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Grosser Optimismus dank Roger Federer
publiziert: Freitag, 10. Feb 2012 / 07:56 Uhr
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Roger Federer: «Es wird eine grosse Herausforderung».
Roger Federer: «Es wird eine grosse Herausforderung».

Mit den Partien Stanislas Wawrinka gegen Mardy Fish (13 Uhr, live SF2) und Roger Federer gegen John Isner beginnt heute in Freiburg das Schweizer Davis-Cup-Jahr. Gegen die Amerikaner sind Roger Federer und Co. in der Favoritenrolle.

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Wer sich an die Schweizer Erstrunden-Resultate in den letzten elf Jahren erinnern will, braucht keine überdurchschnittlichen Merkfähigkeiten. Die Gleichung hätte klarer nicht sein können: Spielte Roger Federer, gewann das Schweizer Team und erreichte die Viertelfinals. Spielte er nicht, folgte die Verbannung in die Abstiegs-Playoffs.

Zwischen 2001 und 2004 kamen die Schweizer so zu Siegen (gegen die USA, in Holland, Russland und Rumänien). Anschliessend, als der Federer-Express Hochgeschwindigkeits-Tempo aufgenommen hatte und der Saisonauftakt nicht mehr in seinen Terminkalender passte, gab es im Februar oder März nur noch Niederlagen.

Volle Batterien bei Federer

Nun ist Federer wieder dabei und nur wenig spricht dafür, dass der «Winter-Blues» auch mit ihm anhält. Zwei Wochen nach dem Halbfinal-Ausscheiden am Australian Open sind die Batterien des Baselbieters wieder voll aufgeladen: «Ich bin körperlich und mental bereit und freue mich enorm auf dieses Wochenende und dass ich wieder mit meinen Freunden spielen kann.» Diese freuen sich ebenfalls ganz enorm, ist doch Federer mit einer Einzelbilanz von 30:6 fast ein Sieggarant.

Nach der gestrigen Auslosung gab sich Federer vorsichtig optimistisch: «Es wird eine grosse Herausforderung, die Amerikaner haben auch ohne Andy Roddick ein starkes Team und sind gerade in der Halle sehr stark. Wir haben aber den Heimvorteil und die Belagswahl war sicher auch gut. Ich freue mich auf ein schönes Wochenende und hoffe, wir können die Fans für die sicherlich tolle Stimmung mit einem Sieg belohnen.»

Auch Wawrinka bereit

Auch Stanislas Wawrinka will dazu beitragen, dass die Schweizer nach sieben verhältnismässig mageren Davis-Cup-Jahren nun wieder «fette» Momente anvisieren können. Der Romand steht seit seinem Debüt 2004 immer bereit und fügt sich gleich einem Chamäleon in die von ihm jeweils verlangte Rolle: jene des Leaders, auf dem fast alle Hoffnungen ruhen, oder jene der klaren Nummer 2.

Der Romand eröffnet heute die Partie gegen US-Leader Fish. «Das wird sehr schwer, aber wenn ich sehr gut spiele, kann ich ihn schlagen.» Bei der Schweizer Nummer 2, die anschliessend wie im Vorjahr Sandplatzturniere in Südamerika bestreitet, sind die Schulterbeschwerden abgeklungen, die Wawrinka in Australien behindert hatten. «Seit gestern trainiere ich wieder voll und bin mit meinem Spielniveau zufrieden. Ich fühle mich physisch, tennismässig und mental sehr gut.»

Amerikaner alles andere als Kanonenfutter

Allein aufgrund der Präsenz Federers startet ein Schweizer Team gegen die meisten Widersacher aus der Favoritenposition. Die Amerikaner zu unterschätzen wäre aber fatal. Punkto kumulierte Einzelrangpunkte im ATP-Klassement figurieren Fish (ATP 8) und Isner (ATP 17) nämlich um sechs Einheiten vor den Gastgebern. Zudem verfügen sie mit der Weltnummer 1 Mike Bryan über den einzigen veritablen Doppel-Spezialisten der Partie.

Dass die allesamt auf Hartplätzen aufgewachsenen Gäste lieber nicht auf einer roten Unterlage spielen würden, versteht sich von selbst. Im Vergleich zu langsamen Outdoor-Sandplätzen spielt sich aber der Platz im Forum Fribourg viel schneller, was den auf kurze Ballwechsel ausgerichteten US-Boys entgegenkommt. Mike Bryan fasst die Ausgangslage so zusammen: «Wir haben ein starkes Team. Mardy ist ein Top-Ten-Spieler, John kann an einem guten Tag mit seinem Aufschlag jeden Gegner bezwingen und im Doppel sind wir sicher auch kompetitiv. Aber ein Spiel gegen den wohl besten Spieler der Tennis-Geschichte, die Olympiasieger im Doppel und dies erst noch auswärts und auf einem Belag, den wir nicht so lieben, macht es nicht einfach.»

Gesetz der Heimserie

Erst dreimal sind sich die Teams der Schweiz und des Rekordchampions gegenüberstanden. Dabei setzte sich stets das Heimteam durch. 1992 holte das bestbesetzte Davis-Cup-Team aller Zeiten (Andre Agassi, Jim Courier, John McEnroe, Pete Sampras) gegen Jakob Hlasek, Marc Rosset und Claudio Mezzadri in Fort Worth den drittletzten von bisher 32 Titeln. Neun Jahre später gewannen die Schweizer in Basel 3:2 und Federer verlieh dabei - eine Woche nach seinem ersten Profititel in Mailand - seiner Karriere mit dem Gewinn der beiden Einzel und des Doppels so richtig Schub. 2009 sorgten dann Andy Roddick, James Blake und die Bryans in Birmingham, Alabama, für die erneute Führung im Head-to-Head. Wenn es nach den Schweizern geht, hat diese maximal bis Sonntag Bestand.

(bg/Si)

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