Griechische Nachwehen
publiziert: Montag, 30. Aug 2004 / 15:30 Uhr

Athen - Der grosse Exodus aus Athen hatte schon am Sonntag eingesetzt. Doch im Gegensatz zu den Ausländern können die Einheimischen nicht einfach ein neues Kapitel aufschlagen: Das Land sitzt auf einem riesigen Schuldenberg und einem Erbe von Sporthallen und Stadien, mit denen es kaum etwas anzufangen weiss.

Die Spiele werden die Griechen teuer zu stehen kommen.
Die Spiele werden die Griechen teuer zu stehen kommen.
Zum Ende der Spiele gab es für die Griechen zunächst einmal Lob und Schulterklopfen, die schlimmen Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Die Organisation funktionierte perfekt, die Wettkampfstätten erwiesen sich als tadellos, und auch das allseits befürchtete Verkehrschaos blieb aus.

Über all die Anerkennung konnten sich die Hellenen jedoch nur bedingt freuen. Sie wissen, dass die Regierung dem Land nun einen eisernen Sparkurs auferlegen wird. Experten erwarten, dass die Griechen noch mindestens zehn Jahre an der Last der Olympia-Kosten zu knabbern haben. "Das dicke Ende kommt erst noch", prophezeit die Zeitung "To Vima".

7-12 Mia. Euro Kosten

4,6 Milliarden Euro waren offiziell veranschlagt worden. Kurz vor der Eröffnung liess die Athener Regierung durchsickern, dass die Rechnung wohl auf sieben Milliarden Euro gestiegen sei, hielt sich offiziell aber zurück, um dem heimischen Publikum nicht schon während der Spiele die Laune zu verderben. Mittlerweile ist gar von zehn bis zwölf Milliarden Euro Gesamtkosten die Rede. Das wären stolze 5,7 Prozent des griechischen Bruttosozialprodukts.

Die Stunde der Wahrheit schlägt, wenn Ministerpräsident Kostas Karamanlis am 10. September seine traditionelle Haushaltsrede hält. "Auf die Olympia-Kämpfe folgen nun die politischen Fights", schreibt die Zeitung "Kathimerini". Und "Ta Nea" befürchtet: "Wenn die Olympia-Flamme erlischt, ist Feuer unterm Dach."

Teure Sicherheit

Allerdings hat das wirtschaftliche Olympia-Erbe auch eine positive Seite: Die Spiele trugen dazu bei, dass Griechenland in diesem Jahr mit etwa vier Prozent eine der höchsten Wachstumsraten in der EU haben wird.

Die Sicherheit schlug mit einer Milliarde Euro zu Buche, eine Summe, die beispielsweise über den Gesamtkosten der Spiele in München 1972 liegt! Vor allem die Amerikaner hatten mit Hinweis auf mögliche Terroranschläge dafür gesorgt, dass das Paket der Sicherheitsmassnahmen immer umfangreicher wurde.

US-Aussenminister Colin Powell lobte denn auch das Sicherheitskonzept der Griechen: "Sie haben sichere und fantastische Olympische Spiele organisiert", schrieb er seinem griechischen Amtskollegen Petros Molyviatis, sagte dann aber einen Besuch in Athen ab -- angeblich aus Zeitgründen und nicht wegen der geplanten Proteste und Demonstrationen der Globalisierungsgegner.

Griechenland liess für die Spiele 70 000 Soldaten und Polizisten aufmarschieren. Flugzeuge der NATO überwachten den Luftraum, Boden-Luft-Geschütze wurden in Stellung gebracht und Tausende von Überwachungskameras installiert. Damit setzte Athen neue Massstäbe für sportliche Grossveranstaltungen der Zukunft.

(rp/Si)

 
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