Grippeviren wandeln sich heimtückisch
publiziert: Montag, 27. Apr 2009 / 21:37 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 28. Apr 2009 / 09:19 Uhr

Grippeviren gehören zu den wandlungsfähigsten Erregern, die bekannt sind. Dabei können gelegentlich auch gänzlich neue, gefährliche Typen entstehen. Die Viren entwickeln sich dabei etwa in Vögeln oder Schweinen und springen dann auf den Menschen über.

Es trifft vor allem auch junge Menschen, da deren Immunsystem stärker auf die Viren reagiere.
Es trifft vor allem auch junge Menschen, da deren Immunsystem stärker auf die Viren reagiere.
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So war es vermutlich bei der Spanischen Grippe 1918 und bei der aktuellen Schweinegrippe. In anderen Fällen können zwei verschiedene Viren in Menschen oder Schweinen zusammentreffen und sich darin zu einem gefährlichen neuen Erreger entwickeln.

Der aktuelle Erreger in Mexiko ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neu entstandene Variante des Typs H1N1, der sowohl bei Menschen als auch bei Schweinen und Vögeln vorkommen kann.

Auslöser der Spanischen Grippe

Dieser Subtyp war auch Auslöser der Spanischen Grippe. Er zog von 1918 bis 1920 um die Welt und kostete mindestens 25 Millionen Menschen das Leben. Manche Experten gehen sogar von rund 50 Millionen Todesopfern aus.

Der Erreger war aussergewöhnlich aggressiv. Er bedrohte wie im aktuellen Fall vor allem junge, gesunde Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und nicht wie Grippeviren anderer Typen hauptsächlich Kleinkinder und ältere Menschen.

Vorwiegend in Asien

1957 folgte die Asiatische und 1968 die Hongkong-Grippe. Benannt sind die Erreger nach der Region, in der sie erstmals isoliert werden. Sie können sich von dort aus über die ganze Welt ausbreiten.

Seit sechs Jahren verbreitet die Vogelgrippe mit dem Erreger H5N1 grossen Schrecken, besonders in Südostasien. Die WHO registrierte 421 Erkrankte und 257 Todesfälle seit 2003. In diesem Jahr starben bislang sieben Menschen daran, und zwar in Vietnam und China. H5N1 grassierte 1997 in Hongkong unter Hühnern.

WHO-Alarmstufen

Das Risiko einer Grippepandemie ist nach Einschätzung der WHO so hoch wie seit der Pandemie von 1968 nicht mehr. Um den Ausbruch einer schweren weltweiten Grippewelle möglichst früh zu erkennen, hat die WHO einen globalen Alarmplan aufgestellt.

Das Pandemierisiko wird dabei in sechs Stufen angegeben. Seit einigen Jahren gilt wegen der Vogelgrippe Stufe 3. Das hat sich bislang auch durch die Schweinegrippe in Nordamerika nicht geändert.

Die Risikostufen lauten:

Stufe 1: Inter-Pandemiephase. Es werden keine Infektionen von Menschen durch Grippeviren von Tieren beobachtet.

Stufe 2: Infektionen von Menschen durch ein neues Grippevirus aus dem Tierreich sind nachgewiesen.

Stufe 3: Ein neues Grippevirus von Tieren infiziert Menschen, wird aber nicht oder nur in Einzelfällen von Mensch zu Mensch übertragen.

Stufe 4: Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist erhöht.

Stufe 5: Erhebliche Übertragung von Mensch zu Mensch.

Stufe 6: Pandemie. Rasche und anhaltende Übertragung von Mensch zu Mensch.

(tri/sda)

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