EU-Plan zur Schuldenkrise
Grosse Hoffnungen und grosse Kritik
publiziert: Donnerstag, 27. Okt 2011 / 17:14 Uhr
Die EU: Bulle oder Bär?
Die EU: Bulle oder Bär?

Brüssel - Das Gesamtpaket für die Bekämpfung der Schuldenkrise steht. Ein zweites Rettungspaket für Griechenland sowie ein gestärkter Euro-Rettungsfonds gehören zum Paket, das die 17 Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone am frühen Donnerstagmorgen verabschiedet haben.

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Anleger am Devisenmarkt reagierten darauf erleichtert, aber nicht euphorisch. Janwillem Acket, Chefvolkswirt bei Julius Bär, bleibt die Euro-Zone «eine Riesenbaustelle, an der an vielen Ecken und Enden noch gewerkelt werden muss».

Das bestätigte auch der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Donnerstag vor dem EU-Parlament in Strassburg. «Letzte Nacht war ein entscheidender politischer Schritt, technische und rechtliche Nachbehandlung folgen noch.» Die Märkte «werden uns Zeit geben, wenn sie sehen, dass es in die richtige Richtung geht», sagte der Belgier weiter.

Zweites Griechenland-Paket

Die Verschuldung Griechenlands solle bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung gesenkt werden, sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Auf dieser Grundlage werde es ein neues Griechenland-Programm mit einem Wert von 100 Milliarden Euro geben. Unklar ist noch, wie hoch der Anteil des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dem Paket sein wird.

Der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann begrüsste in seiner Funktion als Vorsitzender des IFF den Schuldenschnitt. «Wir sind sehr zufrieden mit der erreichten Einigung», sagte er laut einer Mitteilung vom Donnerstag. Alle Parteien hätten anerkannt, dass «nicht nur die Zukunft Griechenlands, sondern auch die Zukunft Europas auf dem Spiel stand», wird der Schweizer weiter zitiert.

Grösserer Rettungsfonds

Die 17 Euro-Staaten verständigten sich weiter darauf, die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF auf eine Billion Euro zu vervielfachen. Die jetzt noch frei verfügbare Kreditsumme von etwa 275 Milliarden der insgesamt 440 Milliarden Euro kann durch die Mobilisierung privaten Kapitals gesteigert werden.

Angedacht sind zwei Optionen. Bei der Versicherungslösung nimmt der EFSF privaten Gläubigern von Staatsanleihen einen Teil ihres Risikos ab. Ausserdem sollen Investmentgesellschaften gegründet werden können, in die auch der IWF sowie private und öffentliche Investoren wie Staatsfonds einzahlen können.

(dyn/sda)

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Der Kapitalirrtum
Diese EURO Retter gehen von Wirtschaftswachstum aus. Noch blöder geht kaum noch.

Nicht nur Griechenland wird auf Jahre hinaus eine schrumpfende Wirtschaft haben.
Andere Länder werden im Bestfall 0 Wachstum haben.
Denn das wirklich allerdümmste ist jetzt drastische Sparprogramme en gros durchzusetzen oder ausgeglichene Haushalte in Verfassungen zu schreiben.
Zuerst muss die Wirtschaft angekurbelt werden, DANN kann man die Sparwut ausleben. Aber offenbar ist das zu einfach zu verstehen für die elitäre EU Riege. Und die Herren an der Macht der Hochfinanz verstehen sowieso nur die Boni Zahlungen und geschönten Bilanzen.

Die schrumpfende Wirtschaft oder das geringe Wachstum oder 0 Wachstum bedeutet automatisch höhere Schulden, was das ganze Flickenkonstrukt zum Einsturz bringen wird.

Das einzige was diese EURO Akrobaten erreicht haben ist, das der Zusammenbruch noch ein bisschen hinausgezögert wurde.
.
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