Grosse Datenmengen unterwegs kein Problem mehr
publiziert: Dienstag, 22. Nov 2005 / 17:02 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 22. Nov 2005 / 17:39 Uhr

Bern - Mobile Breitbanddienste sind auf dem Vormarsch. Ab Dezember bietet nun auch Sunrise UMTS an.

Mit einer Tastatur ist man natürlich fürs mobile Internet bestens ausgestattet.
Mit einer Tastatur ist man natürlich fürs mobile Internet bestens ausgestattet.
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Der Mobilfunkstandard der dritten Generation bietet die Übertragung grosser Datenmengen und ermöglicht das mobile Büro oder Fernsehen auf dem Handy.

Nach Branchenleader Swisscom Mobile bietet Sunrise ab Anfang Dezember ein hybrides Netzwerk an, das GPRS-, EDGE- und neu UMTS kombiniert, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Bei einer maximalen Rate von 384 Kbps ist dies mit tieferen Kabel- oder ADSL- Geschwindigkeiten vergleichbar.

Mobile Breitbanddienste richten sich einerseits an Geschäftskunden, die Firmendaten oder E-Mails unterwegs abfragen wollen oder an Leute, die überall mobiles Fernsehen und Video geniessen oder den neusten Song aufs Handy laden wollen. Zudem werden Video-Telefonate möglich.

Swisscom vorne

In einer ersten Phase ist die Abdeckung ausserhalb der Ballungsgebiete für mobile Nutzer noch lückenhaft. Nur Swisscom erreicht nach eigenen Angaben mit UMTS bereits 90 Prozent der Bevölkerung. Mit EDGE, einer Technologie die auf dem normalen GSM-System beruht, sind es sogar 99 Prozent, wie Swisscom-Sprecher Josef Huber erläutert.

Sunrise kann zurzeit erst die Hälfte der Bevölkerung mit dem mobilen Breitband-Angebot versorgen. In einem Jahr sollen es aber 98 Prozent sein.

Orange plant laut einer Sprecherin kein EDGE-Angebot und setzt voll auf UMTS. Zurzeit kann Orange 20 Städte und Orte mit grosser Bandbreite erreichen. In einem Jahr sollen fünf weitere Orte dazukommen. Ausserhalb dieser Gebiete müssen Orange-Kunden auf das langsamere GPRS setzen.

Arbeit und Musse

Alle Anbieter setzen sowohl auf Geschäfts- wie auch auf Privatkunden. Für Profis haben sie eine PC-Karte im Programm, mit der die Laptops ins Internet gelangen können. Dabei sollen sie den für die Kunden günstigsten Standard auswählen. Die Angebote werden entweder nach Datenmenge oder per Pauschale abgerechnet.

Die drei Mobilfunkanbieter wollen aber auch unterhalten. An die 30 TV-Kanäle stehen zur Verfügung, die über UMTS-Handys live konsumiert werden können. Bis im Februar ist dies bei Sunrise gratis, danach steht der Preis noch nicht fest. Bei Swisscom oder Orange kostet die Stunde 1.50 Franken.

Orange und Sunrise bieten neu Musik-Downloads an. Noch ist aber unklar, ob und wie die aufs Handy geladenen Musikstücke auf den Computer oder in den MP3-Spieler kommen.

Alternative Hotspots

Bis zur Einführung von UMTS oder EDGE brauchten alle, die im Internet surfen oder auch nur die neusten Mails lesen wollten, Geduld. Der Datenstrom via Äther war langsam, ähnlich wie per Analogmodem.

Für massiv mehr Tempo sorgten die sogenannten Hotspots, wo via Funk in einem engen Umkreis eine Internet-Verbindung hergestellt werden kann. An Bahnhöfen, Flughäfen und anderen belebten Orten gibt es solche Netze, dabei mischen alle drei Anbieter mit.

(Peter Kleiner/sda)

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