Oppositionsführer zuversichtlich
Grosse Chance für Ende der Gewalt in Kiew
publiziert: Donnerstag, 23. Jan 2014 / 07:15 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 23. Jan 2014 / 22:42 Uhr
Gewaltsame Zusammenstösse in Kiew.
Gewaltsame Zusammenstösse in Kiew.

Brüssel - Nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch haben die Oppositionsvertreter neue Zuversicht für ein Ende der Gewalt: Es gebe eine «grosse Chance», die Krise ohne weiteres Blutvergiessen zu beenden, sagte Arseni Jazenjuk von der Partei Vaterland.

7 Meldungen im Zusammenhang
Gemeinsam mit Boxweltmeister Vitali Klitschko und Oleg Tiagnibok von den Nationalisten hatte er mehrere Stunden mit Janukowitsch verhandelt.Die Oppositionsführer hatten dem Präsidenten am Vortag ein Ultimatum für ein Entgegenkommen gestellt und andernfalls Massendemonstrationen historischen Ausmasses angekündigt.

Klitschko rief die Demonstranten in der Innenstadt am Nachmittag auf, ruhig zu bleiben, bis er Ergebnisse aus den Gesprächen mit dem Präsidenten mitteilen könne. "Lasst die Barrikaden stehen, aber seit ruhig bis zum Ende der Gespräche", lautete sein Appell.

Erstmals Bereitschaft zu Zugeständnissen

Janukowitsch zeigte sich am Donnerstag erstmals zu Zugeständnissen bereit: Er beantragte eine Sondersitzung des Parlaments in Kiew. Das Parlamentspräsidium erklärte, die Sitzung werde vermutlich kommende Woche stattfinden und dabei werde auch über die Oppositionsforderung nach einem Rücktritt der Regierung beraten - ebenso wie über eine Rücknahme der Einschränkung des Demonstrationsrechtes. Ob auch eine vorgezogene Präsidentschaftswahl auf der Tagesordnung stehen wird, blieb zunächst offen.

Bei der Eskalation der Gewalt seit dem Wochenende wurden nach Angaben von Ärzten mindestens fünf Menschen getötet. Unterdessen stürmten wütende Regierungsgegner Verwaltungsgebäude in mehreren west- und zentralukrainischen Städten. Hunderte Regierungsgegner besetzten die Gebietsverwaltung in der Grossstadt Lwiw (Lemberg) rund 500 Kilometer westlich von Kiew.

Sie zwangen den von Präsident Viktor Janukowitsch eingesetzten Gouverneur Oleg Salo, ein Rücktrittsgesuch zu unterzeichnen, wie örtliche Medien am Donnerstag berichteten. Salo widerrief die Unterschrift später. In Tscherniwzi (Czernowitz) in der Bukowina verboten die Behörden Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmern.

Merkel: "Gesprächskanäle öffnen"

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Sanktionen gegen die Ukraine derzeit nicht für angebracht. Nach Ende einer Kabinettsklausur in Meseberg sagte sie, es müsse vielmehr darum gehen, in Kiew "Gesprächskanäle zu eröffnen".

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) - unter dem Präsidium von Bundespräsident Didier Burkhalter - und auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso boten an, in dem blutigen Machtkampf zu vermitteln.

Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow forderte US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin zur Vermittlung in dem Machtkampf auf. Die Führung in Moskau warf dem Westen aber erneut eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Ukraine vor.

Beobachter erwarten eine lange und schwierige Krisenlösung in der früheren Sowjetrepublik. Die Opposition hatte den Präsidenten am Mittwoch aufgefordert, bis zum Donnerstagabend zurückzutreten. Ein solcher Schritt des Staatschefs galt aber als unwahrscheinlich.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kiew - Die ukrainische Opposition hat ... mehr lesen
Ukraine im Aufruhr.
Präsident Viktor Janukowitsch. (Archivbild)
Kiew - Im ukrainischen Machtkampf hat Präsident Viktor Janukowitsch der Opposition eine Regierungsumbildung in Aussicht gestellt. Bundespräsident Didier Burkhalter bot in seiner ... mehr lesen
Brüssel - Die EU will im Konflikt ... mehr lesen
Viktor Janukowitsch mit EU-Kommissar Stefan Füle (rechts).
Regierungsgegner stehen hinter einer Barrikade.
Kiew - In der Ukraine ist der über Wochen friedliche Machtkampf in brutale Gewalt mit mehreren toten Demonstranten und Hunderten Verletzten umgeschlagen. Oppositionspolitiker Vitali ... mehr lesen
Kiew/Berlin - Nach den schweren ... mehr lesen
Geistliche stehen zwischen Regierungsgegnern und Polizisten.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Hunderte Gewaltbereite warfen Brandsätze und Steine auf die Polizisten.(Archivbild)
Kiew/Berlin - Auf den Strassen der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben auch in der Nacht zum Dienstag tausende Menschen ausgeharrt. Radikale prowestliche Demonstranten gingen erneut ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene ... mehr lesen 1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen   1
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 7°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Bern 4°C 7°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 4°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen trüb und nass
Lugano 2°C 10°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten