Grossbritannien: Früher Songverkauf gegen Piraterie
publiziert: Dienstag, 18. Jan 2011 / 18:47 Uhr
Weniger Downloads durch frühere Veröffentlichung?
Weniger Downloads durch frühere Veröffentlichung?

London - Im Kampf gegen Musikpiraterie haben Sony Music und Universal Music beschlossen, in Grossbritannien auf ein «On Air, on Sale»-Modell zu setzen. Ab Februar werden Kunden neue Singles bereits am Tag des Radiostarts kaufen können, statt wie bisher teils mehrere Wochen warten zu müssen

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Die Entscheidung beruht darauf, dass Fans die langen Wartezeiten heutzutage all zu leicht damit überbrücken, sich andere Quellen für ihre Lieblingssongs zu suchen. Spät aber doch reagieren die Konzerne somit darauf, dass Radio-Vorlaufzeiten seit dem Kassette-Zeitalter illegale Aufnahmen gefördert haben.

Veraltete Vorlaufzeit

Die Vorlaufzeit im Radio vor dem Verkaufsstart war historisch dazu gedacht, das Interesse an Singles zu fördern und ihnen dadurch grösseren Erfolg zu bescheren. Doch das funktioniert im 21. Jahrhundert nicht mehr. «Wir haben festgestellt, dass Google- und iTunes-Suchen nach Songs ihren Höhepunkt etwa zwei Wochen vor der tatsächlichen Verfügbarkeit erreicht haben», erklärt David Joseph, CEO von Universal Music UK, gegenüber dem Guardian. Bis ein Titel endlich verfügbar wurde, waren Hörer also davon gelangweilt - oder hatten ihn bereits geklaut.

Ebenso wie bei Sony erfolgen bei Universal in Zukunft Radio- und Verkaufsstart gleichzeitig. Positiv beurteilt das die 22-jährige Sängerin Jessie J, die von der BBC zur britischen Newcomerin des Jahres gekürt wurde. «Viele Leute haben meine Musik von YouTube gerippt. Ich werde kein weiteres Album machen können, wenn dieses keiner kauft», meint sie gegenüber BBC Newsbeat. Sie erhofft sich vom Wegfall der Verkaufs-Vorlaufzeit, dass es weniger illegale Downloads geben wird. Ob sich an der Beliebtheit von Piraterieseiten wirklich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

(fest/pte)

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