Athen in Flammen
Griechisches Parlament stimmt Sparpaket zu
publiziert: Montag, 13. Feb 2012 / 07:17 Uhr
Weg frei für weiteres Sparpaket in Griechenland.
Weg frei für weiteres Sparpaket in Griechenland.

Athen - Das griechische Parlament hat nach hitziger Debatte das umstrittene Sparpaket gebilligt und damit den Weg für ein weiteres Milliarden-Hilfspaket freigemacht. Bei der Abstimmung votierten 199 Abgeordnete der Sozialisten und der Konservativen sowie einige unabhängige Abgeordnete dafür.

Kurszentrum für griechische Kultur und Theater
Karidiès
Joke Smitplein 107
3581 PZ Utrecht
12 Meldungen im Zusammenhang
Im 300 Mitglieder zählenden Parlament gab es 74 Gegenstimmen von kommunistischen und linken Abgeordneten sowie zahlreichen Abweichlern aus den Reihen der Konservativen und der Sozialisten. Fünf Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Anwesend waren 278 Abgeordnete.

43 Abgeordnete ausgeschlossen

«Damit ist das Sparpaket gebilligt», stellte Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos fest. Er musste in der hitzigen Parlamentsdebatte mehrmals einschreiten, weil einzelne Abgeordnete die Aussprache mit Schreien und Beschimpfungen störten.

Die sozialistische PASOK und die konservative Nea Dimokratia (ND) schlossen im Anschluss an den Entscheid 43 Abgeordnete aus ihren Reihen aus. Als Grund wurde deren Abstimmungsverhalten bei der Abstimmung genannt.

Athen in Flammen

Die Parlamentssitzung wurde von stundenlangen Ausschreitungen im Zentrum von Athen überschattet. Nachdem anfangs Zehntausende Demonstranten noch friedlich gegen geplante Lohnkürzungen und Entlassungen auf die Strasse gegangen waren, lieferten sich danach Vermummte bis weit in die Nacht Strassenschlachten mit der Polizei.

Mindestens zehn Gebäude gingen in Flammen auf, Plünderer verwüsteten Dutzende Geschäfte. Flammen schlugen unter anderem aus dem 1870 erbauten Attikon-Kino. Die Polizei setzte Blendgranaten ein. Mindestens 80 Menschen, darunter 30 Polizisten wurden verletzt.

Es waren die schlimmsten Ausschreitungen seit Jahren. 23 mutmassliche Unruhestifter wurden festgenommen, weitere 25 kamen in Gewahrsam. Dem staatlichen Fernsehen zufolge griff die Gewalt auch auf die Inseln Korfu und Kreta über.

Papademos verurteilt Gewalt

Ministerpräsident Lucas Papademos verurteilte die schweren Ausschreitungen. «Die Gewalt und die Ausschreitungen haben in einer Demokratie keinen Platz», sagte er vor dem Parlament. Die Abgeordneten nähmen ihre Verantwortung wahr, um gemeinsam mit der EU Fortschritte zu erzielen, verteidigte Papademos das geplante Sparpaket.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Widerstände in der Gesellschaft gegen das Spardiktat der internationalen Geldgeber. «Die fehlende Anerkennung der Bemühungen der Griechen und die ständige Kritik einiger Partner erzeugt Empörung unter den Griechen.»

150'000 Entlassungen

Athen hatte sich in der vorigen Woche mit den Finanzkontrolleuren der «Troika» aus EU, EZB und IWF auf ein neues radikales Sparprogramm geeinigt. Die Zustimmung aus Athen war Voraussetzung dafür, dass die EU-Finanzminister am Mittwoch ein weiteres Hilfspaket bewilligen.

Es umfasst neue öffentliche Hilfen von 100 Mrd. Euro, dazu kommen 30 Mrd. Euro zusätzliche Garantien zur Absicherung des geplanten Schuldenschnitts. Dieser soll die griechische Schuldenlast um rund 100 Mrd. Euro verringern.

Die geplanten Einschnitte sehen unter anderem kräftige Lohnkürzungen im Privatsektor sowie Entlassungen von 150'000 Staatsbediensteten bis 2015 vor. Am Freitag und Samstag hatten Gewerkschaften erneut mit Streiks darauf reagiert.

