politisch ja noch unrealistischer zu sein.

Selbst dieser Schuldenschnitt wurde noch bis vor einigen Wochen ständig dementiert, wo doch schon jeder der 1+1 zusammenzählen kann (und kein Politiker oder Bänker CEO ist) vor über einem Jahre wusste das es so kommen wird.
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