
Brüssel - Griechenland erhält mehr Geld, wird aber stärker kontrolliert und büsst einen Teil seiner Souveränität ein. Nach einer fast 13-stündigen Marathonsitzung einigten sich die Euro-Finanzminister am Dienstag auf das zweite Griechenland-Hilfspaket.
EU-Währungskommissar Olli Rehn erklärte nach der Marathonsitzung: «Während der letzten beiden Jahre und nun in dieser Nacht habe ich gelernt, dass Marathon effektiv ein griechisches Wort ist».
Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker sagte, dass «wir deutlich gemacht haben, dass Griechenland umsetzen muss, was von ihm versprochen wurde». Die Beobachtung werde wesentlich intensiver werden.
Verstärkte Aufsicht
Die verstärkte Kontrolle ist zweigeteilt. Einerseits soll dazu ein Sonder- oder Treuhandkonto eingesetzt werden. Darauf wird Geld gelagert, mit dem die laufenden Fälligkeiten zur griechischen Finanzschuld bedient werden könnten. «Damit ist sichergestellt, dass es keine Ansteckungsgefahr mehr gibt», sagte Schäuble.
Andererseits soll die Arbeit der EU-Taskforce für Griechenland ausgebaut werden. Schon früher hatte es geheissen, die Taskforce werde «zwei bis drei Jahre» die Verwaltung des Landes in Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung sowie Steuereintreibung technisch unterstützen.
Am Dienstag erklärte Rehn vor den Medien, verschiedene Experten der Kommission seien bereits in einzelnen Regierungsdepartementen in Athen tätig. «Wir sind dabei, diese Zahl auszubauen und auch Experten aus den Mitgliedstaaten beizuziehen».
Das gelte unter anderem für den Kampf gegen Steuerflucht, bei dem viel Wissen in den einzelnen Mitgliedstaaten vorhanden sei. Experten der EU-Kommission erklärten den bisherigen Kampf Griechenland gegen Steuerflucht als «enttäuschend». Es gebe aber auch das Problem, dass durch die Rezession noch mehr Leute versuchten, ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
Umschuldung
Zum nun beschlossenen zweiten Griechenland-Paket gehört auch, dass Banken, Versicherungen und Fonds dem hoch verschuldeten Land erstmals einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Sie sollen laut der Einigung unmittelbar auf 53,5 Prozent - also etwas mehr als die ursprünglich angepeilte Hälfte - ihrer Forderungen an Griechenland verzichten.
Das bedeutet für Athen nach Angaben des internationalen Bankenverbands (IIF) eine Entlastung um 107 Milliarden Euro. Der IIF sprach laut internationalen Nachrichtenagenturen von der «bisher grössten Umstrukturierung von Staatsschulden» aller Zeiten.
(bert/sda)
Vollen Haircut, Euro Nord und Süd oder Drachmen. Bleibe dabei.
So was von egal was diese Deppen da "rechnen".
Griechenland wird immer weiter in die Rezession rutschen, die Wirtschaft wird noch einige Jahre schrumpfen und demnach sind die obenerwähnten Zahlen so was von utopisch.
Und das weiss auch jeder in Brüssel und die EU Präsidentin Merkel sowieso.
Entweder man treibt Griechenland absichtlich solange in den Bankrott bis diese mit Schimpf und Schande aus dem EURO verjagd werden können oder es geht einfach nur um das Retten der Banken.
Die Hedgefonds übrigens, warten nur gierig darauf das Griechenland pleite geht, damit diese mit den dann einglösten CDSs Milliarden verdienen können.
Schade, das die griechische Regierung keine Chance mehr hat von sich aus den Schlussstrich zu ziehen, dafür hat man zulange gewartet.
In ein paar Jahren, wenn überhaupt noch so lange wird in Griechenland und übrigens z.B. auch in Spanien eine soziale Explosion stattfinden wie sie vorher noch nie vorgekommen ist. Das darf man gerne wie einen Atomaren Anschlag ansehen. Die beiden Länder werden dann auf Jahre oder gar Jahrzehnte hinaus nicht mehr bewohnbar sein.
Es wird und findet eine Massenauswanderung statt.
Bald werden wir über die Asylanten auf Nordafrika oder die vielen Deutschen nur noch lachen und uns über die Masseneinwanderung der Griechen und Spanier "erfreuen".
- jorian aus Gretzenbach 1179
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