Grönland darf künftig Buckelwale jagen
publiziert: Freitag, 25. Jun 2010 / 19:32 Uhr

Agadir - Die Inuit in Grönland dürfen künftig eine beschränkte Zahl von jährlich neun Buckelwalen jagen. Die Internationale Walfangkommission (IWC) billigte im marokkanischen Agadir einen Antrag Dänemarks.

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Im Gegenzug verzichtet Grönland auf den Fang von 22 Zwerg- und neun Finnwalen. Die Staatengemeinschaft hatte den Ureinwohnern Grönlands bislang die Jagd auf 178 Zwergwalen, 19 Finnwalen und 2 Grönlandwalen zugestanden.

Umweltschützer konsterniert

Umweltschützer kritisieren die neue Regelung, da die Jagd auf eine weitere Art freigegeben werde. Nicolas Entrup von der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS sprach von einem «traurigen Ausgang» der Tagung, die heute Freitag enden sollte.

Buckelwale liefern weniger Fleisch Finnwale

Grönland habe stets damit argumentiert, mehr Walfleisch für seine indigene Bevölkerung zu benötigen. Mit der neuen Regelung verringere sich jedoch die verfügbare Fleischmenge, da die begehrten Buckelwale wesentlich kleiner sind als der 20 Meter langen Finnwale.

Buckelwalfleisch selbst in Kopenhagen erhältlich

Grönland habe seine Quoten für den Finnwal in den vergangenen Jahren gar nicht ausgeschöpft. Es habe vor, das Buckelwalfleisch zu verkaufen. «Die verkaufen das Walfleisch sogar in Kopenhagen mit der Begründung: Dort gibt es auch Grönländer», sagte Biologin Petra Deimer, die Mitglied im IWC-Wissenschaftsausschuss ist.

Grönland im Zentrum der Kritik

Vom weltweiten Walfangverbot sind einige wenige indigene Völker offiziell ausgenommen, die das Fleisch der grossen Meeressäuger für ihre Existenzsicherung benötigen. Tierschützer kritisieren schon länger, dass Grönland sein Sonderrecht zu kommerziellen Zwecken ausnutze.

Umweltschützer enttäuscht

Die knapp 90 Mitgliedsnationen der IWC verhandeln seit Montag über die Zukunft der Wale. Ein Vorschlag, die Jagd auf die Meeressäuger befristet und unter strengen Auflagen für Japan, Norwegen und Island wieder zu erlauben, scheiterte sowohl am Widerstand der Walfänger als auch der Walfanggegner. Umweltschutzorganisationen zeigten sich insgesamt enttäuscht über die Konferenz.

(bang/sda)

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