Das hoch verschuldete Land hängt bereits seit 2010 am internationalen Finanztropf. Die damals zugesagten Hilfskredite im Umfang von 110 Mrd. Euro reichen aber längst nicht mehr aus. Damals handelte es sich um bilaterale Vereinbarungen, das zweite Hilfspaket soll vom Euro-Rettungsfonds EFSF kommen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Berlin - Der deutsche Bundestag hat den neuen Milliardenhilfen für Griechenland mit breiter Mehrheit zugestimmt. Für die Ausweitung des Rettungspakets votierten am Freitag in namentlicher Abstimmung 473 Abgeordnete. 100 stimmten mit Nein, 11 enthielten sich. mehr lesen 
Athen - Kurz vor einer entscheidenden Abstimmung über ein Milliarden-Sparpaket ist der Protest Zehntausender Griechen ... mehr lesen
Vom Streik ist erneut das gesamte öffentliche Leben betroffen. (Symbolbild)
Jean-Claude Juncker
Athen - Mit Steuersenkungen sowie Hilfen für Arme und Arbeitslose will die neue griechische Regierung die Folgen ihres ... mehr lesen
Brüssel - Griechenland erhält mehr Geld, wird aber stärker kontrolliert und büsst einen Teil seiner Souveränität ein. Nach einer ... mehr lesen 2
Regierungschef Lucas Papademos kann vorläufig aufatmen.
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble erwartet eine Lösung.
Athen/Brüssel - Griechenland darf auf weitere Finanzhilfe hoffen. Die meisten der 17 Euro-Finanzminister signalisierten am ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Athen - Vor dem möglicherweise entscheidenden Treffen der Euro-Finanzminister am Montag hat sich die griechische Regierung daran ... mehr lesen
Griechisches Parlament in Athen
Die Regierung in Griechenland will weiter sparen.
Athen - Griechenland will offenbar staatliche Pensionen kürzen, um von der Eurogruppe geforderte neuen Einsparungen in ... mehr lesen
Athen - Die Regierungschefs von Italien, Deutschland und Griechenland sind zunehmend optimistisch, dass das zweite ... mehr lesen 2
Das zweite Rettungspaket für Griechenland wird am Montag geshcnürt.
Die Europäische Union entscheidet über das neue Hilfpaket für Griechenland.
Brüssel - Die Einigung der Eurostaaten auf ein neues Hilfspaket für Griechenland ... mehr lesen
Athen - In Athen ist es am Sonntagabend zu gewalttätigen Protesten gegen die Sparpolitik der Regierung gekommen. Nach ... mehr lesen
Athen - Das griechische Parlament hat die entscheidende Debatte über das innenpolitisch heftig umstrittene Sparprogramm begonnen. Am Samstag tagten die Abgeordneten zunächst auf Ausschussebene, bevor am Sonntag abgestimmt werden soll. mehr lesen 
Ohne das neue Rettungspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro wäre Griechenland bis zum 20. März pleite.
Athen/Berlin - Der griechische Ministerrat hat erwartungsgemäss das neue harte Sparpaket für die Rettung Griechenlands vor dem ... mehr lesen
Das Ergebnis dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des Landes mit den Geldgebern setzen.
Das Ergebnis dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des ...
Abstimmung über die Reform-Vorschläge  Athen - In Griechenland ist am Sonntag die mit Spannung erwartete Abstimmung über die Reform-Vorschläge der internationalen Geldgeber angelaufen. Das Ergebnis dürfte ein wichtiges Signal für die künftige Kooperation des Landes mit den Geldgebern setzen. 
Das Referendum findet am Sonntag statt.
Griechisches Verwaltungsgericht macht Weg für Volksabstimmung frei Athen - Auch nach der Volksabstimmung am Sonntag über den umstrittenen Sparkurs ist für das ...
Tsipras fordert 30-prozentigen Schuldenerlass für Griechenland Athen - Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat ...
Reisende per Auto brauchen Geduld Bern - In 18 Kantonen beginnen am Freitagmittag die Sommerferien. Einzig im Kanton ...
Griechenlands Bevölkerung vor richtungsweisender Entscheidung  Athen - Das Referendum am Sonntag über die Sparpolitik spaltet Griechenland. Die Sorgen in der Bevölkerung sind gross: Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht - und die Töne werden schriller.  
Griechisches Verwaltungsgericht macht Weg für Volksabstimmung frei Athen - Auch nach der Volksabstimmung am Sonntag über den umstrittenen ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    Wie... einfach doch alles war. G.W.Bush hat mit seinem Einmarsch in den Irak ... gestern 10:04
  • Kassandra aus Frauenfeld 1380
    Langsam mehr sich der Verdacht, dass wir es mit dem zombie mit einem neuen Nostradamus zu ... Fr, 03.07.15 18:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    Dem... Iran geht es um die geostrategische Vormachtstellung. Ebenfalls ... Fr, 03.07.15 14:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    In einigen Jahren auch in Ihrer Umgebung Der Daesh (IS) breitet sich auch in Europa rasant aus. Nicht nur über ... Do, 02.07.15 13:03
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    Der... Iran ist wahrscheinlich die zukünftige Regionalmacht in der ... Do, 02.07.15 12:11
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    Es... heisst immer wieder, dass der Terror in Nahost aufhören würde, wenn ... Mi, 01.07.15 15:28
  • Kassandra aus Frauenfeld 1380
    Oder die Afrikaner übernehmen nach und nach unsere Banken und retten Afrika. Heute hat der ... Mi, 01.07.15 13:02
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3134
    Genau... wie erwartet will den Donbass dem Grunde nach niemand mehr, weil er ein ... Mi, 01.07.15 12:41
Kurszentrum für griechische Kultur und Theater
Karidiès
Joke Smitplein 107
3581 PZ Utrecht
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 22°C 30°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 18°C 32°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 22°C 33°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 19°C 35°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Luzern 20°C 35°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Genf 20°C 37°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Lugano 23°C 34°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten