Grösste Partei Serbiens droht mit Krieg
publiziert: Freitag, 28. Jul 2006 / 12:01 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Jul 2006 / 12:53 Uhr

Belgrad - Die grösste politische Kraft in Serbien droht im Falle einer Unabhängigkeit der Provinz Kosovo mit Krieg.

Tomislav Nikolic: Mit einem Verlust des Kosovo «werden wir uns niemals abfinden».
Tomislav Nikolic: Mit einem Verlust des Kosovo «werden wir uns niemals abfinden».
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«Wir haben Kosovo schon mit Waffengewalt gegen viel stärkere Gegner verteidigt», zitierten Medien den Parteivorsitzenden. Tomislav Nikolic, Vorsitzender der extrem nationalistischen Radikalen Partei, sagte weiter: «Wir werden ewig kämpfen, dass Kosovo in Serbien bleibt». Sollte die fast nur noch von Albanern bewohnte Provinz souverän werden, werde er die Bevölkerung zunächst zu Demonstrationen auf die Strassen führen, kündigte er weiter an.

Mit einem Verlust dieser Region «werden wir uns niemals abfinden». Bei den nächsten Parlamentswahlen erwarte er die absolute Mehrheit, sagte Nikolic weiter. Dann werde seine Regierung «der Verfassung Geltung verschaffen, die keine Unabhängigkeit Kosovos vorsieht».

Monatelange Verhandlungen

Seit Monaten verhandeln Serben und Albaner erfolglos über die staatsrechtliche Zukunft Kosovos. Die Albaner wollen ihre Unabhängigkeit, Belgrad bietet weitgehende Autonomie innerhalb des serbischen Staatsverbandes an.

Da beide Seiten offenbar keinen Kompromiss zu Stande bringen, dürfte der UNO-Sicherheitsrat bis zum Jahresende die eingeschränkte Unabhängigkeit Kosovos beschliessen. Bei diesem Modell müsste die Europäische Union (EU) für einige Jahre den neuen Staat überwachen.

(fest/sda)

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